+
Taschentücher soll man sofort wegwerfen.

Angst vor Pandemie

Corona-Virus: Kliniken sehen sich gut vorbereitet

  • schließen
  • Andrea Gräpel
    schließen

Das neuartige Corona-Virus macht Schlagzeilen. Im Landkreis Starnberg sind die Kliniken gewappnet, falls es neue Fälle geben sollte. Experten empfehlen, Menschenmengen zu meiden.

Landkreis – „Influenza-Patienten gibt es das ganze Jahr über“, sagt Robert Schindlbeck. Einer möglichen Corona-Virus-Pandemie sehen der Geschäftsführer der Herrschinger Klinik und Chefarzt Dr. Peter Sautner insofern gelassen entgegen. „Isolierungen sind unser täglich Brot.“ Schnelltests werden im hauseigenen Labor durchgeführt. Mit dem Corona-Virus ist dies natürlich nicht so einfach. Im Falle einer Pandemie gebe es den Alarmplan für den Landkreis mit den Alarmstufen 1 und 2. „Das bezieht sich im Wesentlichen auf die organisatorische Vorbereitung“, erklärt Sautner. Und auf die Schwere der Krankheit. Die Schindlbeck-Klinik sei aber grundsätzlich in der Lage, auch mit dem Corona-Virus infizierte Patienten vor Ort zu versorgen, „wünschen tun wir uns das natürlich nicht“. Sautner verweist auf die Klinikhygiene, „da sind wir weit fortgeschritten – unabhängig von der akuten Welle. Wir haben eine sehr gute Hygienekraft.“ Bislang blieb der westliche Landkreis davon verschont. Sautner hofft, dass dies so bleibt.

Risikopatienten in der Klinik rät er allerdings zur Vorsicht. „Sie sollten nicht jedem die Hand schütteln und einen Mundschutz tragen.“ Für gesunde Menschen sei dies aktuell keine zwingende Empfehlung. In diesem Zusammenhang erinnert Sautner daran, dass zunächst der Hausarzt telefonisch kontaktiert werden sollte, der dann die weiteren Schritte mit dem Patienten bespricht. Sind die Kapazitäten erschöpft, greife der Pandemieplan des Landkreises, der jedem Krankenhaus vorliegt. Sautner: „Jeder kennt seine Rolle“ – wenn das Virus den Landkreis erneut erreichen sollte.

Geschäftsführer der Starnberger Kliniken meidet selbst Menschenmengen

„Ich glaube, dass wir so gut, wie es nach derzeitigem Kenntnisstand geht, darauf vorbereitet sind“, bestätigt Dr. Thomas Weiler, Geschäftsführer der Starnberger Kliniken-Holding. Die Klinik in Starnberg verfüge über ein Infektionszimmer mit Schleuse. Abgesehen davon gebe es seit SARS eine Task-Force, die auch seit dem Ausbruch von Corona im Landkreis täglich konferiert hätte. Weiler selbst meidet Menschenmengen: „Das Virus lebt schließlich davon, dass wir eng aufeinander sitzen.“ So oder so rechnet er mit einer größeren Welle. „Ich glaube, da erwartet uns etwas in einem Ausmaß, wie wir es lange nicht kannten“, sagt er mit Blick auf die Anzahl der Infizierten. Das Virus sei zur Zeit noch nicht so gefährlich wie beispielsweise das Grippe-Virus. „Er ist deutlich ansteckender und nicht so gut auszumachen.“ Doch auch bei Corona gelte: „Grundsätzlich hat das Virus nicht das Ziel, den Wirt umzubringen. Die Menschen sterben, weil sie aus anderen Gründen geschwächt sind.“

Pandemiepläne in der Asklepios-Klinik auf dem aktuellen Stand

In der Asklepios-Klinik Gauting, dem Pandemiezentrum im Landkreis mit der größten infektiologischen Abteilung in Bayern, sind die Pandemiepläne auf dem aktuellen Stand. „Wir sind vorbereitet“, versichert Beatriz Parente Matschke, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit in der Lungenfachklinik. Das Gautinger Krankenhaus ist auch mit einem für ansteckende Krankheiten notwendigen Unterdruckzimmer ausgestattet. Aktuell habe aber noch kein Patient versorgt werden müssen, sagt Beatriz Parente Matschke. Grundsätzlich gelten am Empfang der Klinik dieselben Empfehlungen wie bei einer Influenza, „es gelten die Husten- und Nies-Etikette, Händehygiene, und es muss Abstand gehalten werden.“ Eine Notaufnahme gibt es in Gauting nicht.

Bislang alles ruhig

Vorbereitet ist auch der Rettungsdienst, sollten im Landkreis Corona-Fälle auftreten. Seit Wochen werden alle Mitarbeiter, auch die Ehrenamtlichen, eingewiesen, sagt Georg Rötzer, Bereichsleiter Einsatzdienste beim BRK-Kreisverband. Man habe Anweisungen bis hin zur Art des Desinfektionsmittels für Fahrzeuge. Überlegungen gibt es auch für Engpässe bei Schutzmasken und dergleichen. Bisher jedoch ist alles ruhig – und bleibt es hoffentlich auch.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Zwei Einbrüche und rüde Drohungen
Ein 25-jähriger Koch aus Starnberg muss sich vor dem Landgericht wegen mehrerer schwerwiegender Taten verantworten. 
Zwei Einbrüche und rüde Drohungen
Betonkolosse kurz vor Eröffnung
Vier Wochen noch. Dann fahren täglich tausende von Fahrzeugen durch die Lärmschutzgalerien auf der A 96 bei Gilching und Germering. Eine Eröffnungsparty gibt es nicht – …
Betonkolosse kurz vor Eröffnung
„Wohl reichlich Alkohol konsumiert“: Mann hat bei Gartenparty irre Idee - Aktion endet schmerzhaft
Ein böses Ende hat eine Gartenparty in Stockdorf für einen Mann aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck genommen. Der wohl betrunkene Gast wurde stark blutend aufgefunden.
„Wohl reichlich Alkohol konsumiert“: Mann hat bei Gartenparty irre Idee - Aktion endet schmerzhaft
Verfolgungsjagd auf A96 und A99: Mann rast auf Polizisten zu - selbst Schüsse können ihn nicht stoppen
Eine wilde Verfolgungsjagd lieferte sich Samstagnacht ein Autofahrer mit der Polizei im Landkreis Starnberg. Sein rücksichtsloses Verhalten gefährdete mehrere Leben.
Verfolgungsjagd auf A96 und A99: Mann rast auf Polizisten zu - selbst Schüsse können ihn nicht stoppen

Kommentare