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Das Sortieren geht weiter: Statt Ende dieses oder nächsten Jahres wird das Briefzentrum in Schorn nach aktuellem Stand bis 2024 weiterbetrieben. Der Neubau in Germering dauert länger als angenommen. 

Briefzentrum 82

Post bleibt länger in Schorn

Das Briefzentrum in Schorn wird länger in Betrieb bleiben als zunächst geplant und bisher bekannt. Statt bis Ende dieses Jahres wird die Deutsche Post AG den Standort voraussichtlich bis 2024 weiterbetreiben.

  • Die Post wird das Briefzentrum in Schorn bis voraussichtlich 2024 in Betrieb halten.
  • Die Neubaupläne in Germering ziehen sich hin.
  • Die Corona-Krise hat auf die Sortierung kaum Auswirkungen.

SchornDie Deutsche Post AG wird das Briefzentrum in Schorn deutlich länger betreiben als anfangs geplant. Als die Post die Fläche in Schorn zusammen mit dem Briefzentrum an der Arnulfstraße in München an die Büschl-Gruppe verkaufte, ging man beim Konzern noch davon aus, dass der Betrieb im Starnberger Ortsteil Ende 2020 eingestellt werden kann. Später wurde die Betriebsdauer auf Ende 2021 verlängert, jedoch: Auch das wird nichts, weil die Neubaupläne in Germering noch lange nicht so weit sind.

Das mehr als 40 000 Quadratmeter große Areal in Schorn ist inzwischen seit 22 Jahren in Betrieb. Rund 200 Mitarbeiter sortieren dort etwa 1,5 Millionen Sendungen pro Tag, rund um die Uhr. Tagsüber wird normalerweise vor allem Infopost bearbeitet, abends und nachts das reguläre Briefaufkommen. Die Post investierte laufend weiter in das Zentrum, das die Briefe aus dem Postleitzahlenbereich 82 bearbeitet. Dazu gehört nicht nur der Landkreis, sondern auch Teile der Kreise Dachau, Fürstenfeldbruck, München, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen.

Neubau in Germering dauert noch länger

Die Nachricht, dass die Post den Standort Schorn verkauft, kam für viele Anfang September 2018 völlig überraschend, zumal erst wenige Wochen zuvor das 20-jährige Bestehen gefeiert worden war. Schorn war allerdings mehr eine Beigabe, denn Hauptteil des Geschäfts zwischen dem Grünwalder Investor und der Post war das Briefzentrum an der Arnulfstraße in München – die markante und denkmalgeschützte Halle gehört dazu. Was der neue Eigentümer mit der Fläche machen wollte, war damals unbekannt. Vorerst wird auf dem Areal nichts anderes passieren als bisher.

Die Vorbereitungen für den Neubau eines Briefzentrums in Germering, das nach Angaben der Post das modernste Deutschlands werden soll, ziehen sich hin. Erst im Januar war eine Änderung des Flächennutzungsplans öffentlich ausgelegt worden. Ein Antrag der Grünen im Germeringer Stadtrat, in einem Bürgerentscheid über das Großprojekt entscheiden zu lassen, war im Dezember gescheitert. Im März formierte sich eine Bürgerinitiative gegen den Neubau, die ein Bürgerbegehren anstrebt. Die Unterschriftensammlung musste wegen der Corona-Krise allerdings unterbrochen werden. Das neue Zentrum soll auf einer Fläche von rund 66 000 Quadratmetern im Norden Germerings nahe der B 2 errichtet werden. Die Hälfte der Flächen soll mit Gebäuden bebaut werden.

Die Post ist sich der Verzögerungen bewusst. Schorn und das Zentrum an der Arnulfstraße sollen weiterlaufen, bis das neue Briefzentrum fertig ist. Das soll voraussichtlich im Jahr 2024 sein. Die rund 200 Mitarbeiter aus Schorn können dann nach Germering wechseln, müssen es aber nicht. „Die Dienstleistungs-Gewerkschaft ver.di unterstützt die Verlagerung der Niederlassung nach Germering und hat mit der Deutschen Post eine Eckpunktevereinbarung abgeschlossen. Damit werden die Interessen der bisher Beschäftigten gewahrt“, erklärt Post-Sprecher Erwin Nier. In Germering sollen rund 1300 Menschen tätig sein, etwa 1000 davon in Teilzeit.

Coronavirus stört Betrieb nicht

Die Fläche der Post steht in keiner Verbindung zum von der Stadt Starnberg geplanten Gewerbegebiet Schorn. Das Briefzentrum liegt direkt neben dem ehemaligen Milchhof, in dem heute ein Verpackungsunternehmen seinen Sitz hat. Die Fläche am Ortsrand Schorns dürfte gut vermarktbar sein, wenn sie einmal zur Verfügung steht. Aus Wirtschaftskreisen heißt es, es gebe Interessenten.

Die Corona-Krise betrifft den Betrieb in Schorn übrigens kaum bis gar nicht. „Im Briefzentrum Starnberg gibt es aktuell keine coronabedingten Einschränkungen, sodass ein stabiler Betrieb sichergestellt ist“, berichtet Erwin Nier. Die Post beachte alle Vorgaben des Robert-Koch-Instituts zum Infektionsschutz. „Während wir aufgrund einer deutlichen Zurückhaltung im Dialog Marketing (Werbung per Post) signifikante Volumenrückgänge verzeichneten, sind die Paketmengen insbesondere durch das Bestellverhalten der Bevölkerung während der Ausgangsbeschränkung im Rahmen der Corona-Situation extrem gewachsen“, heißt es bei der Post.

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