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Buchsbaumzünsler breitet sich aus

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Schwarze Punkte auf grünem Grund: So sieht der Buchsbaumzünsler aus. © BERND WEISSBROD/DPA

Gartenbesitzer und Gemeinden haben einen neuen Gegner in der Natur: den Buchsbaumzünsler, genauer dessen Raupen. Insbesondere im Würmtal sind Fälle bekannt, aber auch in Tutzing. Ist ein Baum befallen, gibt es unter Umständen nur einen Ausweg.

Landkreis – Er ist ein unscheinbarer Schmetterling, der durch seine Brut zur Plage wird: Der Buchsbaumzünsler, ein ostasiatischer Kleinschmetterling, sorgt derzeit im Landkreis für Aufruhr. In Tutzing und im Norden des Landkreises wurde der Schädling bereits vereinzelt gesichtet. Bisher scheint der Buchsbaumzünsler allerdings lieber Buchsbäume im Würmtal zu befallen.

Aber was hat es mit diesen exotischen Tierchen auf sich? Vermutlich wurde der ostasiatische Kleinschmetterling durch den Menschen nach Europa eingeschleppt. Jürgen Ehrhardt, Fachberater für Gartenkultur und Landespflege beim Starnberger Landratsamt, vermutet, dass auch die Klimaerwärmung für die Ansiedlung des Buchsbaumzünslers in Deutschland förderlich gewesen sein könnte.

Der Buchsbaumzünsler versteckt sich gerne

Die Raupen des Schmetterlings sind etwa fünf Zentimeter groß, gelbgrün bis dunkelgrün und haben schwarze und weiße Punkte und Streifen. Ein weiteres charakteristisches Merkmal des Buchsbaumzünslers ist sein schwarzes Kopfschild. Wie der Name schon sagt, befallen die Raupen dieser Tierart Buchsbäume. „Sie greifen die Blätter der Pflanze an und zerstören sie“, sagt Günter Schorn, Kreisvorsitzender des Starnberger Bund Naturschutz. „Die Buchsbaumblätter werden braungrau, wenn sie befallen sind.“ Aber schon lange bevor die Auswirkungen des Befalls sichtbar sind, macht sich der Buchsbaumzünsler an der Pflanze zu schaffen. Da die Weibchen ihre Eier auf der Blattunterseite ablegen, ist der Befall besonders schwer zu erkennen. „Die Raupe versteckt sich gerne und beginnt meistens im Inneren der Pflanze mit dem Befall“, sagt Ehrhardt. Erst wenn die äußeren Blätter und Triebe angefressen sind und sich die Blätter schlussendlich verfärben, wird der Befall sichtbar.

Jedes Jahr gibt es normalerweise zwei Fluggenerationen, Ende Juli und im September. Nach dem Larvenstadium verpuppt sich die Raupe in einem feinen Gespinst. Die Puppe ist etwa zwei Zentimeter groß und anfangs hellgrün. Später dunkelt sie nach. Dann schlüpft aus den Puppen die zweite Generation der Schmetterlinge. Diese überwintert in einem Kokon und wird bereits ab Temperaturen von zehn Grad Celsius wieder aktiv. Wenn es die Witterung zulässt, sind daher auch drei Generationen in einem Jahr möglich. „Denn je wärmer es ist, desto schneller ist der Buchsbaumzünsler im Raupenstadium“, erklärt Ehrhardt. „Dieses Jahr herrschen für Insekten allgemein gute Witterungsbedingungen.“

Natürliche Feinde hat der Schädling in Europa so gut wie keine. Einige Gräfelfinger meldeten nun bereits einen Befall in ihrem Garten, berichtet Lydia Brooks, Sachgebietsleiterin für die Themen Umwelt, Energie und Abfallwirtschaft in der Gräfelfinger Gemeindeverwaltung. Dort und in vielen Münchner Umlandgemeinden trat der Buchsbaumzünsler zudem in den Friedhofshecken auf.

AWISTA meldet Buchsbaumzünsler-Verdacht

Im Landkreis zeigten sich die Raupen bereits in Tutzing und in den nördlichen Teilen des Fünfseenlandes, berichtete Schorn. Zudem informierte der Abfallwirtschaftsverband Starnberg (AWISTA) das Starnberger Landratsamt vergangene Woche über einen Verdacht von Buchsbaumzünsler-Befall. Ehrhardt rät Gartenbesitzern nun zur Vorsicht: „Wir müssen die Augen offen halten“, sagt er. Um frühzeitig zu erkennen, ob sich der Buchsbaumzünsler in einer Pflanze eingenistet hat, empfiehlt Ehrhardt, im Inneren des Buchsbaumes nach den Kokons Ausschau zu halten, in denen sich der Schädling verpuppt. Findet man diese vor, sollte sollten sie händisch entfernt werden, damit sich das Tier nicht ausbreitet.

Wenn man bei einer Pflanze bereits braungraue Blätter erkennen kann, empfiehlt Schorn, den Buchsbaum direkt komplett zu roden und die Pflanze zu verbrennen oder zerstückelt im Hausmüll zu entsorgen. „Auf keinen Fall in den Kompost legen“, betont Schorn. „Dadurch verbreitet sich der Buchsbaumzünsler noch mehr.“ Maßnahmen zur Vorbeugung gegen den Schädling gibt es bisher keine.

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