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Bürgermedaille für eine engagierte Klimaschützerin: Bürgermeisterin Eva John überreichte Karin Wurzbacher Urkunde und Medaille.

Bürgermedaille für Karin Wurzbacher

„Oma for Future“ lässt nicht nach

Die Stadt Starnberg hat Karin Wurzbacher für ihr Engagement für den Klimaschutz und gegen Atomkraft ausgezeichnet. 

Starnberg – Sie ist das ökologische Gewissen der Stadt, immer freundlich in ihrer Art, aber hart in der Sache: Karin Wurzbacher ist am Donnerstagabend bei einem Festakt mit der Bürgermedaille der Stadt Starnberg ausgezeichnet worden. Eigentlich sollte sie die Ehrung im Mai mit anderen verdienten Starnbergern in Empfang nehmen, konnte damals jedoch nicht teilnehmen. Also holte Bürgermeisterin Eva John dies nun nach.

„Oma for Future“ nannte John die Physikerin, und das trifft es genau. Karin Wurzbacher kennt sich aus in der Kernphysik und wusste 1986 genau, was der Reaktorunfall in Tschernobyl bedeutet – deswegen gründete sie den Verein Mütter gegen Atomkraft und ging Fragen wie „Kann ich die Kinder noch draußen spielen lassen?“ nach. Schon damals forderte sie, was heute kommt – den Atomausstieg.

1990 trat sie dem Bund Naturschutz bei, war für den Landesarbeitskreis Energie und Klima aktiv, dessen Sprecherin sie acht Jahre lang war, heißt es in der Würdigung auf der Urkunde. Später folgte die Berufung in den Arbeitskreis Atomenergie und Strahlenschutz, für den sie heute noch aktiv ist. Auch beruflich war das ihr Metier, sie war für das Umweltinstitut München tätig. Seit 1997 wirkt sie in der STAgenda mit, ist Leiter des Arbeitskreises Energie und Klimaschutz und hat mit ihm dem Stadtrat mehr als 60 Anträge unterbreitet. Ohne Karin Wurzbacher gäbe es kein Energiesparförderprogramm in Starnberg, keine innovative Energieversorgung für Seebad und Gymnasium, kein Energiemanagement. „Unermüdlich unterstützt Sie die Stadt und den Landkreis, energieautark zu werden und sich bis 2035 vollständig mit regional verfügbaren alternativen und erneuerbaren Energien zu versorgen“, heißt es in der Würdigung. Wurzbacher ist auch im Energiewendeverein aktiv. „Sie handeln, wenn andere zaudern“, sagte John vor zahlreiche Gästen, darunter Bürgermedaillenträger wie Anne Kirchbach, Rainer Hange, Elisabeth Carr, Fritz Peter Specht oder Hans-Jochen Iwan, die beiden Altbürgermeister Heribert Thallmair und Ferdinand Pfaffinger sowie fast dem halben Stadtrat. Karin Wurzbacher sei eine Trendsetterin, die den Stadtrat von nahezu jeder Idee überzeugen könne, betonte Eva John.

„Wir leben auf Kosten der Umwelt“

„Des gfreit mi ganz narrisch“, meinte die Ausgezeichnete. Sie freue sich, dass alle Bürgermeister anwesend seien, die die STAgenda „überlebt“ haben: Thallmair, der sie begründete, Pfaffinger, der sie förderte, und John, die ihr immer offen gegenübergestanden habe. Die Erfolge habe sie nicht ohne ihre treuen Kollegen im Arbeitskreis erreichen können, gab sie den Dank weiter, auch an ihre Familie für „30 Jahre Toleranz“. „Wir leben auf Kosten der Umwelt“, mahnte sie auch in ihrer Rede; es sei ihre Pflicht, sich zu engagieren. Sie werde nicht nachlassen, sich für eine lebenswerte Welt für die nächsten Generationen einzusetzen.

Zwei junge Starnbergerinnen machten aus dem Festakt auch in anderer Hinsicht etwas Besonderes. Die 17-jährige Schülerin und Umweltaktivistin Emily Kura aus Söcking überraschte Wurzbacher mit einem „Poetry Slam“ zum Klimaschutz, den sie eigens für den Abend geschrieben hatte und der, wie sie sagte, nicht so wütend sei wie ihr erstes Werk. Cathi van Douwe von der Starnberger Musikschule umrahmte den Abend am Klavier und mit gefühlvollem Gesang. ike

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