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Die Polizei gab Auskunft über die Lage in Starnberg.

Vortrag im Haupt- und Finanzausschuss

Corona und die Polizei: So macht sich die Pandemie bemerkbar

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Wie haben sich die Sicherheitslage und die Kriminalität in Starnberg seit Jahresanfang entwickelt? Erster Polizeihauptkommissar Bernd Matuschek, Leiter der Starnberger Polizeiinspektion, stand am Mittwochabend Rede und Antwort.

Starnberg – Das Fazit des Leiters der Starnberger Polizeiinspektion Bernd Matuschek fiel klar aus: „Corona schlägt durch.“ Er stand dem Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats am Mittwochabend Rede und Antwort.

Straftaten: Die Zahl der Delikte ist zwischen 1. Januar und 31. Mai im Vergleich zum Vorjahr um 50 auf 470 Fälle gesunken. Alle Zahlen beziehen sich nur auf die Stadt Starnberg, ohne die von der PI aus betreuten Seegemeinden Berg, Feldafing, Pöcking und Tutzing. Die Fälle von Straßenkriminalität sind um ein Viertel auf rund 60 gesunken, die Zahl der Körperverletzungen ebenfalls um ein Viertel auf 16. Ein Minus von 13 Prozent auf rund 100 Fälle gibt es beim einfachen Diebstahl.

Unfälle: Hier sind die Rückgänge noch deutlicher. Die Gesamtzahl ist von 600 auf 389 gesunken, die Zahl der Unfälle mit Sachschaden und Bußgeld von 185 auf 121, die Zahl der Kleinunfälle von knapp 400 auf 227.

Verletzte: Nahezu gleich geblieben ist dagegen die Zahl der bei Unfällen Verletzten: 41 gegenüber 42 in den ersten fünf Monaten des Vorjahres. Der Grund liegt auf der Hand: „Wir hatten zwar weniger Verkehr insgesamt, aber deutlich mehr Radfahrer“, sagte Matuschek. Und wenn die in einen Unfall verwickelt sind, verletzen sie sich meistens auch. Der schlimmste Unfall dieser Art ereignete sich am 12. Mai, als eine 24 Jahre Rennradfahrerin aus Dießen von Hadorf kommend auf die Westumfahrung einbog und dabei mit einem Jeep kollidierte (wir berichteten). „Sie wird wahrscheinlich bleibende Schäden davontragen“, sagte Matuschek.

Sicherheitswacht: Nach den ursprünglichen Plänen hätte die Sicherheitswacht in Starnberg im ersten Halbjahr starten sollen. „Die Bewerbungen liegen wegen Corona aber komplett auf Eis“, sagte Matuschek. Acht „zielführende“ Bewerbungen seien eingegangen. Wann das Verfahren und die Schulungen wieder starten, ist offen.

Drogen: Die Zahl sei von 25 auf 18 Delikte zurückgegangen, sagte Matuschek auf eine Nachfrage von Dr. Charlotte Meyer-Bülow (CSU).

Brennpunkt: Der Bereich rund um die Mittelschule sei ein „Dauerbrenner“, erklärte der Polizeichef. Seit September vergangenen Jahres hätten die Beamten dort insgesamt 49 Personen im Alter von 14 bis 23 Jahren kontrolliert – „fast ausschließlich Starnberger“. Darunter seien sechs Verdächtige im Zusammenhang mit einer Straftat gewesen, vier weitere Personen seien vor der Polizei geflüchtet.

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