Briefwahlunterlagen für die Bundestagswahl 2021 mit Stimmzettel und Stimmzettelumschlag liegen auf einem Tisch
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Die Briefwahl ist dieses Jahr besonders gefragt.

Unterlagen müssen nachbestellt werden

Bundestagswahl: Briefwahlquote im Landkreis Starnberg auf Rekordkurs

Weniger als zwei Wochen sind es noch bis zur Bundestagswahl, und einige Gemeinden werden von Briefwahlanträgen regelrecht überschüttet. Einige Kommunen mussten schon Unterlagen nachbestellen.

Landkreis – Früher war die Briefwahl die Ausnahme, heute wird sie zur Regel: Zwei Wochen vor dem Bundestagswahltag am 26. September haben bereits mehr 43 000 Wahlberechtigte im Landkreis Briefwahl beantragt. Das ist beinahe jeder Zweite. Einigen Gemeinden gingen fast die Unterlagen aus, weil die Nachfrage höher war als erwartet – die meisten hatten allerdings vorgesorgt, weil nach den Erfahrungen der Kommunalwahl 2020 mit hohen Briefwählerzahlen gerechnet worden war.

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Bundestagswahl 2021 in Starnberg: Briefwahlquote auf Rekordkurs 

Mit Stand Freitag meldeten auf eine Umfrage des Starnberger Merkur die meisten Gemeinden Briefwahlquoten zwischen knapp 41 Prozent (Andechs) und 51 Prozent (Gauting). Aus zwei kleineren Gemeinden lagen keine Angaben vor. Inzwischen dürfte die große Welle der Briefwahlanträge aber durch sein: Die Masse kommt in den Tagen nach Versand der Wahlbenachrichtigungen, was sich in einigen Gemeinden etwas hingezogen hatte (wir berichteten). Das Beispiel Gilching bestätigt das: Dort gingen etwa 5000 der insgesamt etwa 6000 Briefwahlanträge in der Woche nach dem Versand der Benachrichtigungen ein, berichtet etwa Tobias Baumann von der Gemeinde.

Pöcking, Krailing, Weßling: Briefwahl ist beliebter als je zuvor

Hoch ist die Zahl auch in Pöcking: 1983 Anträge waren es bis Freitagmorgen – das sind schon 300 mehr als bei der Wahl 2017 insgesamt. „Bei den Planungen für die Wahl hatten wir ursprünglich 2000 Briefwähler eingerechnet. Diese Zahl ist jetzt zwei Wochen vor der Wahl schon fast erreicht. Vorausschauend haben wir bereits für weitere 1000 Briefwähler nachgeordert. Die Lieferung seitens des Verlags bereitete keine Probleme, da sich dieser nach den zuletzt gemachten Erfahrungen mit Lagerware eingedeckt hatte“, erklärt Günther Drexler vom Pöckinger Ordnungsamt.

Per Brief, an der Urne oder gar nicht.

In Krailling erwartet Franz Wolfrum, Geschäftsleitender Beamter, einen weiteren Anstieg auf bis zu 60 Prozent – derzeit sind es etwa 47. Knapp ist es auch in Dießen, dort hat man nachbestellt. Auch in Weßling ist die Nachfrage größer als erwartet, es musste vorsorglich nachbestellt werden. In Berg erwartete man am Wochenende – auch wegen des Ferienendes – noch einmal einen Schwung Anträge und will heute entscheiden, ob nachbestellt werden muss oder nicht. Andere haben keine Probleme: Starnbergs Rathaussprecherin Lena Choi erklärte, Unterlagen „sind ausreichend vorhanden und gehen uns so schnell nicht aus“.

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Briefwahl in Starnberg: Ausgezählt wird erst nach der Wahl

Bei der Wahl 2017 hatten im Landkreis knapp 42 Prozent der Wähler (bei einer Wahlbeteiligung von 84,4 Prozent) ihre Stimme per Brief abgegeben. Bezogen auf die Wahlberechtigten war es etwa jeder Dritte, und jeder Siebte wählte gar nicht. Bei Bundestagswahlen hat der Landkreis aber immer eine hohe Beteiligung (im Vergleich zu anderen Wahlen). Briefwahl ist etwas aufwendiger in der Auszählung, denn: Am Nachmittag des Wahltages werden die roten Umschläge geöffnet, die Erklärung wird überprüft, dann kommt der verschlossene Umschlag mit dem Stimmzettel in die Urne. Ab 18 Uhr werden die Urnen geleert, die Umschläge geöffnet und die Stimmzettel ausgezählt – öffentlich wie bei allen Auszählungen, wie der Bundeswahlleiter betont. Darauf haben sich die Gemeinden eingestellt, eine ganze Reihe hat die Briefwahlkapazitäten erhöht, zum Teil im Vergleich zu 2017 um 50 Prozent. Berg hat acht Briefwahlbezirke, eine Besonderheit, wie Michael Klaßen von der Gemeinde erklärt: „Damit liegen wir verglichen mit der Anzahl der Wahlberechtigten an der Spitze im Wahlkreis 224. Dies ist in der Gemeinde Berg aber auch nur deshalb möglich, weil aus der Bevölkerung eine sehr große Bereitschaft zur Übernahme von Wahlaufgaben besteht.“

Briefwahl kann man wegen der Postlaufzeiten in der Regel bis 21. September beantragen, bei Abholung der Unterlagen auch bis 24. September.

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