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Spürt den Trend: Peter Gastl setzt in seinem Betrieb voll auf Elektroboote – und viele Wassersportler folgen ihm. Allein von 2014 auf 2015 ist die Zahl der angemeldeten E-Boote um knapp neun Prozent gestiegen.

Mehr Elektroboote

Mit E übern See

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Landkreis – Zulassungen für Motorboote auf den Seen im Landkreis sind streng begrenzt. Unter anderem deshalb erfahren E-Boote steigende Nachfrage.

Fünf Jahre Spaß, 15 Jahre Warten. So geht es Motorboot-Inhabern am Starnberger See seit langer Zeit. Eine Lizenz läuft nach fünf Jahren aus, dann müssen sich die Inhaber in die lange Liste der Interessenten einreihen. 250 Linzenzen gibt es – die Zahl ist streng limitiert. „Aus Umweltgründen, wegen der Belastung des Sees“, sagt Landratsamt-Sprecher Stefan Diebl. 

Die enorme Wartezeit verstärkt den Trend hin zu Elektrobooten, deren Zulassungen nicht begrenzt sind. Auf dem Starnberger, Wörth- und Pilsensee wurden gab es im vergangenen Jahr etwa neun Prozent mehr Zulassungen, als 2014. Mittlerweile sind es 1599. Das gleiche Bild am Ammersee: Die 150 Lizenzen für Motorboote sind seit Jahren voll ausgeschöpft, bereits 780 Interessenten warten auf ihre Zulassung. Zehn weitere E-Boote wurden 2015 am Ammersee angemeldet, heuer sind insgesamt 410 zugelassen. 

"Nur noch selten fragen Kunden nach Motorbooten"

Der Markt reagiert auf die Nachfrage nach E-Booten: „Wir haben fast nichts anderes mehr“, sagt Peter Gastl vom gleichnamigen Bootsverleih und -vertrieb in Leoni. Er kann die Entwicklung nachvollziehen: „Wer am Starnberger See ein schnelles Boot will und nicht ewig warten möchte, holt sich ein E-Boot.“ Während der langen Wartezeit würden sich manche Leute ein E-Boot anschaffen – dann aber dabei bleiben, auch wenn irgendwann die Zulassung für ihr Motorboot eintrudelt. 

Obwohl E-Boote zumeist eine schwächere Leistung haben? „Man kann sowieso nur die Höchstgeschwindigkeit von 40, 45 km/h fahren“, sagt Gastl. Gravierende preisliche Unterschiede zwischen E- und Motorbooten gebe es nur bei hochwertigen Exemplaren. Die Nachfrage nach E-Booten steigt wohl weiter, wie Gastl bestätigt: „Die werden gut angenommen. Nur noch selten fragen Kunden nach Motorbooten.“ 

Umweltschützer fordert: "Eine Begrenzung wäre sinnvoll"

Eine Entwicklung, die dem Kreisvorsitzenden Horst Guckelsberger vom Landesbund für Vogelschutz eigentlich gefällt: „Bei E-Booten ist die Umwelt nicht durch Emissionen, Austritte von Benzin oder Öl, gefährdet.“ Auch machen sie weniger Lärm. Aber die zunehmende Anzahl der Boote macht ihm Sorgen: „Es kann nicht sein, dass 2000 Boote auf dem Starnberger See fahren. Eine Begrenzung wäre sinnvoll.“ Auch, wenn es sich überwiegend um umweltfreundliche E-Boote handelt: „Auch die bevölkern den See.“ 

Guckelsberger hat vor allem die Schutzzonen der Fische und Vögel im Auge. „Die sind tabu, da hat kein Boot was verloren.“ 100, besser 200 Meter Abstand sollen die Boote zu den sensiblen Schilfzonen oder zur Ufernähe halten. Je mehr Boote fahren, desto höher die Gefahr einer Missachtung. Dass darunter viele E-Boote sind, wird sich so schnell nicht ändern. Gastl berichtet, er habe mal eine Motorboot-Zulassung bei der Seenverwaltung beantragt. „Das ist nicht gewünscht.“ Doch das trifft ihn nicht mehr – die Kunden sind längst auf die E-Variante umgestiegen.

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