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Fahrer gesucht: Für den Raum Starnberg suchen Busunternehmen händeringend nach Fahrern.

Busfahrer-Mangel

„Irgendwoher hole ich mir einen“

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Starnberg –Busunternehmen, die Linien im Landkreis abdecken, klagen über ein Ausbildungsproblem. Das hat Folgen.

„Irgendwoher hole ich mir einen“, sagt Horst Argesheimer trotzig. Der Betriebsleiter von Waibel Bus deckt mit seinem Unternehmen im Raum Starnberg drei Linien ab. Er hat ein Problem: Er findet keinen Busfahrer-Nachwuchs. Seit vergangenem Jahr wolle er ausbilden – „aber wir haben keinen bekommen“. Für zwei offene Stellen habe es exakt zwei Bewerbungen gegeben. „Ich hoffe, dass noch welche kommen. Sonst bilde ich nicht aus.“ Doch das Problem hat Argesheimer nicht exklusiv: „Man wird kein Busunternehmen mit Fahrerüberschuss finden“, erklärt Gerhard Bestele. Der Inhaber des Busunternehmens Demmelmair mit Zweitsitz in Gauting bedient in Starnberg zwei Linien. Seine zwei Auszubildenden? Waren schwer zu bekommen, betont er. Doch es gebe einen generellen Mangel an Fahrern. 

Beruf des Busfahrers: „Viel Verantwortung, niedrige Bezahlung“

Die Folge: niedrigere Anforderungen. „Ein erlernter Mechanikerberuf wäre wünschenswert – aber davon sind wir weit entfernt.“ Bestele verlangt keine schulische Qualifikation, lediglich „Gefühl für ein großes Fahrzeug“. Walburga Santoro berichtet von einer Busfahrt durch Starnberg. Mittags wollte die Merkur-Leserin wie gewöhnlich innerstädtisch zu ihren Enkeln und stieg am Kirchplatz zu. Doch der ausländische Fahrer habe sich nicht mir ihr verständigen können, klagt die Starnbergerin. Sie sei dann ohne Fahrkarte mitgefahren. 

Argesheimer erklärt, seine ausländischen Fahrer müssten einen Deutsch-Kurs nachweisen. Allerdings gebe es für neue Fahrer keine Probefahrt, sondern direkt die Einweisung. Den Fahrer hat Santoro nicht mehr gesehen. Die Unternehmen sind auf die wenigen Bewerber angewiesen. „Sie werden keine Busfahrer auf dem freien Markt kriegen“, sagt Argesheimer und betont dennoch: „Ich nehme nicht jeden.“ Ein schwieriger Spagat. Denn nach einem Traumjob hört sich der des Busfahrers nicht an. „Viel Verantwortung, niedrige Bezahlung“, fasst Bestele zusammen. Doch einfach mehr bezahlen könne er nicht. Bei öffentlichen Ausschreibungen müsse er eng kalkulieren. „Da bleibt nicht viel über.“ Sonst erhalte man eben den Auftrag nicht. 

Versuch: Busfahrer mit Bonussystem anlocken

Ein weiteres Hindernis: angehende Busfahrer müssen den Führerschein selbst zahlen. 10 000 Euro vor dem ersten Arbeitstag. „Da gehört sehr viel Idealismus dazu. Noch dazu der Stundenlohn“, weiß Argesheimer. Bentele ergänzt: „Sonntags, wenn die anderen beim Grillen sind, muss man fahren.“ Argesheimer versucht, das Problem mit Werbung zu lösen und schaltet vermehrt Stellenanzeigen. Mit einem Bonussystem möchte Bentele Fahrer locken. Die Mitarbeiter erhalten monetäre Zusatzleistungen, günstigen Urlaub oder gar Wohnungen. „Wir versuchen, da intensiv zu helfen. Das ist sehr aufwändig.“ Und doch: „Man bekommt wenige, die Interesse haben.

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