+
Im Innenhof des neuen Containerdorfs: Landrat Karl Roth (l.), Bürgermeisterin Eva John (Mitte) und Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel (r.) erklären die neue Anlage, in der maximal 96 Flüchtlinge Platz haben. 

Asyl-Unterkunft

Nummer elf geht in Betrieb

  • schließen

Die Container-Wohnanlage in Percha wird Ende April bezogen. Es ist die elfte von zwölf Unterkünften dieser Art im Landkreis. Am Mittwoch hat Landrat Karl Roth die Anlage vorgestellt.

Percha – Kreisbaumeister Dr. Christian Kühnel lässt seinen Blick über die blassgrünen Container schweifen und ist zufrieden: „In der Kürze der Zeit haben wir das Maximale herausgeholt“, sagt er im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Im Sommer 2015 startete die europaweite Ausschreibung nach Container-Wohnanlagen für Asylbewerber, bereits im November desselben Jahren wurde in Herrsching die erste eröffnet, Ende des Monats geht in Percha gleich neben dem Sportplatz Nummer elf in Betrieb, die zwölfte und letzte Anlage in Gauting steht bereits.

1400 Menschen kann der Landkreis dann in den Containerdörfern unterbringen. Aktuell leben im Fünfseenland 1754 Asylbewerber, 371 von ihnen haben bereits ihre Anerkennung. Dazu kommen 63 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Auch Landrat Karl Roth schnauft am Mittwochnachmittag einmal tief durch. „Das sind freundliche Unterkünfte, für die wir uns nicht schämen müssen“, sagt er – und denkt bereits weiter: „Die Unterbringung war gar nicht die größte Hürde, was alle geglaubt haben.“ Die größten Hürden seien die Integration der Flüchtlinge und die Suche nach Wohnraum für anerkannte Asylbewerber.

Auch in Percha wird etwa jeder vierte Bewohner bereits den Status haben, dass er dauerhaft im Land bleiben darf. 96 Menschen haben in der Anlage insgesamt Platz, zunächst werden 80 Plätze belegt – allesamt mit Menschen, die bislang schon im Landkreis untergebracht sind. Allein 20 Personen ziehen aus der Unterkunft des ehemaligen AOA-Fabrikgeländes in Gauting nach Percha. Bei mehr als der Hälfte der Bewohner soll es sich nach Angaben des Landratsamtes um Familien handeln, der Anteil der alleinstehenden Männer soll unter 40 Prozent liegen. Größte Bevölkerungsgruppe dürften die Afghanen werden.

Sobald die Anlage bezogen ist, kümmert sich die Regierung von Oberbayern darum. An zweieinhalb Tagen wird eine Asylsozialberatung vor Ort sein, Verwaltung und/oder Hausmeister sollen an allen Werktagen Ansprechpartner sein. Nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen gibt es Notrufnummern, die bei Bedarf angerufen werden können.

Den Bewohnern stehen in den Containern eigene Küchen zur Verfügung, im Innenhof der Anlage sind die Sanitärcontainer aufgebaut. Alles in allem hat die Unterkunft in Percha gut 2,3 Millionen Euro gekostet, rechnet Kreisbaumeister Kühnel vor – „inklusive Bettdecken, Geschirr, Gläsern, Radlständern und Erschließung, die in Percha aufwendig war“. Für Starnberg ist es nach der Petersbrunner Straße die zweite Anlage dieser Art. Bürgermeisterin Eva John freut sich vor allem über die Zusammenarbeit mit den Nachbarn vom SC Percha, „Sie haben das Projekt mit klarer Offenheit begleitet.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Kind von Sattelschlepper erfasst
Ein elfjähriges Kind ist am Montagnachmittag bei einem Unfall mitten in Starnberg lebensgefährlich verletzt worden. In der Stadt gibt es Behinderungen.
Kind von Sattelschlepper erfasst
Das steckt hinter dem „Ölfilm“ auf dem Starnberger See
Die Ursache des „Ölfilms“ auf dem Starnberger See ist gefunden. Sie ist ganz natürlicher Art.
Das steckt hinter dem „Ölfilm“ auf dem Starnberger See
Holz-Dieb fährt Forstwirt an
Ein Holz-Dieb wurde vom Forstwirt erwischt. Dann wurde der Täter plötzlich handgreiflich und fuhr den Forstwirt an.
Holz-Dieb fährt Forstwirt an
E-Mobilität unter Hochspannung auf dem Kirchplatz
Wie breit das Angebot an Elektroautos mittlerweile ist, zeigte sich am Sonntag beim eRuda-Stopp auf dem Starnberger Kirchplatz. 212 Teilnehme waren mit ihren Fahrzeugen …
E-Mobilität unter Hochspannung auf dem Kirchplatz

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion