Coronavirus - Kindergarten
+
Komplette Leere herrscht nun im Kindergarten Pöcking. Er wurde vom Landratsamt geschlossen (Symbolfoto).

Landratsamt reagiert auf Infizierte

Corona-Fälle: Pöckinger Kindergarten geschlossen, Besucherstopp in Perchaer Malteserstift 

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
    schließen

Neue Corona-Fälle im Landkreis Starnberg: Deshalb wurde unter anderem der Kindergarten in Pöcking geschlossen. Die Gemeinde kritisiert die Maßnahme.

Pöcking/Percha – Der Pöckinger Gemeindekindergarten wurde am Dienstagmorgen vom Landratsamt bis einschließlich Freitag, 5. Juni, geschlossen, weil ein Kind mit dem Coronavirus infiziert ist. Das bestätigte Bürgermeister Rainer Schnitzler dem Starnberger Merkur. Das Kind habe die Einrichtung neben dem Rathaus zuletzt am Freitag besucht. Schnitzler sprach von einer „schwierigen Situation“. Die Eltern von rund 20 Kindern, die im Gemeindekindergarten coronabedingt notbetreut werden, müssen ihren Nachwuchs nun anderweitig unterbringen.

Schnitzler und auch Geschäftsleiter Sven Neumann berichten, dass Mitarbeiter des Landratsamts am Dienstagmorgen „alle wieder heimgeschickt“ hätten. Die komplette Schließung kritisieren sie. „Für uns stellt sich die Frage, ob das verhältnismäßig ist“, sagt Schnitzler. Die Kinder seien in Gruppen getrennt, es gebe ein funktionierendes Hygienekonzept in der Einrichtung.

Geschäftsleiter Neumann setzte nach eigener Aussage „alle Hebel in Bewegung“. Das Starnberger Gesundheitsamt habe zwar nichts falsch gemacht und sich nur an die Vorgaben des Ministeriums gehalten. Die aber zweifelt Neumann an. Bei positiven Corona-Fällen in Schulen müssten nur einzelne Klassen geschlossen und in Quarantäne geschickt werden – „und warum dann bei Kitas die ganze Einrichtung?“, fragt Neumann. Der Geschäftsleiter sei „den ganzen Tag am Telefonieren“ gewesen. Neumann signalisierte, dass das Landratsamt auf Drängen der Gemeinde im Gesundheitsministerium wegen der Bestimmungen nachhaken werde. Für Bürgermeister Schnitzler war der Dienstag turbulent. „Bei uns war ja einiges los“, sagte er.

Comtainerwohnanlage unter Quarantäne

Das Landratsamt stellte die Containerwohnanlage für Geflüchtete in Percha unter Quarantäne, nachdem dort insgesamt neun Menschen positiv getestet worden waren. Einige der rund 80 Bewohner wurden in andere Einrichtungen verlegt, die 63 verbliebenden dürfen die Unterkunft nicht verlassen. Nach Informationen des Starnberger Merkur steht der positive Corona-Fall im Pöckinger Kindergarten mit denen in der Wohnanlage in Zusammenhang.

Auswirkungen hat ein Fall aus Percha auch auf den Betrieb des Malteserstifts St. Josef. Die Senioren-Einrichtung verhängte einen Besucherstopp, wie Heimleiterin Nicole Uhlig auf Nachfrage des Starnberger Merkur mitteilt. Ein Küchenmitarbeiter, der in der Gemeinschaftsunterkunft lebe, sei positiv getestet worden. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme: „Wir stehen nicht unter Quarantäne“, betont Uhlig. Mitarbeiter des Gesundheitsamts haben ihrer Aussage nach rund 50 Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet. Die Ergebnisse sollen bis Freitag vorliegen. Bis dahin müssen Angehörige auf jeden Fall auf einen Besuch im Pflegeheim verzichten.

Lesen Sie auch:

„Es war grausam“: Mann rast mit Auto in Menschengruppe - Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Neuer Kreisel bei Gilching fertig
Neuer Kreisel bei Gilching fertig
Schwerer Unfall an der Maisinger Schlucht: 18-Jährige fährt frontal in Lkw und wird schwer verletzt
Schwerer Unfall an der Maisinger Schlucht: 18-Jährige fährt frontal in Lkw und wird schwer verletzt

Kommentare