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„Einfach nur grottenschlecht“: Die Crew des Münchner Yacht-Clubs mit dem erfahrenen Steuermann Kay Niederfahrenhorst segelte in Kiel nur auf Rang 17 und schwebt nun in akuter Abstiegsgefahr.  

Segel-Bundesliga

Beim MYC geht die Abstiegsangst um

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Die Bäume wachsen für die Segelclubs vom Starnberger See nicht in den Himmel. Vor Kiel bekam es der Münchner Yacht-Club mit der Abstiegsangst zu tun, während sich der Tutzinger Touring-Club und der BYC an den Top Drei die Zähne ausbissen.

Starnberg/TutzingSo sehr es Micki Liebl auch drehen und wenden wollte, an diesem 17. Platz von Kiel war wirklich nichts Gutes zu finden. „Wir sind am ersten Tag nicht richtig reingekommen“, begann der Teammanager des Münchner Yacht-Clubs mit seiner Manöverkritik, „und waren danach auch nicht überzeugend.“ Da der dritte Tag eine Mischung aus den beiden ersten war, kam Liebl nicht umhin, ein verheerendes Fazit zu ziehen. „Wir waren einfach grottenschlecht.“

Das Desaster des Nachbarn ging nicht spurlos an den beiden anderen Clubs vom Starnberger See vorüber. Fünfmal hatte Steuermann Kay Niederfahrenhorst eines der kurzen Rennen auf dem sechsten und damit letzten Rang beendet. Da er bei den insgesamt 15 Wettfahrten noch zwei weitere fünfte Plätze einstreute, war die Bilanz nicht zu reparieren. „Es hat mich gewundert, dass der Kay so unter die Räder gekommen ist“, machte sich Ilja Wolf ernsthaft Sorgen.

Der Manager des Bayerischen Yacht-Clubs weiß nur zu gut, welch tüchtiger Skipper Niederfahrenhorst ist. Aber irgendwie schien das Wochenende an der Ostsee seinen bisherigen Eindruck nur zu bestätigen, dass in der fünften Saison der Segel-Bundesliga ein allgemeines Niveau erreicht ist, bei dem bereits die kleinsten Fehler drakonisch sanktioniert werden. Der Chiemsee Yacht-Club versank als Letzter der 18 Vereine vollkommen in den Fluten vor Kiel, und der Verein Seglerhaus am Wannsee kam mit Jan Jasper Wagner an der Pinne nicht über Platz 14 hinaus. „Der hat ganz schön die Hose voll gekriegt“, stellte Wolf lakonisch fest.

Seine eigene Crew kam am dritten Spieltag ohne Dresche davon. „Absolut positiv“ wertete der Teamchef den fünften Platz, den Steuermann Julian Autenrieth mit nach Oberbayern brachte. Zeitweise sah es sogar nach einem erneuten Podestplatz wie beim zweiten Spieltag in Lindau aus, als der BYC sensationell siegte. Nach dem ersten Tag waren die Bayern Dritter, und Wolf bekam von den eigenen Clubmitgliedern gesteckt, dass es zum zweiten ersten Platz in diesem Segelsommer nicht mehr weit wäre. Doch dann traf ein, was der Manager schon im Vorhinein befürchtet hatte: Dass der Norddeutsche Regatta Verein mit seinem Skipper Tobias Schadewaldt an der Ostsee einfach schwer zu schlagen ist. „Der weiß, wie es vor Kiel funktioniert.“ Anders als alle übrigen Mannschaften leisteten sich die Hamburger keinen einzigen Fauxpas und übernahmen mit dem Sieg im Olympiarevier von 1972 erstmals die Tabellenführung.

Unter Druck hätte die Nordlichter vielleicht der Deutsche Touring Yacht-Club setzen können, wenn er im elften Rennen ein klein wenig mehr Augenmaß bewiesen hätte. Nur eine Handbreit zu früh steuerte Luis Tarabochia sein Boot über die Startlinie. Weil die gesamte Crew felsenfest davon überzeugt war, keinen Fehler gemacht zu haben, verzichtete sie darauf, ihren Regelverstoß selbst mit einem Strafkringel zu ahnden. Der Touring gewann auch diese Wettfahrt, bekam aber dann die Quittung präsentiert. Letzter Platz und sieben Punkte.

Es war das vorläufige Ende einer grandiosen Aufholjagd, von dem sich das Team nicht mehr erholen sollte. Michael Tarabochia über den sechsten Gesamtplatz nicht großartig lamentieren: „Ich bin happy.“ Anders als der Teammanager der Tutzinger reagierte seine Crew, die sich tief enttäuscht vom eigenen Abschneiden zeigte. „Das ist Jammern auf hohem Niveau“, belehrte Tarabochia seine Segler und verwies auf das Beispiel der Münchner.

In der Tabelle ist der Titelverteidiger zur Saisonhälfte Vierter mit zwei Punkten Vorsprung auf den BYC auf Rang fünf. Der MYC ist dagegen nur Elfter mit zwei Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. „Das tut ein bisschen weh“, gab Liebl zu. Eigentlich war er davon überzeugt, diese Saison in ruhigen Fahrwassern zu verbringen. Aber Kiel brachte endgültig anderes Wetter.

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