Viele Plätze blieben leer beim Neujahrsempfang der BI Pro Umfahrung. Deren Vorsitzender Dr. Klaus Huber (r.) bekräftigte vor rund 100 Zuhörern die Ablehnung des Tunnels. Foto: Andrea Jaksch

“Pro Umfahrung“

BI kämpft weiter gegen Tunnel

Starnberg - Der B 2-Tunnel hätte nach Einschätzung des Verkehrsplaners Prof. Peter Kirchhoff nicht genehmigt werden dürfen. Das machte er beim Neujahrsempfang der BI Pro Umfahrung deutlich. Bürgermeisterin John erklärte, sie werde niemals zu den Tunnelbefürwortern gehören.

Die Bürgerinitiative Pro Umfahrung bleibt bei ihrem Ziel: Die Redner beim Neujahrsempfang versicherten gestern Nachmittag unisono, alles zu tun, dass der B 2-Tunnel zu den Akten gelegt wird und jede Chance für eine Umfahrung für Starnberg genutzt wird. Ein gewichtiges Argument: Der Tunnel habe keine ausreichende Leistungsfähigkeit.

Knapp 100 Besucher begrüßte der Vorsitzende der Bürgerinitiative Pro Umfahrung – Contra Amtstunnel (BI), Dr. Klaus Huber, zum Neujahrsempfang in der Schlossberghalle – weniger als in den Vorjahren. Von der Bürgerliste waren nur deren Stadträte Angelika Wahmke und Michael Mignoli gekommen, von den ParteiFreien niemand. Beide Gruppierungen hatten in den Wahlkämpfen wie die BI eine Umfahrung verfolgt. Huber rekapitulierte für die Zuhörer das Gespräch zwischen Bürgermeisterin, Stadträten und der Obersten Baubehörde am Donnerstag. Wie berichtet, empfahl die Behörde der Stadt, den Tunnel vor Pfingsten zu befürworten – sonst verfalle die Genehmigung. Von sich aus werde der Staat keine Umfahrung planen. Damit ist eine neue Tunneldebatte im Stadtrat absehbar.

„Die BI wird die nicht beseitigbaren Mängel des Tunnels aufzeigen“, bat Huber Prof. Peter Kirchhoff, ehemals Stadt- und Verkehrsplaner an der TU München, auf die Bühne. Kirchhoff hatte voriges Jahr eine Lösung präsentiert, die eine ortsferne mit einer ortsnahen Umfahrung kombiniert, und damals schon angekündigt, die Tunnelplanung nochmals unter die Lupe zu nehmen.

Kirchhoff: Staus würden sich nur verlagern

Sein Fazit nach Betrachtung der Knotenpunkte an der Moos- und Petersbrunner Straße: Trotz Tunnel war die Leistungsfähigkeit der Starnberger Ortsdurchfahrt schon bei dessen Genehmigung 2007 nicht ausreichend. Die Planfeststellung hätte seiner Einschätzung nach gar nicht erfolgen dürfen. Der Tunnel verschiebe die stauträchtige Engstelle – heute am Tutzinger-Hof-Platz – lediglich nach Osten zu den geplanten Einmündungen an Moos- und Petersbrunner Straße. Dort entstehe in Spitzenzeiten Stau – auch 2030. Kirchhoff zeigte anhand seines Lösungsvorschlages, wie wichtig eine zweite Brücke über die Würm im Bereich des Mühltals wäre: „Sie bewirkt, dass der überörtliche Verkehr die Stadt nicht mehr belastet.“

Bürgermeisterin Eva John fragte den Freistaat in ihrem Grußwort, wie die Entlastung Starnbergs durch den Tunnel denn aussähe, wenn die Stadt mehr Straßen bekomme. Die zögen mehr Verkehr an, der die Staus verlängere. Fußgänger bekämen mehr Probleme, für den Tunnelbau seien Enteignungen und der Abbruch von Wohnhäusern nötig – und das Projekt bringe mehr „Dreck und Lärm sowie acht Jahr Baustelle in die Stadt“. „Starnberg braucht keinen Tunnel, sondern mehr Platz in der Stadt zum Leben“, rief sie und versprach, niemals zum Tunnelbefürworter zu werden.

Die FDP-Ortsvorsitzende Heike Barall-Quiring appellierte an die Stadträte, dem Wählerauftrag gemäß nicht für das „Katastrophenprojekt Tunnel“ zu votieren. BMS-Chef Josef Pfister räumte dem Kirchhoff-Vorschlag große Chancen ein, und WPS-Vertreter Markus Mooser riet zur Zuversicht: „Der Freistaat ist gesprächsbereit.“ Der habe es schließlich auch satt, mit dem Tunnel nicht voranzukommen.

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