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Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

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Symbolbild Maskenpflicht, Rathaus Gilching.
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Schon heute gilt in vielen öffentlichen Gebäuden eine Maskenpflicht, wie im Gilchinger Rathaus. Die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz wird ab dem Wochenende ausgeweitet.

Die Corona-Lage im Landkreis Starnberg

Kompletter Abi-Jahrgang in Isolation

Die Corona-Zahlen im Landkreis Starnberg steigen stark, vor mehr als einer Woche überschritt der Landkreis der Grenzwert von 50 Fällen je 100 000 Einwohner in einer Woche. Das Neuste zur Lage in unserem Ticker.

  • Im Landkreis Starnberg ist die Zahl der Corona-Fälle gestiegen - am Sonntag waren es 12 Fälle. Die aktuellen Zahlen gibt es hier.
  • In vielen Bereichen gilt eine Maskenpflicht im Freien: an allen S-Bahnhöfen und fürs Kloster Andechs, nicht jedoch auf den Seepromenaden.
  • Für Schulen gilt im Landkreis nun eine Sonderregel, die Klassenteilungen wegen des Mindestabstands möglichst lange verhindern soll.

Montag, 26. Oktober, 6.40 Uhr: Das RKI meldet für den Landkreis eine Inzidenz von 65,9 bei derzeit 1012 Fällen, was etwas unter der Angabe des Landkreises vom Sonntagnachmittag (1042 insgesamt, 1023 ohne die statischen zugeordneten Fälle) liegt. Montags werden in der Regel nur wenige Fälle gemeldet, weil sonntags viele Labore keine Daten weiterreichen bzw. keine Tests ausgewertet werden. Unteressen wird die Zahl der Isolierten wohl deutlich steigen, nachdem weitere Fälle bekannt wurden.

Am Otto-von-Taube-Gymnasium hat es die komplette Q12 erwischt. Der gesamte Abiturjahrgang, insgesamt etwa 105 junge Leute, ist in Quarantäne, nachdem sich ein Schüler mit dem Virus angesteckt hat. Denselben Schritt hatte vor einigen Wochen bereits das Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching gehen müssen. Weil das Geschwisterkind des Zwölftklässlers eine achte Klasse am Otto-von-Taube-Gymnasium besucht, müssen auch diese Schüler in Isolation. Hinzu kommen fünf Kinder aus einer weiteren achten Klasse, die am gemeinsamen Sportunterricht teilgenommen haben. Am heutigen Montag bietet das Otto-von-Taube-Gymnasium nach Angaben des Landratsamtes eine Reihentestung an. Die Quarantäne ist bis 5. November befristet und umfasst damit eine komplette Schulwoche und fast die ganzen Herbstferien.

Betroffen sind derzeit auch mehrere andere Schulen, darunter Grundschulen in Gilching, Gauting und Aufkirchen, das Gilchinger Gymnasium, die Realschule Gauting sowie mehrere Kindereinrichtungen.

Sonntag, 25. Oktober, 8.45 Uhr: Das RKI gibt die Inzidenz für den Landkreis Starnberg mit 62,9 an und damit weniger, als sich auf Basis der Neumeldungen der vergangenen Tage errechnen lässt. Das RKI gibt 1000 Fälle für den Landkreis an und 86 für die vergangenen sieben Tage. Nach den Fallzahlen des Landkreises gab es 95 Fälle in dieser Zeit - die Abweichung ist also wieder eine Folge des Meldeweges zwischen Landkreis, LGL und RKI. Das RKI rechnen Nachmeldungen in den nächsten Tagen ein. Die Inzidenz macht derzeit aber keinen Unterschied für Maßnahmen, weil ab 50 Fällen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen die Regelungen der Corona-Ampel immer sechs Tage gelten, unabhängig von der Zahl der Neuinfektionen. Die Allgemeinverfügung des Landkreises, in der unter anderem die Maskenpflicht an Bahnhöfen geregelt ist, gilt mindestens bis nächsten Donnerstag.

Samstag, 17 Uhr: Die Zahlen für Samstag liegen vor, und wieder sind es 14 Fälle. Die Zahl ist zwar geringer als an den Vortagen, aber 14 an einem Samstag ist ein Rekord - das gab es sonst nur am 21. und 28. März. Die Summe der Woche bisher liegt bei 85 ohne den Sonntag, also für sechs Tage. Das ist schon jetzt der dritthöchste Wert überhaupt. Ende März/Anfang April gab es zwei Wochen mit mehr als 100 Fällen zwischen Montag und Sonntag. Die Inzidenz liegt offiziell bei den erwarteten 65,85, doch sind es mit den neuen Fällen vom Samstag inzwischen faktisch fast 70. Das wird sich erst am Sonntag in den neuen Zahlen niederschlagen.

Samstag, 24. Oktober, 11 Uhr: Der starke Anstieg der Fallzahlen wirkt sich auch auf die Sieben-Tage-Inzidenz aus. Diese wird derzeit vom Landratsamt jeden Tag am späten Nachmittag veröffentlicht, nach dem Zahlenchaos des vorigen Wochenendes allerdings als Übernahme der „offiziellen“ Zahl des LGL. Die allerdings ist zum Zeitpunkt der Bekanntgabe jeden Nachmittag schon veraltet und beinhaltet neue Fälle des jeweiligen Tages nicht (was wegen des Meldeweges gar nicht möglich ist). Wie sehr, merkt man jeweils um Mitternacht, wenn das RKI seine Zahlen veröffentlicht. Konkret für Freitag: Das Landratsamt und das LGL nannten einen Wert von 57,80 Fällen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen, das war am Freitag um 8 Uhr nach Daten des LGL und vom Landkreis am Nachmittag veröffentlicht. Basis sind 970 Fälle. Tatsächlich waren es am Freitagnachmittag aber 1016 Fälle, ohne die statistischen Irrläufer aus anderen Kreisen 997. Das RKI kommt auf Basis von 986 Fällen am Samstag auf einen Wert von 65,9 - dieser Wert wird am Nachmittag wohl auch vom Landkreis übernommen werden.

Landrat Stefan Frey hat bei Facebook die aktuelle Lage bei Maskenpflicht nochmals bewertet:

Freitag, 23. Oktober, 19 Uhr: Die Lage wird nicht besser: Am Freitag wurden mehrere Fällen in Schulen und Kindereinrichtungen bekannt. Klassen in Aufkirchen, Gauting und Gilching sind in Isolation, auch Kindereinrichtungen sind betroffen (Starnberg, Unterbrunn) sowie ein Hort in Gilching. Die Fallzahl stieg um 16.

Donnerstag, 16.30 Uhr: Der Landkreis hat die Markte von 1000 Corona-Fällen erreicht, nachdem es am Donnerstag 20 neue Fälle waren. Acht Gemeinden sind diesmal betroffen, bei der Masse wird eine Ansteckung im Landkreis vermutet - oder man weiß es schlicht nicht.

Donnerstag, 22. Oktober, 8.30 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Starnberg ist weiter gestiegen. Das RKI gab sie in den Zahlen für Donnerstag mit 56,3 an. Landkreis und LGL haben heute noch keine neuen Werte veröffentlicht, damit ist erst am Nachmittag zu rechnen.

Mittwoch, 15 Uhr: Während der Landkreis Starnberg bei der Maskenpflicht in Grundschulen bleibt, hebt sie der Landkreis Landsberg auf. „Grund dafür ist, dass die Grundschulen bisher im Landkreis Landsberg nahezu keine Relevanz im Infektionsgeschehen hatten. Die Entscheidung gilt bis auf weiteres. Wir werden das Infektionsgeschehen natürlich auch weiterhin sehr aufmerksam beobachten“, so Landrat Thomas Eichinger.

Mittwoch, 13.10 Uhr: Der Landkreis Starnberg beabsichtigt derzeit - ausdrücklich: derzeit - nicht, die Maskenpflicht in Grundschulen aufzuheben. Die Regelung sei mit Experten getroffen worden, man halte sie für angemessen. Hauptziel sei, den Regelbetrieb der Schulen ohne geteilte Klassen so lange wie möglich aufrechzuerhalten, sagte Sprecher Christian Kröck auf Anfrage. Allerdings beobachte man die Lage genau, auch, was an neuen Festlegungen der Staatsregierung vorliege. Die neuen Fallzahlen gibt es heute ab 16 Uhr.

Mittwoch, 21. Oktober, 9 Uhr: Zwar hat sich die Verwirrung um die Sieben-Tage-Inzidenz gelegt, seit auch das LGL den Landkreis über 50 Fällen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen eingestuft hat, so ganz klar ist die Inzidenz aber immer noch nicht. Der Landkreis übernimmt vorerst die Zahlen des LGL, damit die Bürger nicht verwirrt werden. Problem: Das LGL hinkt wegen des Meldeweges etwas hinterher. Landrat Stefan Frey drängt bei der Staatsregierung darauf, die gültige Regel, wonach die LGL-Zahlen entscheidend für die Corona-Ampel-Einstufung sind, zu ändern und die Zahlen der Landkreise zu verwenden, weil diese aktueller sind. Auch das RKI hatte gegenüber dem Starnberger Merkur erklärt, die lokalen Zahlen sollten ausschlaggebend sein, weil es immer die aktuellsten sind. Da die Rechtslage in Bayern (noch) anders ist, gibt es wieder unterschiedliche Werte. So hat das LGL den Landkreis am Dienstag bei 50,49 gesehen, das RKI vermerkte in der Nacht auf Mittwoch bei der Aktualisierung einen Wert von 52,0. Das liegt auch an der Uhrzeit: Das RKI aktualisiert im Mitternacht, das LGL erst gegen 14 Uhr.

Dienstag, 16.45 Uhr: Die Zahlen sind, es gibt zwölf weitere Fälle. Die Inzidenz allerdings bleibt gleich. Unterdessen häufigen sich die Veranstaltungsabsagen - die Verleihung des Wirtschaftspreises ist auf unbestimmte Zeit verschoben, eine für heute geplante Vernissage im Starnberger Kulturbahnhof ist abgesagt.

Dienstag, 14 Uhr: Alle Zweifel, ob der Landkreis Risikogebiet ist oder nicht, sind beseitigt: Das LGL hat soeben seine zahlen für Dienstag veröffentlicht, der Landkreis Starnberg ist dort mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50,49 gelistet. Damit gelten nun alle Regeln, die in den vergangenen Tagen wegen unterschiedlicher Angaben quasi in der Schwebe waren: Maximal fünf Personen oder zwei Haushalte bei privaten Treffen, Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer und dergleichen mehr. Diese Regelungen gelten nun unabhängig von den Werten für sechs Tage.

Coronavirus im Landkreis Starnberg: Zahlen steigen weiter an - kritische Grenze erreicht

Dienstag, 11.20 Uhr: Wegen der nach wie vor hohen Corona-Fallzahlen ergreift die Asklepios-Klinik Gauting rigide Maßnahmen - ab Mittwoch sind Besucher dort untersagt. „Selbstverständlich sind uns die psychischen und sozialen Folgen eines Besucherstops bewusst“, erklärt Jörgen Wißler, Geschäftsführer der Lungenfachklinik Gauting. „Nach gründlicher Überlegung und interner Abstimmung mit der ärztlichen Führungsgruppe, haben wir dennoch Beschlossen diesen Weg zu gehen. Wir sorgen uns um die Sicherheit unserer Patienten und auch unserer Mitarbeiter.“  Derzeit werden in Gauting neuen Covid-19-Patienten behandelt, einer davon auf der Intensivstation. “Ziel der Maßnahme ist es zu vermeiden, dass das Virus unbewusst und unbemerkt in die Klinik eingeschleppt wird“, erläutert Ärztlicher Direktor Dr. Wolfgang Gesierich. „Wir haben ein engmaschiges Screening für die Patienten, die regulär zu uns in Behandlung kommen. Auch im Mitarbeiterkreis wird nach RKI-Richtlinien getestet, nach Bedarf werden auch Reihentestungen unternommen. Bisher sind diese internen Maßnahmen ausreichend gewesen. Da eine Coronainfektion auch völlig ohne Symptome verlaufen kann und wir nicht jeden Besucher testen oder selbst mitgebrachte Testergebnisse zureichend überprüfen können, ist ein Besuchsverbot in der jetzigen infektiologischen Lage unumgänglich.“

Dienstag, 20. Oktober, 8.15 Uhr: Ist der Landkreis nun Risikogebiet oder nicht? Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 oder knapp darunter? Die Verwirrung bei den Zahlen geht auch am Dienstag weiter. Während der Landkreis nach den eigenen Berechnungen seit Sonntag über 50 Fälle je 100 000 Einwohner in sieben Tagen liegt (nach den Daten vom Montag), gibt das RKI den Wert am Dienstagmorgen mit 48,3 an. Vom LGL gibt es am Dienstag noch keine Zahlen, am Montag lag der Wert dort bei 49,02. Das hat juristisch Folgen, denn eigentlich gelten dann die Regeln der Infektionsschutzverordnung für Kreise jenseits der 35, was etwa Auswirkungen auf die Obergrenze bei privaten Treffen hat (zehn statt fünf), auf die Maskenpflicht in Grundschulen und dergleichen mehr. Landrat Stefan Frey hat am Montagabend deutlich gemacht, dass er wenig Verständnis für den Verzug hat, denn der dürfte der Hintergrund für die unterschiedlichen Zahlen sein. Beim RKI werden für den Landkreis am Dienstagmorgen 919 Fälle seit Jahresbeginn vermerkt, der Landkreis ist bei 950. Dass mehrere Tage vergehen, bis Fälle aus Starnberg in der Berechnung auftauchen, ist bekannt. Der Landrat versucht seit Montag, diese Fragen zu klären.

Coronavirus im Landkreis Starnberg: Grenze von 35 bereits erreicht

Der Freistaat führte am Montag den Landkreis Starnberg als Kreis mit mehr als 35, nicht mit mehr als 50. Während die Staatsregierung eine eigene Liste als ausschlaggebend einstuft, hält der RKI die lokalen Zahlen für entscheidend, weil sie die aktuellsten sind.

Montag, 19. Oktober, 18 Uhr: Der Tag brachte keine gravierend neuen Erkenntnisse und Entwicklungen, da sich die Inzidenz nicht verändert hat. Es gelten also die bekannten Regeln für 50 plus weiter - auch wenn der Sieben-Tage-Wert wieder sinkt, gelten diese Vorgaben von Landkreis und Freistaat sechs Tage weiter. Damit dürfen sich privat nur noch maximal fünf Personen treffen oder zwei Haushalte. Die Maskenpflicht und die Alkoholverbote bleiben in Kraft. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt weiter, wenn auch knapp, über 50. Damit ist der Landkreis ein Risikogebiet.

Die Maskenpflicht im Landkreis Starnberg in der Übersicht (für eine Gesamtansicht bitte oben rechts klicken).

Sonntag, 19 Uhr: Inzwischen liegt die neue Allgemeinverfügung vor, sie bewegt sich im erwarteten Rahmen. Neben der Maskenpflicht und den Alkoholverboten, nun ab 22 Uhr, ist der Sonderweg bei den Schulen festgeschrieben. Bei Erkältungssymptomen sei ein SARS-Cov-2 Test verpflichtend, wenn man wieder in die Schule will. Den vom Freistaat vorgesehenen Mindestabstand zwischen Schülern von 1,5 Metern in den Klassen setzt der Landkreis vorerst aus, damit der Schulbetrieb weitergehen kann - es gilt für alle eine strenge Maskenpflicht. Ähnliches gilt für Kindereinrichtungen - keine Obergrenze von zehn Kindern, dafür feste Gruppen. Landrat Stefan Frey: „Den Betrieb in Schulen und Kindergärten werden wir solange vertretbar möglich aufrechterhalten und nutzen unsere Spielräume hier so weit wie möglich aus. Auch bei der Festlegung der Orte mit Maskenpflicht und Alkoholkonsumverbot ab 22 Uhr handeln wir mit dem notwendigen Augenmaß.“

Sonntag, 17.30 Uhr: Der Landkreis hat den Schwellenwert von 50 Fällen in sieben Tagen und pro 100 000 Einwohner überschritten. Wie das Landratsamt am späten Nachmittag bekanntgab, gab es am Sonntag zehn neue Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt demnach bei 50,49 mit Stand 16 Uhr - und stieg danach noch weiter an auf 51,22. Noch am Sonntagabend wird der Landkreis eine neue Verfügung herausgeben mit Regeln für die nächsten Tage. Sie decken sie mit den bisherigen, sind nur strenger. Auf Basis von bayernweiten Regelungen gilt nun: Der Verkauf von Speisen und Getränken in Gaststätten ist dann von 22 bis 6 Uhr untersagt, es dürfen sich maximal fünf Personen treffen - teilweise sind dies Vorgaben des Freistaates als Teil der Corona-Ampel, die nun für den Landkreis auf Rot steht. Maskenpflicht und Alkoholverbote (nun 22 bis 6 Uhr) bleiben.

Wie schon am Vortrag absehbar, gilt für Schulen und Kindereinrichtungen eine Starnberg-Linie: Landrat Stefan Frey nutzt Spielräume und will keine sofortige Trennung von Klassen, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten, solange es geht. Deswegen verzichtet der Kreis vorerst auf einen zwingenden Abstand von 1,5 Meter in den Klassen bei einem Wert von 50 oder mehr. Lehrer und Schüler müssen dann in allen Klassen, auch der Grundschule, Masken tragen (unabhängig vom Abstand). Schüler mit Erkältungssymptomen (Husten, Schnupfen, Fieber, etc.) dürfen nur mit einem negativen Coronatest in die Schule. Ähnliches würde dann für Kitas gelten. Die anfangs vorgesehene Obergrenze für Gruppen von zehn Kindern hat der Landkreis fallenlassen - um den Betrieb zu sichern.

Sonntag, 18. Oktober, 13 Uhr: Noch gibt es keine neuen Zahlen für den Landkreis Starnberg. Allerdings hat das Robert-Koch-Institut in seiner Karte den Landkreis wieder orange markiert und gibt die Sieben-Tage-Inzidenz mit 46,8 an - fast doppelt so viel wie am Samstag. Ähnliches hatte das LGL gemeldet, weswegen Starnberg am Samstag auf der Liste der Staatsregierung mit Kreisen mit Einschränkungen ab 35 nicht aufgeführt war. Warum es derartige Unterschiede gab, ist noch nicht bekannt.

Die Meldungen vom Samstag

Samstag, 22 Uhr: Inzwischen ist die neue Allgemeinverfügung des Landkreises online verfügbar. Sie ist hier nachzulesen. Es gibt auch eine Karte der Gebiete, in denen Maskenpflicht und nächtliches Alkoholverbot gelten. Die Übersicht gibt es hier.

Samstag, 19.30 Uhr: Der Landkreis hat seine Regeln festgelegt - vorerst für eine Inzidenz von unter 50. Nachdem seit Samstag eine neue Infektionsschutzverordnung der Staatsregierung vorliegt (den Text finden Sie hier), hat der Landkreis seine Allgemeinverfügung angepasst. Sie wird ab Sonntag, 0 Uhr, gelten. Solange es wie derzeit 48,29 sind und nicht mehr als 50 Fälle je 100 000 Einwohner in sieben Tagen, gilt das:

  • Maskenpflicht: Anders als zunächst ins Auge gefasst, wird es in Innenstädten und auf Seepromenaden keine Maskenpflicht geben, sondern nach Angaben von Landrat Stefan Frey an allen S-Bahnhöfen und deren Vorplätzen sowie im Bereich des Klosters Andechs und dessen Parkplatz. An den Seen sei angesichts des Wetters sowieso kaum etwas los.
  • Alkoholverbot: Zwischen 23 und 6 Uhr ist bayernweit bei mehr als 35 Inzidenz Alkoholverkauf an Tankstellen verboten. Der Landkreis legt Bereiche fest, in denen in dieser Zeit im Freien ein Alkoholverbot herrscht. Es sind S-Bahnhöfe und Vorplätze, Kloster Andechs mit Parkplatz, der Starnberger Kirchplatz, die Starnberger Seepromenade zwischen Schranke im Süden und Ausgang des Bucentaurparks im Norden (Park enthalten) sowie an der Seepromenade Herrsching zwischen Seespitz und Sportplatz. An der Starnberger Seepromenade gilt in Teilen bereits ein nächtliches Alkoholverbot.
  • Veranstaltungen: Die bisherigen Regeln gelten weiter, die eine Obergrenze von zehn Personen bei privaten Feiern in Privathäusern oder Gaststätten vorsehen. Für Sport- und Kulturveranstaltungen bleiben die bisherigen Regelungen in Kraft, die auch eine Maskenpflicht vorsehen. Generell gilt die Vorgabe der Staatsregierung.

Eine Verfügung für den Fall, dass die Sieben-Tage-Inzidenz die 50 überschreitet, ist vorbereitet. Dann gelten für den Landkreis in Schulen besondere Regeln, die von denen des Freistaats abweichen. Landrat Stefan Frey, der mit den zuständigen Mitarbeitern am Samstag den ganzen Tag konferiert hatte, will keine sofortige Trennung von Klassen, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten, solange es geht. Deswegen verzichtet der Kreis vorerst auf einen zwingenden Abstand von 1,5 Meter in den Klassen bei einem Wert von 50 oder mehr. Lehrer und Schüler müssen dann in allen Klassen, auch der Grundschule, Masken tragen (unabhängig vom Abstand). Schüler mit Erkältungssymptomen (Husten, Schnupfen, Fieber, etc.) dürfen nur mit einem negativen Coronatest in die Schule. Ähnliches würde dann für Kitas gelten. Die anfangs vorgesehene Obergrenze für Gruppen von zehn Kindern hat der Landkreis fallenlassen - um den Betrieb zu sichern.

Diese Sonderegeln sollen möglichst lange gelten, sie seien „noch vertretbar“, sagte Landrat Frey am Samstagabend dem Starnberger Merkur. Nach einigen Fällen in Schulen und Kindereinrichtungen vor mehr als einer Woche gibt es derzeit keine Corona-Fälle in diesem Bereich. Frey betont, die Regelungen seien der aktuellen Lage angepasst - und die kann sich sehr schnell ändern.

Für Altenheime sind bei 50 oder mehr Inzidenz die bereits skizzierten Regeln vorgesehen: ein Besucher, feste Besuchszeiten, nur ein Besuch am Tag. Das allerdings ist in vielen Altenheimen bereits Praxis.

Samstag, 17.35 Uhr: Nachdem es inzwischen sehr wahrscheinlich ist, dass der Landkreis am Sonntag die Grenze von 50 überschreitet, schon mal die Regeln dafür, wenn die bayernweit einheitliche Corona-Ampel für Landkreise rot ist:
Bei privaten Feiern, auch in Gaststätten, liegt die Obergrenze dann automatisch bei fünf Personen (unter 50: zehn). Das gilt für Treffen mehrerer Haushalte. Die Sperrstunde wird auf 22 Uhr vorgezogen. Die Maskenpflicht wird ausgeweitet (sie gilt schon jetzt für öffentliche Gebäude und dergleichen; die Liste der belebten Orte mit Maskenpflicht soll noch am Wochenende vorliegen): Sie gilt dann auch für Grundschüler und alle Lehrer, unabhängig vom Abstand. Wenn in einer Schule zwei Klassen von einem Corona-Fall betroffen sind, muss in den Klassenräumen ein Abstand von 1,5 Metern sichergestellt werden – das wird in der Praxis Klassenteilung bedeuten und eine teilweise Rückkehr zum Homeschooling. Landrat Stefan Frey zufolge sieht die Freistaat-Vorgabe strengere Regeln vor, doch nutze der Landkreis seinen Spielraum, um die ganze Sache praktikabler zu machen.

Wer eine Erkältung hat, muss zum Test und darf erst bei einem negativen Ergebnis wieder in die Schule. Gleiches gilt für Kindereinrichtungen, die bei 50 oder mehr Fällen nur noch Gruppen zu maximal zehn Kindern bilden dürfen. Die Kita-Vorgaben sollen, wenn nötig, ab Mittwoch gelten; ebenso eine Regelung, wonach in Gemeinschaftsunterkünften von Asylbewerbern Maske zu tragen ist, wenn man nicht in seinem Zimmer ist.

Samstag, 16.40 Uhr: Später als sonst hat das Landratsamt die Tageszahlen für Samstag veröffentlicht - es gibt 11 neue Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Kreisbehörde bei 48,29 und damit knapp unter dem Grenzwert von 50. Allerdings reichen am Sonntag schon wenige Fälle, um die Grenze zu überschreiten. Für heute Abend wird die neue Allgemeinverfügung für die Regeln ab Sonntag erwartet, sie liegt aber noch nicht vor. Die genauen neuen Zahlen finden Sie hier.

Samstag, 14.40 Uhr: Inzwischen liegen am Samstag auch Zahlen des LGL vor, auch dort hat der Landkreis vergleichsweise eine geringe Sieben-Tage-Inzidenz mit 24,15. Neue Zahlen aus dem Starnberger Landratsamt liegen noch nicht vor. In den Kliniken ist die Lage ruhig, es gibt nur wenige Corona-Patienten.

Samstag, 11.45 Uhr: Entscheidend für alle Maßnahmen der vergangenen Tage ist die Sieben-Tage-Inzidenz, bei der die Neuinfektionen aus sieben Tagen auf 100 000 Einwohner umgerechnet werden. Dafür gibt es zwar nur eine Formel, aber mehrere Ergebnisse. Derzeit etwa gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) den Wert mit 24,1 (Landkreis-Berechnung: 44,63) an, weswegen auf der Karte der Landkreis Starnberg gelb ist, während die Umgebung wegen höherer Werte orange bis rot ist. Hintergrund ist, dass beim RKI noch nicht alle neuen Fälle aus dem Landkreis vermerkt sind. Für Samstag wird beispielsweise kein neuer Fall angezeigt - dabei gab es am Mittwoch, Donnerstag und Freitag insgesamt 41. Der Meldeweg dauert einige Tage.

Der Landkreis Starnberg hatte am Samstagvormittag beim Robert-Koch-Institut eine vergleichsweise geringe Sieben-Tage-Inzidenz (wie Garmisch-Partenkirchen) - weil neue Fälle noch nicht berücksichtigt sind.

Abweichungen bei der Sieben-Tage-Inzidenz können sich auch durch den Zeitpunkt der Berechnung ergeben. Das Landratsamt ermittelt seinen Wert zumeist um die Mittagszeit, während RKI und Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheut (LGL) Werte für Mitternacht angeben. Das LGL hat an diesem Samstag noch keine Daten veröffentlicht, das Landratsamt auch nicht.

Samstag, 17. Oktober, 11 Uhr: Das Coronavirus breitet sich im Landkreis Starnberg wie in den Nachbarkreisen rapide aus. An diesem Wochenende wird das Landratsamt eine neue Allgemeinverfügung zu Personenzahlen bei Feiern und zur Maskenplicht im Freien erlassen. Als sicher gilt, dass es eine Maskenpflicht an den Seepromenaden in Starnberg und Herrsching, auf Plätzen wie dem Starnberger Kirchplatz, an großen Bahnhöfen wie Starnberg und Gilching und anderen Orten geben wird. Diese Regelungen werden voraussichtlich ab Sonntag gelten. Derzeit liegt der Landkreis bei der Sieben-Tage-Inzidenz bei 44,63 Fällen je 100 000 Einwohner in einer Woche (Stand Freitag, 14 Uhr), hat das Landratsamt errechnet. Die Berechnungsarten können je nach Zeitpunkt variieren.

Die aktuellen Corona-Zahlen finden Sie hier.

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