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Kirchenverwalter Dr. Richard Leopold musste bei der Stadt einen höheren Zuschuss für die Brandschutzmaßnahmen im Pfarrzentrum beantragen.

Katholisches Pfarrzentrum Starnberg

Brandschutz wird deutlich teurer

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Die Sanierung des Brandschutzes am katholischen Pfarrzentrum an der Mühlbergstraße wird deutlich teurer als ursprünglich gedacht. Einer der Gründe ist offenbar ein Versäumnis der Planer.

Starnberg – Es war kein leichter Gang für Kirchenverwalter Dr. Richard Leopold am Montagabend. Er musste dem Kulturausschuss des Stadtrats nicht nur erklären, warum die Kosten für die Brandschutzmaßnahmen am katholischen Pfarrzentrum an der Mühlbergstraße um mehr als 70 Prozent gestiegen sind – sondern vor allem, warum die katholische Pfarreiengemeinschaft St. Maria von der Stadt gerne einen Zuschuss-Nachschlag von bis zu 84 000 Euro hätte. Nach zahlreichen Fragen durch die Stadträte gab es schließlich eine denkbar knappe 7:6-Mehrheit – und Leopold atmete sichtlich erleichtert tief durch.

Als das Gebäude 1985 gebaut wurde, haperte es beim Brandschutz an allen Ecken und Enden. „Außer ein paar Feuerlöschern und einer Notbeleuchtung war nicht viel vorhanden“, sagte Leopold. Der Rest ist bekannt: Ende 2015 stellten Prüfer des Landkreises erhebliche Mängel beim Brandschutz fest und sperrten Erd- und Obergeschoss. Längst sind die Arbeiten im Gang, „bis Ende Juli, Anfang August“ sollen sie abgeschlossen sein, erklärte Leopold. Aber die Kosten... Von ursprünglich geplanten 250 000 Euro seien sie mittlerweile auf 435 000 Euro gestiegen, erklärte Bürgermeisterin Eva John. Der längst bewilligte städtische 90 000-Euro-Zuschuss soll auf maximal 174 000 Euro angehoben werden. „Es gibt gute Gründe dafür“, sagte sie. „Das Geld ist nachweislich erforderlich.“

Das sahen bei weitem nicht alle Stadträte so. Winfried Wobbe (UWG) lobte zwar die Arbeit der Pfarreiengemeinschaft in höchsten Tönen, sparte aber auch nicht mit Kritik. „Ich verstehe nicht, wie man ein Geschoss vergessen kann“, sagte er mit Blick auf die Tatsache, dass die Erneuerung der Dachfenster in der Ursprungsplanung nicht berücksichtigt worden sei. „Dass bislang schon 300 000 Euro ausgegeben wurden, wurde uns auch nicht gesagt.“ Und 40 Prozent der Kosten zu übernehmen sei deutlich mehr als der in aller Regel gewährte 30-Prozent-Zuschuss, sagte Wobbe. „Es sind erhöhte Kosten aufgelaufen, die am Anfang nicht eingeplant waren“, entgegnete Leopold. „Mir wäre es auch lieber gewesen, wenn wir das von Anfang an auf dem Tisch gehabt hätten.“

Johannes Bötsch (BLS) und Angelika Kammerl (Parteifreie) hatten ebenfalls Probleme mit dem 40-Prozent-Zuschuss. Schon 30 Prozent seien „bei unserer Haushaltslage mehr als großzügig“, sagte Kammerl.

Markus Mooser (WPS) sah Einsparpotenzial bei den Oberlichtern. Warum sollten diese gegen teure Feuerschutzfenster ausgetauscht werden, wenn der Theatersaal bei Veranstaltungen ohnehin abgedunkelt werde. „Braucht es wirklich diese Fenster?“, fragte er und sprach sich für eine günstigere Rigips-Variante aus. Dann gebe es auch im Treppenhaus kein Tageslicht mehr, antwortete Leopold. Und: „Wir nutzen die Räume auch untertags.“

Dr. Franz Sengl (Grüne) hatte grundlegende Probleme mit dem Zuschussantrag. „Ich kann es nicht einsehen, eine milliardenschwere Organisation mit Steuergeldern zu unterstützen“, begründete er sein Nein. „Das Bistum Augsburg bräuchte kein Pfarrzentrum“, erwiderte Leopold. Trotzdem übernehme es die Hälfte der Kosten.

„Das Pfarrzentrum ist eine kulturelle Einrichtung im Stadtzentrum“, sagte Eva John. Auch Iris Ziebart (FDP) sprach sich für die finanzielle Unterstützung aus: „Es ist lohnend und richtig, dort zu investieren.“ Ähnlich äußerte sich Anton Summer (BMS): „Wir sollten jetzt zustimmen, damit die Arbeiten abgeschlossen werden können.“ Eine Mehrheit von CSU, WPS, BMS und FDP bewilligte den Zuschussantrag.

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