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Treue Wasserwachtsmitglieder: Vorsitzender Markus Bucher mit Ralf Ulbrich, Anja Kupka, Norbert Wohner, Günter Zweck, Tobias Schaller, Daniela Pilgram, Oliver Volks und Helmut Schät zler (v.l.)

BRK-Wasserwacht

Vom Bericht zum Einsatz

Der Alarm am Klinikum hat am Freitagabend dazu geführt, dass sich die Jahreshauptversammlung der BRK-Wasserwacht Starnberg blitzartig geleert hat.

Starnberg – Den Notarztwagen hatten Richard Aulehner und Christina Aulehner-Forlenza vor der Schießstätte eingeparkt, bevor die beiden Wasserwachtsmitglieder an der gut besuchten Jahreshauptversammlung der BRK-Wasserwacht Starnberg teilnahmen – und mitten im Vortrag zum Einsatz fuhren, genauso wie die anwesenden Feuerwehrler und zahlreiche Wasserwachtler. Der Einsatz am Freitag hauchte der Statistik Leben ein, die der stellvertretende Leiter Tobias Bucher vorgestellt hatte.

Für die 2017 geleisteten 6000 Einsatzstunden ließen die 74 Aktiven wortwörtlich alles stehen und liegen, um schnellstmöglich Hilfe zu leisten. Sie sicherten Veranstaltungen ab oder die Taucher bargen und verlegten Bojen. Die Tauchtruppe hatte ordentlich zu tun, nachdem Feierlustige im April Partyreste im See versenkt hatten. „Das Wasser sah aus wie eine Müllhalde“, erinnerte sich Vorsitzender Markus Bucher. 250 Pfandflaschen holten die Taucher aus dem Wasser.

Und dann waren da die vielen Einsätze. Etwa, als ein Vater aus Boot ins eiskalte Wasser stürzte und an Land schwamm, während der elfjährige Sohn samt Freund an Bord zurückblieb. Die unterkühlten Jungs wurden von der Wasserwacht gerettet und versorgt. Manchmal war es gut, die Internistin Aulehner-Forlenza dabei zu haben, die das „Alles gut“ eines gekenterten Seglers nicht hinnahm – und jener bei genauerem Hinsehen doch zu viel Wasser geschluckt hatte und auf der Intensivstation weiterbehandelt werden musste. Ungewöhnlich oft seien sie auf der Fahrt zum Unfallort abbestellt worden. „Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig rufen“, betonte Markus Bucher. Ein Unfall wie der mit dem 2015 tödlich verunglückten Ruderer habe sich gottlob nicht wiederholt. Seither übten die Freiwilligen mit dem Ruderclub MRC.

Neben den Einsätzen floss viel Zeit in die Ausbildung. Das gilt auch für die zwölf Buben und acht Mädels der Jugend, deren Jahr Anneliese Forlenza (10) hinreißend Revue passieren ließ. Nicht nur bei ihnen fiel das Schwimmtraining „wegen fehlendem Hallenbad“ aus, so Tobias Bucher. Bürgermeisterin Eva John versprach, dass alle am Wasserpark Beteiligten ihr Bestes für eine Eröffnung Ende April gäben. Die knapp 10 000 Euro Verlust sei auf die aus Sicherheitsgründen für 20 000 Euro erneuerte erste Hälfte des Wasserwacht-Steges zurückzuführen. Die Stadt bezuschusse das voraussichtlich mit 5000 Euro, freute sich der Vorsitzende. Der Rest es Steges werde heuer gemacht – und die Stadt könnte erneut helfen.

Für fünf Jahre Treue geehrt wurden Jasmin und Patricia Budde, Felix Muskat sowie Sven Schicke. Zehn Jahre dabei sind Maximilian Fichtl, Eva-Maria, Christine und Johannes Heuer sowie Tobias Schweighofer. Vor 15 Jahren sind Wolfgang Jachnik und Julian Schmidt beigetreten und über eine Nadel für 20 Jahre Mitgliedschaft durften sich Helmut Schätzler, Marco und Tobias Schaller sowie Robert Wallner, Norbert Wohner und Günter Zweck freuen. Seit 25 Jahren Mitglied ist Ralph Irlbauer, Robert Böpple seit 35, Anja Kupka 40 und Ralf Ulbrich 50 Jahre. Daniela Pilgram und Oliver Volks wurden für besondere Verdienste mit der Wasserwacht-Medaille in Bronze ausgezeichnet.  mk

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