Applaus für die Reden – und ganz am Ende Applaus für den Eröffnungsfilm: Rund 500 Gäste ließen es sich bei der Eröffnungsfeier des Fünf-Seen-Filmfestivals in Starnberg gut gehen. Bis 31. August laufen in Starnberg, Gauting, Seefeld und Weßling rund 150 Filme.
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Applaus für die Reden – und ganz am Ende Applaus für den Eröffnungsfilm: Rund 500 Gäste ließen es sich bei der Eröffnungsfeier des Fünf-Seen-Filmfestivals in Starnberg gut gehen. Bis 31. August laufen in Starnberg, Gauting, Seefeld und Weßling rund 150 Filme.

Fünf-Seen-Filmfestival

Besser geht es nicht

Rund 500 Gästen und mit dem Eröffnungsfilm „Risiken und Nebenwirkungen“ ist am Mittwochabend die 15. Auflage des Fünf-Seen-Filmfestivals (FSFF) gestartet.

Starnberg – Besser geht es nicht. Zur Eröffnung des Fünf-Seen-Filmfestivals (FSFF) präsentierte sich Starnberg am Mittwochabend vor filmreifer Kulisse von seiner besten Seite. Blaue Berge, glitzerndes Wasser, wolkenfreier Himmel und eine lässig entspannte Atmosphäre boten den rund 500 Gästen bei der Eröffnungsfeier im Seebad ein unvergessliches Spektakel.

Wo gibt es das sonst noch, außer in Venedig, dass die Stars des Abends mit dem Boot quasi zur Bühne gefahren werden? Wo sonst sind die Ehrengäste so auf Tuchfühlung mit dem Publikum? Wo sonst werden sie so wenig neugierig beäugt wie hier im Landkreis, wo die Prominenten kein Thema sind, weil man sie eben hat? Und Ehrengäste gab es eine Menge, die vor der riesigen Leinwand Platz nahmen, während das Kilian Sladek Trio auf der Seitenbühne Standards aus dem großen amerikanischen Songbook spielte.

„Toleranz lernen, Brücken bauen, Spalten überwinden“ – das waren die Worte, mit denen Moderatorin Marieke Oeffinger Festivalleiter Matthias Helwig auf die Bühne bat, der dieses Jahr 150 Filme in zehn Sektionen zeigt. „Filme gehören auf die große Leinwand, nicht nur wegen beeindruckender Bilder“, betonte Helwig. Zum Kinobesuch gehöre das gemeinsame Lachen, Hören, Sehen – und der Austausch hinterher.

Er habe das Filmfestival vor 15 Jahren ins Leben gerufen mit dem Anspruch, weltoffener zu werden. Dazu passe das aktuelle Motto Perspektivwechsel. „Es ist immer die Frage nach der Wahrheit. Auch der Film sucht nach Wahrheit“, sagte Helwig und betonte, wie wichtig es ihm und seinem Team sei, Haltung zu zeigen. Das sei 2015 und 2016 im Zuge der Flüchtlingskrise der Fall gewesen. Aktuell seien es „die Grundrechte, die man uns nicht wegnehmen und gönnerhaft wieder zurückgeben kann“. Und es sei jetzt und in Zukunft das große Thema Klimawandel, in dessen Zusammenhang Anne und Alex Eichberger aus Hechendorf von der Initiative „unserklima.jetzt“ für das Festival die Filmreihe „Klima und Kino“ ins Leben gerufen und dafür einen Preis gestiftet haben.

Ihn erfülle es jedenfalls „mit Demut, wenn Menschen mit Freude zusammenkommen“, sagte Helwig. In den ersten Reihen saßen neben Landrat Stefan Frey, Starnbergs Vizebürgermeisterin Angelika Kammerl und der Kulturreferentin des Landkreises, Barbara Beck, auch Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler und die Geschäftsführerin des Filmfernsehfonds Bayern, Dorothee Erpenstein, mit ihren Kolleginnen Judith Erber und Sylvia Tiedtke. Da waren auch Wernher Weigert von der Kreissparkasse München Starnberg Ebersberg, die Direktorin der Politischen Akademie Tutzing, Professor Ursula Münch, die Bürgermeister von Berg und Seefeld, Rupert Steigenberger und Klaus Kögel, sowie CSU-Bundestagsabgeordneter Michael Kießling und die Bundestagskandidatinnen Martina Neubauer (Grüne), Carmen Wegge (SPD) und Britta Hundesrügge (FDP). Auch Altlandrat Karl Roth war unter den Gästen, dazu die Schauspieler Johanna Bittenbinder und Heinz-Josef Braun, zahlreiche Kulturschaffende und Künstler aus dem Landkreis – und Inka Friedrich und Thomas Mraz, zwei Hauptdarsteller des Eröffnungsfilms „Risiken und Nebenwirkungen“ mit ihrem Regisseur Michael Kreihsl und Produzent Christoph Ott. Er habe den gleichsam unterhaltsamen wie tiefsinnigen Eröffnungsfilm in Graz entdeckt und sofort gewusst: „Das ist der richtige Film“, sagte Helwig. Er lag richtig. Das Publikum lachte sich warm in der zu später Stunde doch recht kühlen Nacht.

Astrid Amelungse-Kurth

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