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Ungeliebte Schneise: Anwohner protestieren mit Schildern gegen den Wegebau.

Streit um Bau

Bewegung am „Steuergrab“ Waldweg

Starnberg – In den Streit um eine Schneise im Wald nahe Am Hochwald ist Bewegung gekommen. Die Stadt will Bürger beteiligen und bat gestern zum Gespräch, während eine Initiativgruppe provokante Schilder aufstellte.

Am Hochwald entsteht ein „Unsinniges Steuergrab“, findet die Interessengemeinschaft (IG) „Bürger gegen die Zerstörung des Hochwaldes“ und stellte dort gestern Protestschilder auf. Der Streit um eine Schneise im Wald eskalierte am Vormittag, und am Nachmittag gab es einen Ortstermin von Rathauschefin Eva John mit Anwohnern. 

Hintergrund ist der geplante Umbau einer so genannten forstwirtschaftlichen Rückegasse zu einem Geh- und Radweg durch den der Stadt gehörenden Wald. Am Abend übergab die IG vor der Stadtratssitzung rund 150 Unterschriften an John.

IG-Sprecher: "Geh und Farradweg unsinnig und naturzerstörend"

Ottmar Maier, Sprecher der IG, hatte zuvor die Forderung an die Bürgermeisterin gerichtet, „von dem unsinnigen und naturzerstörenden Geh- und Fahrradweg durch den Waldstreifen zwischen Am Hochwald und Angerweide Abstand zu nehmen“. Wie berichtet, hatten Anwohner bereits Ende Februar Freischneidearbeiten im Wald bemerkt und einen sechs Meter breiten Weg befürchtet. 

Aus dem Rathaus heißt es dazu: Um den Jahreswechsel seien, wie im Übrigen auch in den vergangenen zehn Jahren, in Vitalität und Standsicherheit nachlassende, aktuell auch von Borkenkäfer befallene Bäume aus Sicherheitsgründen gefällt worden. 

380 Meter langer Waldweg parallel zur Egerer Straße

So sei eine vier Meter breite Rückegasse entstanden. Der Betriebshof habe im Februar im Rahmen von Unterhaltsarbeiten eine schon länger ausgesteckte Trasse im Wald von Bäumen und Unterwuchs befreit, damit ein 1,5 Meter breiter Weg aus Kiesmaterial aufgeschüttet werden könne. 

Zum einen diene die Herrichtung des Weges der Beseitigung von Schäden durch die Waldbewirtschaftungsmaßnahmen, zum anderen der Erstellung des etwa 380 Meter langen Weges zwischen der Hanfelder Straße und dem bestehenden Verbindungsweg zwischen Am Rudolf-Widmann-Bogen und Am Hochwald. Er verläuft parallel zur Egerer Straße durch den Wald.

Weg wird für schwere Fahrzeuge aufgekiest

Protest formierte sich schnell, Maier und die IG-Mitglieder Klaus Ferstl sowie Prof. Sampo Widmann sind Anlieger. Sie befürchten Schäden am Wald durch den Wegebau. Der erfolgt laut John jedoch in fachlicher Abstimmung mit dem Landratsamt und dem Amt für ländliche Entwicklung. 

Das hatte sie vergangene Woche auf Anfrage von SPD-Stadträtin Christiane Falk auch im Bauausschuss erklärt. Der vorhandene Waldweg werde nach forstwirtschaftlichen Arbeiten durch Aufkiesen hergerichtet und etwas verlängert. Grund sei, dass sich dort auch in Zukunft schwere Fahrzeuge zur Waldbewirtschaftung bewegen können müssten. 

John verspricht: Anwohner werden auf dem Laufenden gehalten

„Sonst kann man da nicht richtig hin“, hatte Stadtbaumeister Stephan Weinl im Ausschuss ergänzt. „In der fachlichen Stellungnahme des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Weilheim, wird klar gestellt, dass der Weg für die Forstwirtschaft erforderlich ist“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Die Arbeiten, die gestern begannen, sollen bis Ostern dauern.

Den Anwohnern hat John zugesichert, laufend auf dem neuesten Stand gehalten zu werden. Beim Ortstermin habe man die Wegeführung gemeinsam optimiert und zugesagt, so schonend wie möglich vorzugehen. Die Anwohner könnten die Arbeiten vor Ort begleiten.

Von Barbara Irlbauer

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