Imkergespräch mit (v.l.) Dr. Gerhard Helming, Hubert Dietrich, Walter Nidermaier, Sandra Wagner, Dr. Stefan Berg, Martina Neubauer, Franz Vollmaier, Maria Noichl, Werner Bader und Ferdinand Drexler. Foto: Jaksch

Bienen bricht Existenzgrundlage weg

Starnberg - Das Starnberger Imkergespräch hat sich zu einem Fachtreffen mit überregionaler Bedeutung entwickelt. Beim dritten Gespräch ging es um die schwindenden Existenzgrundlagen für die Bienen.

Der boomende Maisanbau, so der Moderator und Bio-Imker Werner Bader, „kann zum Futternotstand für Bienen und Insekten führen“. Bei den Bienenvölkern hält der ebenso beunruhigende wie rapide Rückgang an, 162 000 waren es 2010, wieder 800 weniger als im Vorjahr. Es wird eng für die Bienen, viele ihrer Wiesen sind verschwunden, dafür „Mais, so weit das Auge reicht“ (Bader), für Bio-Gasanlagen und Tierfutter, Monokulturen ohne Lebensstoffe für die Insekten. Damit nicht genug, werden die Stöcke noch weiter durch Pestizide, Kunstdünger und Krankheiten geschwächt und dezimiert.

Die Imker verlangten einen aktiveren Einsatz der Politiker auf allen Ebenen für die Bienen, das beginnt mit einfachen Genehmigungswegen für neue Bienenhäuser und endet mit einer Förderung der Imkerei, wie sie sich Hubert Dietrich, Vorsitzender des Starnberger Bienenzuchtvereins, vorstellt: „Ein Cent pro Bürger über die Bezirksumlage.“

Es gab aber auch positive Nachrichten bei dem Treffen: Die Bienenzucht ist in, immer mehr junge Menschen melden sich bei den Vereinen als Imker. Es gibt insgesamt etwa 30 000 in Bayern. Der Landesverband Bayerischer Imker verbuchte mit über 300 Neuzugängen den größten Zuwachs seit über 20 Jahren. Sandra Wagner (FDP) vom Bezirkstag Oberbayern bestätigte diesen „enormen Zulauf“, 250 Anfänger haben im vorigen Jahr die Imkerschule in Landsberg besucht, die ein „wahres Mekka für Bienenzüchter geworden ist“.

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