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Da spritzt die Sägespäne: Die Hadorfer Burschen präsentieren einen Teil der Maibaum-Möbel, während Oberbursch Leonhard Wagner mit der Motorsäge Hand an einen Blumentrog anlegt. Am 1. Mai werden die guten Stücke versteigert. 

Brauchtum

Möbel aus dem Maibaum

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Vielerorts haben die Burschen derzeit schlaflose Nächte. Es geht darum, Maibäume zu klauen – oder sie zu beschützen, damit sie nicht geklaut werden. In Hadorf kombinieren die Burschen die Wache am neuen Maibaum mit Arbeiten am alten.

Hadorf – Die Säge kreischt, die Feile raspelt, dazu hämmert und hobelt es – der Wagner-Hof in Hadorf ist derzeit zur Schreiner-Werkstatt geworden. Die Hadorfer Burschen treffen sich dort seit einigen Tagen, um gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Während sie nämlich einerseits den neuen Maibaum bewachen, bearbeiten sie den alten Maibaum zu Möbelstücken, die bei der Maifeier versteigert werden sollen.

33 Meter war das Trumm hoch, das die Burschen vor vier Jahren gegenüber der katholischen Kirche aufstellten. 45 Zentimeter misst die Fichte an der dicksten Stelle. Eine Menge Holz – und eine Menge Ideen, die die Burschen entwickelten.

Blumentröge, Bänke, Stühle, Barhocker

„Fünf Blumentröge, vier Bänke, vier Stühle, zwei Barhocker und ein Bartisch“, zählt Oberbursch Leonhard Wagner (23) die Einzelteile auf, die aus dem guten Stück werden. Herausgesägt, glattgehobelt, nachlackiert...

Zwischen Weihnachten und Silvester hatten Wagner, der selbst Zimmerer ist, und seine 17 Mitstreiter den Maibaum umgelegt und abtransportiert. Im März begannen die Arbeiten. Nun sind die ersten Stücke schon fertig, wie unser Foto zeigt.

Vor einer guten Woche kam der neue Maibaum aus dem Forst von Wagners Vater Heribert dazu. Dass nun nach der Lektüre des Starnberger Merkur jeder weiß, wo sich der befindet, bereitet dem 23-Jährigen keine unruhige Nacht. „Den Baum würden zwar alle möglichen Diebe finden, aber ihn klauen – das schafft keiner“, ist sich Leonhard Wagner sicher. „Maibaumdiebe werden bei uns keinen Erfolg haben“, sagt er mit dem Brustton der Überzeugung. Wäre ja auch zu schade, wenn so kurz vor dem 1. Mai noch jemand Erfolg hätte. Zumal die Hadorfer Burschen selbst heuer nicht auf Diebestour gehen. „Wir haben so schon genug zu tun“, sagt Wagner.

Einnahmen sollen Kasse aufbessern

Bis zur Maifeier müssen die Möbelarbeiten abgeschlossen sein. Dann kommen die guten Stücke unter den Hammer. Mit den Einnahmen wollen die Burschen ihre Kasse aufbessern. Schmuckstücke sind die Unikate allemal: Die Blumentröge sind etwa einen Meter lang, die Bänke etwa 1,60 Meter, die Stühle werden sogar aus einem Stück geschnitten. Wem das alles zu groß oder zu teuer ist oder wer bei der Versteigerung zu kurz kommt: An der Maifeier haben die Besucher auch die Möglichkeit, sich vom letzten Stück des Maibaums noch Scheiben runterzusägen.

Die Maifeier beginnt am 1. Mai um 9.30 Uhr am Maurerberg mit dem Aufstellen des neuen Maibaums. Die Erlinger Blasmusik ist mit von der Partie. Um allen Eventualitäten des Wetters zu trotzen, stellen die Burschen auch einen großen Partyschirm für die Gäste auf. Es gibt Gegrilltes und kalte Getränke, Rollbratensemmel und Crepes sowie Kaffee und Kuchen. Und dann, am frühen Nachmittag, kommt es zur Versteigerung.

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