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Noch sind die Spuren am Dreieck Starnberg zumeist frei. In den nächsten Tagen wird die Baustelle eingerichtet, schon da kann es zu Behinderungen kommen.

Brückenbaustellen

Deswegen geht‘s auf der A 95 langsamer voran

In den nächsten Wochen wird eine sechs Kilometer lange Baustelle auf der A 95 südlich des Starnberger Dreiecks eingerichtet. Autofahrer müssen mehr Zeitn einplanen.

Starnberg – Fast 30 Millionen Euro steckt der Bund in den Neubau von sechs Brücken an der A 95. Genau genommen sind es zwölf Brücken, die bis Ende 2019 erneuert werden. In der Regel sind es fast baugleiche Ersatzbauten – mit einer Ausnahme.

Grund für die Großbaustelle auf einer Länge von sechs Kilometern, für die derzeit die rund vier Millionen Euro teure Einrichtung der Baustelle beginnt, ist das Alter. Die Brücken stammen aus den 1960er und 1970er Jahren und müssten saniert werden. Das jedoch ist unwirtschaftlich, erklärt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern (ABDSB). Beispiel: Kostet ein Brückenneubau rund 2,5 Millionen Euro, wäre eine Sanierung nur eine Million Euro billiger. Dafür birgt sie Risiken – etwa unvorhergesehene Schäden. Zudem lässt eine Sanierung eines kaum zu: die Verbreiterung. Nach aktueller Vorschrift müssen zwölf Meter für die insgesamt vier Fahrspuren vorhanden sein, beim Bau vor 40 Jahren waren es nur 11,5. Heißt: Alle Brücken sind nach heutigem Standard zu schmal.

Stützwände müssen Abrutschen der Autobahn verhindern

Der größte Brocken ist das Bauwerk 17, die Brücke direkt am Autobahndreieck, die die A 95 über die A 952 nach München führt. 54 Meter sind es insgesamt, geteilt in zwei Felder. Allein wegen ihrer Größen und Lage ist der Neubau kompliziert. Voraussichtlich im Juni wird die östliche Hälfte der Brücke abgerissen. Die Bautrupps haben dafür nur rund 60 Stunden Zeit, weil die A 952 nur ein Wochenende zwischen Freitagabend und Montagmorgen gesperrt werden kann, ohne ein totales Chaos im Berufsverkehr zu provozieren. Der Termin soll nicht in den Ferien liegen. Zuvor müssen bis zu 18 Meter tief und auf einer Länge von 35 Metern Wände aus Stahl in den Boden gerammt werden. Denn: Die Widerlager – die Brückenstützen links und rechts – müssen ebenfalls abgerissen werden. Ohne Stützwände würde die Autobahn womöglich abrutschen. Zunächst werden die Widerlager neu gebaut, dann kommt ein Gerüst drauf – dann wird die A 952 eine Nacht gesperrt. Auf diesem wird die neue Brücke betoniert und dann auf die Widerlager herabgelassen. Sonst wäre die Durchfahrthöhe nicht gewährleistet. Der Neubau des Bauwerks 17 kostet rund sechs Millionen Euro.

Direkt südlich liegt das Bauwerk 18, der Rohrdurchlass an der kleinen Straße von Wangen nach Schorn. Dort wird auf Wunsch der Stadt eine neue Brücke über dem Durchlass gebaut, der aber bis 2020 bestehen bleibt. Erst wenn die beiden Brückenhälften fertig sind, kommen Rohr und Erdreich heraus – schwuppdiwupp ist es eine sechs Meter breite Durchfahrt. Derzeit sind es nicht einmal drei Meter. Kompliziert wird die Sache dort wegen vieler Leitungen (Sparten), erklärt Projektleiter Joachim Matzka.

Ausfahrt Schäftlarn: Ampelregelung während Bauzeit

Das Bauwerk 19 kennt fast niemand – es liegt mitten im Wald. Es wird erneuert und etwas breiter, bleibt im Prinzip aber ein Waldwegdurchlass wie bisher auch. Bei solchen Neubauten ist die ABDSB verpflichtet, alle bestehenden Wegeverbindungen zu erhalten, auch wenn es mehrere Millionen Euro kostet. Ähnliches gilt für das Bauwerk 20, eine fast baugleiche Überführung der A 95 über einen Waldweg zwischen der Milchstraße und Neufahrn. Auch dieser Durchlass unter der A 95 wird nach dem Neubau breiter sein. Die Bauwerke 19, 20 und 22 kosten zusammen rund 8,5 Millionen Euro.

Bauwerk 21 ist wieder eine Nummer größer: die Brücke an der Anschlussstelle Schäftlarn. Zusammen mit Bauwerk 18 (Rohrdurchlass) wurde sie in einem Auftrag vergeben; beides zusammen kostet rund 5,5 Millionen Euro. Die Brücke wird erneuert und um mehr als zwei Meter verbreitert – es bleibt Platz für Geh- und Radwege. Der Verkehr darunter jedoch muss aus bautechnischen Gründen einspurig geführt werden und wird per Ampel geregelt. Die Auffahrt zur Autobahn Richtung München wird über eine Behelfseinfahrt ermöglicht, die einige hundert Meter nördlich von der Milchstraße abbiegt. Bauwerk 22 ist wieder unkomplizierter, denn es ist eine kleinere Brücke über der Zeller Straße von Neufahrn in Richtung Ebenhausen. Auch sie wird eine breitere Durchfahrt bekommen.

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„Wir fangen so früh an, damit wir auch fertig werden“, erklärt Seebacher den Grund, warum bereits im Februar mit der Baustelleneinrichtung begonnen wird. Üblich ist sonst April. Die Arbeiten müssen bis Weihnachten abgeschlossen sein, besser früher. Da am Ende der Arbeiten auf der Richtungsfahrbahn nach München, die auf den sechs Kilometern voll gesperrt ist, noch asphaltiert wird, muss das Wetter mitspielen. Dieser Teil kostet nochmal um die fünf bis sechs Millionen Euro.

Zwei schmalere Spuren pro Richtung

Wie berichtet, wird der Verkehr auf vier schmalen Spuren und getrennt durch eine Betonmauer auf der Richtungsfahrbahn nach Garmisch-Partenkirchen rollen. Die Kosten beziehen sich immer auf beide Brückenteile bzw. Richtungsfahrbahnen. Im nächsten Jahr wird getauscht: Der Verkehr rollt über die dann erneuerte Richtungsfahrbahn nach München, während auf der Autobahnhälfte Richtung Süden gebaut wird.

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