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Schlüsselübergabe: Am 22. April 1998 bekam Niederlassungsleiter Herbert Dolak den Schlüssel von Post-Vorstandsmitglied Helmut Benno Staab (r.). 

Deutsche Post

Briefzentrum feiert 20-Jähriges

Im April 1998 ging die Anlage in Schorn in Betrieb. Täglich werden in dem Briefzentrum bis zu drei Millionen Sendungen sortiert.

Schorn – Wer am Vormittag seine Briefe aus dem Kasten holt, kann sich sicher sein, dass sie vorher in Schorn waren: Die Deutsche Post AG betreibt dort eines von bundesweit mehr als 80 Briefzentren, in denen Post sortiert und dann verteilt wird. Jenes in Schorn feiert diese Woche sein 20-jähriges Bestehen.

„Die Deutsche Post AG wird in Starnberg-Schorn eines von bundesweit 83 Briefzentren errichten.“ Mit diesen Worten beginnt eine Pressemitteilung vom 23. Dezember 1996, die schon damals Dieter Nawrath verfasst hat, der noch heute Sprecher der Post für die Region ist. Im Frühjahr 1997 fiel der Startschuss für den Bau in Nachbarschaft des früheren Milchhof-Areals, 400 Arbeitsplätze sollten entstehen. Sortierbeginn war im Frühjahr 1998 – deswegen wird in diesen Tagen das Jubiläum gefeiert.

Hintergrund des Baus, der damaligen Angaben nach 45 Millionen Mark kostete, war das Konzept „Brief 2000“, das auch mit der Einführung fünfstelliger Postleitzahlen im Jahr 1993 zusammenhing. Die 83 neuen Verteilzentren waren und sind genau auf die Postleitzahlen-Gebiete zugeschnitten, jenes in Schorn ist für den Bereich 82 zuständig. Das Gebiet umfasst das südliche Oberbayern zwischen Fürstenfeldbruck und Mittenwald sowie Geltendorf bis Sauerlach – rund 5400 Quadratkilometer.

Das Zentrum wurde binnen weniger Monate gebaut und lange getestet. Am 22. April 1998 verschickte Dieter Nawrath wieder eine Pressemitteilung zu Schorn: Das Zentrum geht in Betrieb, hat nun nach den Angaben rund 550 Arbeitsplätze und hat eine Kapazität von rund 1,5 Millionen Briefen am Tag.

Sortiert werden dort nicht nur Briefe an Haushalte und Firmen im Gebiet 82, sondern auch die Post, die von dort in alle Welt abgeschickt wird. Durch die Briefverteilzentren wurde laut Post die Laufzeit der Briefe deutlich verkürzt. Fast alle Briefe werden inzwischen maschinell sortiert.

Der nächste Meilenstein für Schorn kam 2010: Die Post modernisierte die Sortiermaschinen. Damals waren noch 220 Mitarbeiter mit der Bearbeitung der Sendungen beschäftigt, etwa so viele wie heute. Die Post ist damit einer der größten Arbeitgeber in der Stadt. Die Zahl der Briefe pro Woche lag bei bis zu sechs Millionen, also weiter rund eine Million pro Werktag. Ein Ziel der Umstellung war, die Sortierung zu beschleunigen und umweltfreundlicher zu machen.

Der Betrieb in Schorn läuft rund um die Uhr in drei Schichten. Tagsüber wird vor allem Infopost bearbeitet, da diese in der Regel eine längere Laufzeit hat. Reguläre Briefsendungen werden am Abend und in der Nacht sortiert. Besonders stressig ist es für die Post-Mitarbeiter in der Vorweihnachtszeit: Dann steigt die Zahl der Sendungen pro Tag auf bis zu drei Millionen. Das sind pro Sekunde 35 Briefe, normalerweise sind es zwölf bis 20. Die Post feiert das Jubiläum diese Woche mit einem kleinen Festakt im Briefzentrum.

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