AWISTA wirbt um 8700 Hauseigentümer

Biotonnen für alle - und Geld sparen

Starnberg - Wer noch keine Biotonne hat, bekommt Post: Der AWISTA will aus rechtlichen und wirtschaftlichen Grünen die Biotonne flächendeckend einführen. Er könnte das auch durchsetzen, setzt aber auch die Einsicht der Bürger.

Der Abfallwirtschaftsverband AWISTA startet eine Biomüll-Offensive. Derzeit steht auf rund einem Viertel aller Grundstücke im Landkreis keine Biotonne, weil die Bewohner in der Regel selbst kompostieren. Was jahrzehntelang möglich war, ist inzwischen rechtlich wegen neuer Trennungspflichten nicht mehr haltbar. Der AWISTA könnte den rund 8700 biotonnenlosen Hauseigentümern auch einfach das schwarze Trum mit dem braunen Deckel hinstellen – das will er aber nicht. Geschäftsführer Peter Wiedemann setzt auf Überzeugung, erstmal gibt’s Post.

In den nächsten Tagen bekommen alle, die sich bisher von der Biotonne hatten befreien lassen, einen Brief mit der Aufforderung, eine Biotonne zu bestellen, eine Gemeinschaftsnutzung mit Nachbarn einzugehen oder nachzuweisen, das sie wirklich keine brauchen – was angesichts der Neuerung im Kreislaufwirtschaftsgesetz unter anderem zur Sammlung von Fleisch- und anderen Speiseresten (wir berichteten) selbst für Veganer schwierig ist. Mehrkosten entstehen niemandem, der sich nun eine Biotonne holt, solange diese nicht größer als seine Restmülltonne ist – jeder zahlt die braune Tonne schon heute mit, egal ob er sich nutzt oder nicht.

Bessere Trennung stabilisiert Gebühren

Zudem hat der AWISTA handfeste wirtschaftliche Gründe, beim Biomüll Gas zu geben. Rund 4500 Tonnen davon landen im Restmüll – ein Drittel des Gesamtaufkommens. Da die Verbrennung von Restmüll mehr als viermal so teuer wie die Vergärung (und damit die Erzeugung regenerativer Energie) ist, muss der Verband bis zu 600 000 Euro pro Jahr mehr ausgeben als nötig. Das wiederum finanziert jeder einzelne über die Gebühren mit. „Es gibt für den Kunden ökologische und ökonomische Vorteile, wenn er Biomüll getrennt sammelt“, sagt Wiedemann. Zum einen ist die Vergärung samt Energiererzeugung bei Beitrag zum Klimaschutz, zum anderen sichern geringere Kosten eine Gebührenstabilität.

Es gibt 60, 120 und 240-Liter-Biotonnen. Anders als früher sind sie schwarz mit braunem Deckel. Was soll hinein? Küchenabfälle aller Art, Speisereste, Fleisch- und Fischreste, Kaffeefilter und Teebeutel und dergleichen. Grüngut darf’s auch sein, allerdings nicht in großen Mengen. Feuchte Abfälle sollte man in Zeitungspapier, Küchentücher oder Servietten einwickeln, allerdings nicht in bunt bedruckte. Keinesfalls soll Biomüll in Plastiktüten – auch nicht angeblich abbaubaren – in die Tonne. „Plastik ist Gift“, bringt es Agathe Seidenschwang als zuständige AWISTA-Mitarbeiterin auf den Punkt. Verpackte Lebensmittel haben in der Tonne sowieso nichts verloren.

Mit der neuen Rechtslage sind Komposthaufen keineswegs verboten und auch vom AWISTA weiter gewollt – für Grüngut, also vor allem Rasenschnitt, oder für Obstschalen. Bei Zitrusfrüchten allerdings wird es schon kritisch mit den neuen Trennungsregeln.

Nachdem die etwas verzwickt sind, bereitet der AWISTA einen Biomüll-Leitfaden vor, hat für Rückfragen eine eigene Hotline geschaltet –  (0 81 51) 27 26 45 – und eine eigene E-Mail-Adresse, nämlich biotonne@awista-starnberg.de. Dort sind Rückfragen zu den Fragebögen in den Briefen möglich, auf denen man nur ein Kreuz machen muss, oder zur Entsorgung allgemein. Nicht wundern sollte man sich über die Rücksendeadresse in Leonberg – dort sitzt der Dienstleister, der die Daten ins AWISTA-System einspeist. Der Verband bittet um Rücksendung binnen vier Wochen.

Und wenn man den Brief gleich über die Altpapiertonne dem AWISTA zurückgibt? Dann, so steht in dem Brief, wird automatisch eine Standardbiotonne geliefert.

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