Grusel-Spaß an fremden Haustüren: So wie in vergangenen Jahren sollte es heuer nicht werden.
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Grusel-Spaß an fremden Haustüren: So wie in vergangenen Jahren sollte es heuer nicht werden.

Besser in der Familie feiern

Süßes oder Saures? Heuer keine gute Idee: Kinderärztin rät dringend von Halloween-Rundgängen ab

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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„Süßes, sonst gibt‘s Saures.“ Diesen Satz wird heuer im Landkreis Starnberg wahrscheinlich keiner hören - zumindest nicht an Halloween an der Haustür.

Landkreis – Hexen, Geister und allerlei andere gruselige Gestalten ziehen normalerweise an Halloween durch die Straßen im Landkreis, klingeln an Türen und fordern Süßes, sonst gibt’s Saures. Wegen der Pandemie sind jedoch viele Eltern verunsichert, ob sie ihren Kindern diese Freude heuer ermöglichen sollen. Wir haben mit Dr. Gunhild Kilian-Kornell, Kinderärztin in Starnberg und Vorsitzende des Kreisverbandes des Kinderschutzbundes, über das Thema gesprochen.

Frau Kilian-Kornell, sollte man angesichts des Infektionsgeschehens heuer Klingelputzen gehen?

Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass Kinder Spaß haben und sich verkleiden wollen und sich auch auf die Süßigkeiten freuen. Aber ich kann davon nur abraten.

Worin besteht die Gefahr, seine Kinder von Tür zu Tür ziehen zu lassen?

Die Kinder sind meistens kostümiert und haben eine Maske auf, dennoch setzen sie sich einem erhöhten Infektionsrisiko aus. Sie gehen ja nicht alleine. Wenn man von Haus zu Haus geht, hat man ein erhöhtes Infektionsrisiko, denn in der Gruppe halten sie oft keinen Abstand und die Süßigkeiten bekommen sie auch nicht mit Handschuhen. Und wer die Tür öffnet, hat nicht unbedingt einen Mund-Nasen-Schutz auf.

Halloween im Landkreis Starnberg: Ärztin rät von Rundgängen ab

Sollte Halloween in diesem Jahr also besser ganz ausfallen?

Wir Kinder- und Jugendärzte sind der Meinung, es gibt wahrlich Wichtigeres. Deswegen raten wir davon ab, an dem Abend loszuziehen. Im Moment ist es wirklich wichtig, dass man kein unnötiges Risiko eingeht.

Wie kann man Halloween angesichts der Pandemie möglichst sicher begehen?

Wenn man das wirklich unbedingt möchte, sollte man es zu Hause im kleinen Kreis machen. Zwei Haushalte, am besten draußen im Garten, und unter Einhaltung der AHA-Regeln, kann man auch Freude daran haben. Das Wetter am Wochenende soll ja trocken sein. Man muss sich dann warm einpacken, klar. Aber das müsste man auch, wenn man von Haus zu Haus zieht. Es muss schließlich keine Riesenparty sein. Wir erwarten von Erwachsenen und Jugendlichen schließlich auch, dass sie sich zurückhalten und auf Feiern wie Hochzeiten verzichten.

Dr. Gunhild Kilian-Kornell, Kinderärztin in Starnberg und Vorsitzende des Kreisverbandes des Kinderschutzbundes

Welche Alternativen gibt es, um das Fest für die Kleinen dennoch so schön wie möglich zu gestalten?

Man sollte es den Kindern auf jeden Fall erklären, warum sie nicht von Tür zu Tür ziehen können. Stattdessen kann man daheim etwas machen, sich verkleiden, basteln oder gemeinsam eine Kürbissuppe kochen und den ausgehöhlten Kürbis gestalten. Die Kinder sollten dabei mitreden dürfen. Für Eltern und Kinder ist es eine Chance, mehr zusammen als Familie zu machen.

Das Interview führte Katja Brenner.

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