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Nasir Yarzadeh arbeitet im Krankenhaus Feldafing. Es werden aber nur Vereine und andere Organisationen unterstützt.

Berufliche Integration

Hilfe für Flüchtlingshelfer

Landkreis – Vereine und andere Organisationen werden bei der Beschäftigung von Flüchtlingen unterstützt. Monatlich gibt es pro Person 250 Euro für Arbeitsgelegenheiten.

Seit einiger Zeit beschäftigt die Volleyballabteilung des TSV Herrsching vier Flüchtlinge. Sie helfen beim Auf- und Abbau für die Bundesligaspiele in der Nikolaushalle. Für sie wird der Verein nun wahrscheinlich Geld erhalten – je Person 250 Euro im Monat. Dabei handelt es sich um eine Aufwandspauschale im Rahmen des bundesweiten Arbeitsmarktprogramms Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen, kurz FIM.

Es geht um Sportvereine, Nachbarschaftshilfen, Kommunen, Schulen oder Kirchengemeinden

So genannte Arbeitsgelegenheiten werden auf diese Weise unterstützt – als erster befristeter Einstieg in berufliche Tätigkeiten. Für solche Aktivitäten sucht der zuständige Fachbereich Sozialwesen des Landratsamts Starnberg im ganzen Landkreis „Maßnahmeträger“, wie sein Leiter Friedrich Büttner gestern bei einer Vorstellung des Programms sagte. Das können Sportvereine sein oder Nachbarschaftshilfen, Kommunen, Schulen, Kirchengemeinden, Jugendeinrichtungen oder andere gemeinnützigen Institutionen. Das Regionalmanagement der Starnberger Wirtschaftsfördergesellschaft gfw hat für sie alle einen Informationsflyer erstellt.

Bis zu 600 Asylbewerber kommen in Frage

Von derzeit knapp 2000 Flüchtlingen im Landkreis kommen laut Büttner 500 bis 600 für solche Arbeitsgelegenheiten in Frage – und zwar solche mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit. Die größte Gruppe im Landkreis stammt aus Afghanistan - für sie gilt das nicht.

Dr. Georg Strasser vom Sprecherrat der Asyl-Arbeitshelfer im Landkreis wies ausdrücklich darauf hin, dass es sich um zusätzliche Tätigkeiten handeln muss. Grund: Es soll keine Konkurrenz für normale Jobs entstehen.

Maximal 30 Stunden in der Woche kann ein Flüchtling für sechs Monate beschäftigt werden

56 Organisationen sind laut Büttner schon zur Mitwirkung bereit. Maximal 30 Stunden in der Woche kann ein Flüchtling für sechs Monate beschäftigt werden. Eine Mindestarbeitszeit ist nicht festgelegt worden.

Dirk Dieber, der Leiter der Starnberger Agentur für Arbeit, lobte die hiesigen Arbeitgeber, besonders die Mittelständler, als „ausgesprochen aufgeschlossen“. Die Integrationsquote bei Flüchtlingen im Landkreis Starnberg sei die drittbeste in Bayern, sagte Gerhard Schindler vom Starnberger Jobcenter. Wirklich nachhaltig sei die Integration jedoch oft nicht: Die Menschen fänden relativ schnell Arbeit, viele würden aber auch bald wieder entlassen.

Das gestern ausdrücklich erwähnte Beispiel des TSV Herrsching ist bei diesem Verein auf Überraschung gestoßen: Volleyball-Abteilungsleiter Fritz Frömming wusste bisher nichts von der zu erwartenden Zahlung.

Von Lorenz Goslich

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