Symbolbild Maskenpflicht, Rathaus Gilching.
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Schon heute gilt in vielen öffentlichen Gebäuden eine Maskenpflicht, wie im Gilchinger Rathaus. Die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz wird ab dem Wochenende ausgeweitet.

Die Corona-Lage im Landkreis Starnberg

Wieder hohe Fallzahl, 72 Infektionen nach Jugendfreizeit

Die Corona-Zahlen im Landkreis Starnberg steigen, der Kreis liegt über 100. Das Neuste zur Lage in unserem Ticker.

  • Im Landkreis Starnberg ist die Zahl der Corona-Fälle gestiegen - am Donnerstag waren es 25 neue Fälle. Die aktuellen Zahlen gibt es hier.
  • In vielen Bereichen gilt weiterhin eine Maskenpflicht im Freien: an allen S-Bahnhöfen und fürs Kloster Andechs.
  • Der Teil-Lockdown ist in Kraft und gilt vorerst bis Ende November.

Donnerstag, 20 Uhr: Die Zahlen zeigen, dass die Ansteckungszahlen noch nicht sinken - am Donnerstag waren es 25. Die Zahl der Menschen in Quarantäne (wenn sie eventuell infiziert sind) und Isolation (wenn sie infiziert sind) ist über die 1000-Marke gestiegen. Derweil gibt es Neues vom Ausbruch bei Wort des Lebens (WdL). Wie die das christliche Jugendwerk mitteilte, ist die Zahl der Corona-Infektionen nach einer Jugendfreizeit vor zwei Wochen gestiegen ist, aber seit 1. November keine neuen Meldungen eingegangen seien: „Somit haben sich nun insgesamt 72 Personen im Zusammenhang der Jugendfreizeit, welche vom 13. - 21. Oktober bei uns stattgefunden hat, mit dem Coronavirus infiziert. Darunter sind 48 Teilnehmer, 15 ehrenamtliche Mitarbeiter, 6 FSJler und eine weitere Person, welche größtenteils aus den Bundesländern Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen kommen und zwei hauptamtliche WDL-Mitarbeiter aus den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Starnberg“, heißt es auf der Internetseite von WdL.

Donnerstag, 5. November, 8.15 Uhr: Nach den neuen Zahlen des RKI, die ohne Störung normal veröffentlicht wurden, liegt die Inzidenz bei 117,1 und damit im erwarteten Bereich angesichts der zahlreichen neuen Fälle der vergangenen Tage. Mit Bad Tölz-Wolfratshausen und Eichstätt gehört der Kreis weiter zu den nicht ganz so stark betroffenen Kreisen Oberbayerns - auch wenn es sich nach den täglichen Zahlen etwas anders anfühlt. Der Landkreis hat aber einen Ausbruch in einer Klinik, nämlich in der MS-Klinik in Kempfenhausen.

Mittwoch, 17 Uhr: Die neuen Zahlen für Mittwoch sind erschreckend hoch - 40 neue Fälle. Stark betroffen ist das Würmtal mit Gauting (+11) und Krailling (+7). Das ist schon seit geraumer Zeit so. So hat Gauting in den vergangenen sieben Tagen (inklusive heute) 38 neue Fälle, in Krailling waren es in derselben Zeit 13. Das sind fast 30 Prozent aller Neuinfektionen im Landkreis. Zum Vergleich: In Starnberg waren es 26.

Mittwoch, 14 Uhr: Vom RKI gibt es keine neuen Zahlen, vom LGL schon - dort liegt die Inzidenz bei 106,83. Wie immer, fehlen bei dieser Berechnung noch einige Fälle. Unterdessen meldet der Landkreis Landsberg zwei weitere Covid-19-Todesopfer. Es habe sich um hoch betagte Menschen gehandelt - mehr gab das dortige Landratsamt nicht bekannt. Im Landkreis Landsberg gab es damit seit Beginn der Pandemie 12 Todesopfer.

Mittwoch, 4. November, 10 Uhr: Neue Zahlen vom RKI gibt es heute noch nicht, weil es offenbar Datenübermittlungsschwierigkeiten gibt. Gegen 13 Uhr sollen die behoben sein.

Landkreis Starnberg nicht so stark betroffen wie Nachbarn

Dienstag, 16.30 Uhr: Die täglichen Zahlen mögen es nicht vermuten lassen, aber die Zahlen des LGL zeigen es - mit 106,1 Inzidenz gehört der Landkreis zu den weniger stark betroffenen Kreisen in Bayern. Es gibt vor allem in Nordbayern einige Regionen, die noch unter 100 liegen, aber keinen unter 50. In Oberbayern, ist nur der Landkreis Eichstätt mit 103,85 nach diesen Zahlen weniger stark betroffen. In jedem Fall sind die Infektionszahlen zu hoch. Durch die 25 neuen Fälle vom Dienstag steigt die Inzidenz aber wiederum an - wohl auf bis zu 120.

Dienstag, 3. November, 8.15 Uhr: Die Inzidenz hat wegen des Teil-Lockdowns etwas an Bedeutung verloren, zeigt aber nach wie vor die Infektionslage im Landkreis. Nach den neuen Zahlen des RKI liegt sie derzeit bei 106,1 Fällen auf 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Im Vergleich zu den benachbarten Kreisen ist das ein geringer Wert, nur der Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat mit 104 etwas weniger.

Montag, 18 Uhr: Das Kommunalunternehmen AWISTA hat eine dringende Bitte. Die Wertstoffhöfe sind teilweise überlaufen. Deswegen bittet das Kommunalunternehmen die Bevölkerung, nur bei „unaufschiebbarem, dringendem Entsorgungsbedarf“ die Wertstoffhöfe zu besuchen. Durch entsprechende Hygienekonzepte wolle man auch im November alle Anlagen offenhalten. Sollte ein Hof stark frequentiert sein, könne jeder Landkreisbürger auch zu einem anderen Wertstoffhof fahren – oder es an einem anderen Tag versuchen. Es herrscht Masken- und Abstandspflicht (auch auf Treppen), die Mitarbeiter dürfen nicht beim Entladen helfen. Ampeln regeln die Zufahrt; bei großem Andrang kann ein Hof auch einmal kurzzeitig geschlossen werden. Weitere Infos und die Standorte sind auf www.awista-starnberg.de zu finden oder in der AWISTA-App (für iPhone und Android in den AppStores).

Montag, 17 Uhr: Die Zahlen sind da - und wieder sind sie hoch. 25 neue Fälle waren es am Montag. Nur Ende März gab es einen Montag mit noch mehr Fällen. Die Inzidenz dürfte damit bei mehr als 110 liegen. Das allerdings spielt wegen des Teil-Lockdowns eine untergeordnete Rolle.

Montag, 2. November, 8 Uhr: Der Landkreis hat die Marke von 100 Fällen in sieben Tagen und je 100 000 Einwohner überschritten. Nach den offiziellen Zahlen des RKI aus der Nacht liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nun bei 100,2. In Oberbayern liegen nur noch die Landkreise Dachau (82,6) und Eichstätt (95,6) unter 100. Eine Rolle spielt das nicht, denn die Corona-Ampel ist seit 0 Uhr wegen des Teil-Lockdowns faktisch außer Kraft gesetzt. Die Maskenpflicht an belebten Plätzen wie S-Bahnhöfen und Vorplätzen und dem Kloster Andechs gilt weiter, da der Landkreis die Allgemeinverfügung aktualisiert hat. Sport- und Kultureinrichtungen, Gaststätten und dergleichen sind nun geschlossen, der Einzelhandel bleibt ebenso offen wie Schulen und Kindereinrichtungen.

Sonntag, 17.05 Uhr: Mit 27 Fällen gab es am Sonntag so viele Neuinfektionen wie noch nie an einem Sonntag, und das mit großem Abstand. Offiziell ist die Sieben-Tage-Inzidenz noch unter 100, was aber inklusive der neuen Fälle nicht mehr stimmt - es sind wohl um die 105 oder etwas mehr. Da ab morgen der Teil-Lockdown gilt, kommt die Corona-Ampel der Stufe Dunkelrot kaum zur Wirkung. Landrat Stefan Frey wies auf Facebook auf die Lage und die Konsequenzen hin - er spricht von 28 Fällen, was der aktuelle Stand sein dürfte, da die publizierte Zahl immer zur selben Zeit am Nachmittag ermittelt wird:

Die genannten Hinweise für Schulen sind unter unter Samstag, 31. Oktober, 9.10 Uhr, in diesem Ticker beschrieben.

Sonntag, 1. November, 8.30 Uhr: Die neuen Zahlen des RKI weisen für den Landkreis Starnberg eine Inzidenz von 87,8 Fällen je 100 000 Einwohnern in sieben Tagen aus - weniger als nach den neuen Fällen der vergangenen Tage zu erwarten war und weniger als am Samstag. Das RKI hat mit Stand Sonntag 1129 Fälle verzeichnet, beim Landkreis sind es ohne die statistischen Irrläufer 1142, mit ihnen 1162. In Oberbayern liegen nur drei Kreise unter 100: Neben Starnberg Dachau (83,3) und Eichstätt (97,1). Den höchsten Wert in der Starnberger Nachbarschaft haben Landsberg (147,1) und Weilheim-Schongau (143,9).

Samstag, 16.30 Uhr: Mit 18 neuen Fällen meldete das Landratsamt den höchsten Anstieg an einem Samstag seit Beginn der Pandemie. Da inzwischen viel mehr getestet wird, besagt das nicht unbedingt etwas über die tatsächlichen Zahlen im Frühjahr. Die Sieben-Tage-Inzidenz geht weiter auf die 100 zu, rechnerisch sind es mit Stand Samstagnachmittag etwa 95,85. Die nächste offizielle Zahl gibt es in der Nacht auf Sonntag.

Samstag, 14.40 Uhr: In den Tagen vor dem Teil-Lockdown, während dem im November alle Gaststätten schließen müssen (außer Außer-Haus-Verkauf), kontrolliert die Polizei weiterhin die Einhaltung der derzeit gültigen Regelungen. Einen Wirt in der Starnberger Innenstadt wird das teuer zu stehen kommen, nachdem Beamte bei einer Kontrolle zum wiederholten Male Verstöße festgestellt hatten. Im Bericht heißt es: „Bei einer Kontrolle am Freitag gegen 20:45 Uhr stellten Beamte der Polizeiinspektion Starnberg fest, dass die Tische viel zu eng standen und nicht dem Hygienekonzept entsprechend aufgestellt waren. Einem Gast gegenüber habe der Wirt gesagt, dass ihm das egal sei, weil er ab Montag sowieso nicht mehr öffnen dürfe. Diese Uneinsichtigkeit wird dem Mann wohl nun ein empfindliches Bußgeld einbringen.“

Samstag, 12.10 Uhr: Nach den neuen Zahlen der RKI ist der Landkreis Starnberg inzwischen einer der weniger stark betroffenen Kreise Oberbayerns. Im südliche Oberbayern liegen nur drei Kreise unter 100 und damit nicht dunkelrot: Starnberg, Bad Tölz-Wolfratshausen (90,7) und Garmisch-Partenkirchen (80,3). Für den Landkreis Landsberg hat sich der Wert drastisch erhöht, von am Freitag 83,96 auf 131,3 am Samstag. Dort hatte es am Freitag mehr als 70 neue Fälle gegeben.

Corona-Regeln für Schulen: Landkreis legt Richtlinie vor

Samstag, 31. Oktober, 9.10 Uhr: Die Inzidenz ist wegen der vielen Fälle am Donnerstag und vor allem am Freitag nach den neuen Daten des RKI gestiegen auf 89,3. Höhere Werte gab es nur in der ersten Hochphase der Pandemie im Landkreis zwischen 25. März und 5. April.

Unterdessen hat der Landkreis nach einer Besprechung am Donnerstagabend eine Richtlinie für den Unterricht zusammengestellt. Demnach könne auf die Maskenpflicht, die weiter für alle Schüler und Lehrer gilt, bei Arbeit in Kleingruppen bis fünf Personen und einem Mindestabstand von 1,50 Metern verzichtet werden – aber niemals bei ganzen Klassen. Der Unterricht soll regelmäßig unterbrochen werden, damit Kinder die Masken unter Wahrung des 1,50-Meter-Abstands auch einmal abnehmen können. Diese Pausen können zum Lüften genutzt werden (generell reiche alle 45 Minuten fünf Minuten Stoßlüften). Die Kinder sollten möglichst regelmäßig an die frische Luft gehen, auch um zu essen.

Den Schülern solle erklärt werden, warum die Maske nötig ist und dass sie sich bei Unwohlsein sofort melden sollen. Auf Sportunterricht in geschlossenen Räumen „soll nach Möglichkeit verzichtet werden“; geht dies nicht, sollen keine anstrengenden Sportarten gewählt werden. Sind Mischklassen unumgänglich, sollen Klassenverbände zusammenbleiben. Und: Tragen Schüler FFP2-Masken (keine Alltagsmasken) und sitzen 1,50 Meter voneinander entfernt, sind sie keine Kontaktpersonen. Klargestellt wird auch, dass Schüler mit Erkältungssymptomen nur in die Schule dürfen, wenn sie einen negativen Corona-Test oder ein Attest vorlegen. Haben sie keine Symptome mehr, können sie wieder kommen.

Freitag, 16.40 Uhr: Die Freitagszahlen liegen vor, und sie sind nicht erfreulich: 23 neue Fälle aus elf der 14 Gemeinden. Gauting meldet allein sieben neue Infektionen, vier davon haben sich bei Verwandten angesteckt.

Freitag, 13 Uhr: Die Zahl der unter Quarantäne stehenden Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge ist auf drei gestiegen. Nach Herrsching und Weßling ist nun auch die Gautinger Einrichtung betroffen, nachdem es dort einen Corona-Fall gab. Alle Bewohner müssen zwei Wochen zu Hause bleiben. Unterdessen hat die Gemeinde Gauting wegen des Lockdowns ab Montag reagiert. „Leider sind wir gezwungen, unsere Schulturnhallen und Schulsportplätze für Vereine zu schließen. Das gilt auch für den Freizeitsport. Gerade die Sportplätze am Campus wurden am Wochenende gerne von Privatpersonen zum Training genutzt. Das ist momentan ebenfalls untersagt. Diese Regelung gilt zunächst bis Ende November – sofern keine andere Entscheidung des Freistaates bzw. des Landratsamtes getroffen wird“, teilte das Rathaus mit.

Neue Fallzahlen gibt es am Freitag erst wieder nach 16 Uhr.

Freitag, 9.30 Uhr: Eine Gruppe des Söckinger Irmgard-Stadler-Kindergartens ist in Quarantäne. Eine Mitarbeiterin sei positiv getestet worden, wie die Stadt Starnberg am Freitagmorgen mitteilte. „Der Betrieb des Irmgard-Stadler-Kindergartens kann aufrechterhalten werden, da die anderen Kinder und Mitarbeiter nicht in Quarantäne müssen. Dies hängt mit dem Hygienekonzept des Kindergartens (nach der Allgemeinverfügung des Landratsamtes) zusammen, das zum Infektionsschutz unter anderem die Einteilung in feste Gruppen beinhaltet“, heißt es in einer Mitteilung. Kinder und pädagogisches Personal der Gruppe "Sterne" müssten ab sofort bis einschließlich 10. November zu Hause bleiben. Sollte der Corona-Test bei den betroffenen Kindern und dem pädagogischen Personal negativ ausfallen, könnten sie ab dem 11. November den Kindergarten wieder besuchen.

Freitag, 30. Oktober, 8 Uhr: Die neuen Zahlen des RKI weisen für den Landkreis eine leicht gesunkene Inzidenz aus - 83,4 Fälle je 100 000 Einwohnern in sieben Tagen nach 85,6 am Vortag. Das RKI hat 1090 Fälle in der Liste, der Landkreis gesamt 1121 und ohne die statistischen Irrläufer 1101. Damit sind die Zahlen des RKI fast aktuell mit Ausnahme des Donnerstags. Einen Unterschied macht der Inzidenz-Rückgang derzeit aber nicht, die Regeln bleiben - und ab Montag läuft der neue Lockdown. Aber immerhin sind die Zahlen nicht weiter stark gestiegen.

Donnerstag, 16.30 Uhr: Die Zahlen für Donnerstag sind da, und sie sind nicht so hoch wie am Vortag. Das Landratsamt meldete 13 neue Fälle, in der Masse ist die Ansteckung noch ungeklärt. Die Inzidenz sinkt in der Folge leicht, weil es am Donnerstag weniger Fälle waren als am Donnerstag voriger Woche. Das kann sich am Freitag aber schon wieder ändern.

Donnerstag, 16 Uhr: Die Kliniken im Landkreis schotten sich notgedrungen ab. Während die Asklpios-Klinik in Gauting Besuche schon vor Tagen untersagt hat, folgen nun die Starnberger Kliniken mit den Standorten Starnberg, Seefeld, Herrsching und Penzberg sowie Geburtshilfe Wolfratshausen. Ab Samstag sind Besucher verboten. „Dieser Schritt ist den steigenden Infektionszahlen sowie den vom Bund gestern beschlossenen Maßnahmen geschuldet und dient dem Schutz unserer Patienten und natürlich auch unserer Mitarbeiter“, so Holding-Geschäftsführer Dr. Thomas Weiler. Über die Regelungen anderer Kliniken liegen noch keine Infos vor.

Donnerstag, 14.40 Uhr: Da die Staatsregierung die Regelungen der Bund-Länder-Absprache wie geplant übernimmt, fallen alle Veranstaltungen im November aus. Die Wirtschaftsfördergesellschaft gwt hat den für 18. November geplanten „Tag der Ausbildung“ heute schon abgesagt. „Wir bedauern sehr, dass die jungen Leute in diesem Jahr nicht die Chance haben, sich direkt vor Ort über potenzielle Ausbildungsbetriebe zu informieren. Es wäre eine der ohnehin wenigen Möglichkeiten gewesen - Ausbildungsmessen wurden größtenteils abgesagt. Daher haben wir bis zuletzt daran festgehalten und die Veranstaltung geplant - Routen erstellt, Flyer gedruckt und an die Schulen in der Region StarnbergAmmersee verteilt. Auch unser Hygienekonzept stand“, teilte die gwt mit. Es gab auch schon zahlreiche Anmeldungen. Nun soll es erst 2021 wieder einen „Tag der Ausbildung“ geben.

Da auch Einrichtungen wie Museen und Bäder geschlossen werden, gilt dies auch für hiesige Einrichtungen. Das Ortsmuseum Tutzing schließt bereits am Freitag.

Donnerstag, 29. Oktober, 7.45 Uhr: Das RKI meldet für den Landkreis mit Stand Donnerstag, 0 Uhr, eine Sieben-Tage-Inzidenz von 85,6 Fällen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Basis sind 1071 Fälle insgesamt, also sind die Zahlen bis auf Mittwoch recht aktuell. Rechnet man die Tageszahlen zusammen inklusive Mittwoch und ermittelt daraus die Inzidenz, sind es fast 93.

Nachdem ab Montag der „Wellenbrecher-Lockdown“ gilt, dürfte die Corona-Ampel in Bayern, die ab 100 strengere Regeln vorsieht, allerdings überholt sein, zumindest teilweise. Heute tagt das Landeskabinett - man wird sehen, ob die Staatsregierung die Regeln anpasst oder verschärft. Denn: Schon jetzt gelten im Landkreis wegen der Corona-Ampel bei privaten Treffen mit maximal fünf Personen strengere Regeln als der Bund-Länder-Plan vorsieht (10 Personen).

Der Landkreis ist derzeit etwas weniger stark betroffen als einige seiner Nachbarn. Die Inzidenzien im Vergleich: Landkreis Münchnen 116,7, Landkreis Fürstenfeldbruck 119,9, Landkreis Landsberg 85,6, Landkreis Weilheim-Schongau 86,4, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen 72,7. Es gibt in Oberbayern keinen Landkreis mehr unter 50. Alle bayerischen Landkreise als Karte, die sich immer mittags mit den neuen Daten des LGL aktualisiert, finden Sie hier.

Mittwoch, 17.30 Uhr: Die Zahlen aus dem Landratsamt kamen am Mittwoch später als sonst, und es waren sehr viel mehr Fälle als sonst - 33, davon 32 im Landkreis und einer aus einem anderen Kreis, der nur statistisch Starnberg zugeordnet ist. Es sind einige Reiserückkehrer darunter, die Masse hat sich aber im Landkreis oder der näheren Umgebung angesteckt. Die Inzidenz lässt sich auf Basis der neuen Zahlen schätzen (die genaue wird es in der Nacht oder am Donnerstagmorgen geben): Es dürften 92 bis 93 sein. Ab 100 würde die Corona-Ampel der Stufe dunkelrot gelten. Das würde unter anderem eine Sperrstunde ab 21 Uhr bedeuten. Allerdings müssen ab Montag sowieso alle Gaststätten schließen, wie Bund und Länder vereinbart haben. Mehr dazu lesen Sie hier.

Mittwoch, 11 Uhr: Angesichts der Zahlen zögern viele Bürgermeister, die normalerweise im November anstehenden Bürgerversammlungen abzuhalten. Starnbergs Bürgermeister Patrick Janik hält eine oder mehrere Versammlungen in der aktuellen Lage für ein „verheerendes Signal“. In Herrsching hat Bürgermeister Christian Schiller seine Termine bereits verschoben. Auch andere Gemeinden haben Versammlungen vorerst ausgesetzt, aber nicht abgesagt. Das Landratsamt hat bisher auf die gesetzliche Pflicht hingewiesen, einmal im Jahr eine Bürgerversammlung abzuhalten. Landrat Stefan Frey reagierte am Mittwochmorgen mit einer Klarstellung: Man werde bei diesen Zahlen keine Bürgerversammlung verpflichtend vorgeben, erklärte er gegenüber dem Starnberger Merkur.

Mittwoch, 9 Uhr: Das RKI hat seine Zahlen aktualisiert. Demnach liegt der Landkreis nun bei einer Inzidenz von 74,5 auf Basis von 1045 Fällen. Das allerdings wird noch nicht allen Nutzern der RKI-Corona-Seite angezeigt - worauf auch hingewiesen wird.

Mittwoch, 28. Oktober, 8 Uhr: Das RKI hat in der Nacht als Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis Starnberg 64,4 gemeldet, was überraschend wenig ist. Die Berechnung basiert auf 88 Fällen in sieben Tagen, soweit aus den Daten ersichtlich - laut Landratsamt waren es 113. Also sind einige Meldungen noch auf dem Weg. Und: Das RKI weist auf Probleme bei der Datenübermittlung hin, was auch für den Landkreis gelten kann, aber nicht muss. Es macht aber derzeit keinen Unterschied, da alle Regelungen der Corona-Ampel und der Allgemeinverfügung sechs Tage lang weiter gelten, wenn der Landkreis wieder unter 50 fällt. Diese Frist verlängert sich immer um sechs Tage für jeden Tag, an dem der Kreis jenseits der 50 liegt. Ob mit 64 oder 76, ist unerheblich. Erst bei 100 treten schärfere Regeln in Kraft.

Inzwischen gibt es im Landkreis wieder eine Flüchtlingsunterkunft unter Quarantäne, in Herrsching. Mehr als 120 Bewohner sind in Quarantäne. Die Regierung von Oberbayern hat die Einrichtung absperren lassen, schickt Ärzte und sorgt für die Versorgung der Bewohnen mit allen notwendigen Dingen.

Dienstag, 16.40 Uhr: Der Anstieg am Dienstag ist weniger stark ausgefallen als nach dem Montag mit 20 Fällen befürchtet - es sind 13 Neuinfektionen. Offiziell liegt die Inzidenz bei den am Morgen gemeldeten 76,8, nach Berechnungen mit den neuen Fällen bei 82 bis 83. Sie könnte allerdings in den nächsten Tagen sinken, wenn die Fallzahlen nicht wieder so hoch ausfallen wie gegen Ende der vorigen Woche mit teils 18 bis 20 pro Tag. An den Regelungen würde das nichts ändern.

Dienstag, 27. Oktober, 7.30 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis hat die Marke von 75 überschritten. Nach den Zahlen des RKI beträgt sich mit Stand Dienstag, 0 Uhr, 76,8 Fälle je 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Basis sind 1031 Fälle - der Landkreis selbst meldete am Montag 1062, also fehlen die neuen Fälle noch in der Berechnung des RKI (was normal ist). 76,8 sind rund 25 mehr als vor einer Woche und der höchste Wert im Landkreis seit 6. April.

Durch Reihentests und andere Faktoren kommt es derzeit zu langen Wartezeiten bei der Ergebnisübermittlungen, wenn man sich im Testcenter in Gilching hat testen lassen - es dauert bis zu einer Woche. Wer schnell ein Ergebnis braucht, dem rät das Landratsamt zum Hausarzt. Auf kvb.de kann man sich einen gezielt suchen.

Die Debatte um die Maskenpflicht in Schulen hält unterdessen an. Landrat Stefan Frey machte im Kreistag am Montag allerdings deutlich, dass er nicht an eine Aufhebung denkt. Die Rechtslage sei eindeutig, und wer die Maskenpflicht in Grundschulen aufhebe (wie die Landeshauptstadt und einige Landkreise) setze sich über Fachmeinungen hinweg. Frey sucht aber Lösungen, um etwa Kinder ohne Maske in die Pausen zu lassen. Der Landkreis Starnberg bleibt bei der Maskenpflicht, damit er Klassen in Schulen nicht teilen muss.

Erneut kompletter Abi-Jahrgang in Quarantäne

Montag, 26. Oktober, 6.40 Uhr: Das RKI meldet für den Landkreis eine Inzidenz von 65,9 bei derzeit 1012 Fällen, was etwas unter der Angabe des Landkreises vom Sonntagnachmittag (1042 insgesamt, 1023 ohne die statischen zugeordneten Fälle) liegt. Montags werden in der Regel nur wenige Fälle gemeldet, weil sonntags viele Labore keine Daten weiterreichen bzw. keine Tests ausgewertet werden. Unteressen wird die Zahl der Isolierten wohl deutlich steigen, nachdem weitere Fälle bekannt wurden.

Am Otto-von-Taube-Gymnasium hat es die komplette Q12 erwischt. Der gesamte Abiturjahrgang, insgesamt etwa 105 junge Leute, ist in Quarantäne, nachdem sich ein Schüler mit dem Virus angesteckt hat. Denselben Schritt hatte vor einigen Wochen bereits das Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching gehen müssen. Weil das Geschwisterkind des Zwölftklässlers eine achte Klasse am Otto-von-Taube-Gymnasium besucht, müssen auch diese Schüler in Isolation. Hinzu kommen fünf Kinder aus einer weiteren achten Klasse, die am gemeinsamen Sportunterricht teilgenommen haben. Am heutigen Montag bietet das Otto-von-Taube-Gymnasium nach Angaben des Landratsamtes eine Reihentestung an. Die Quarantäne ist bis 5. November befristet und umfasst damit eine komplette Schulwoche und fast die ganzen Herbstferien.

Betroffen sind derzeit auch mehrere andere Schulen, darunter Grundschulen in Gilching, Gauting und Aufkirchen, das Gilchinger Gymnasium, die Realschule Gauting sowie mehrere Kindereinrichtungen.

Sonntag, 25. Oktober, 8.45 Uhr: Das RKI gibt die Inzidenz für den Landkreis Starnberg mit 62,9 an und damit weniger, als sich auf Basis der Neumeldungen der vergangenen Tage errechnen lässt. Das RKI gibt 1000 Fälle für den Landkreis an und 86 für die vergangenen sieben Tage. Nach den Fallzahlen des Landkreises gab es 95 Fälle in dieser Zeit - die Abweichung ist also wieder eine Folge des Meldeweges zwischen Landkreis, LGL und RKI. Das RKI rechnen Nachmeldungen in den nächsten Tagen ein. Die Inzidenz macht derzeit aber keinen Unterschied für Maßnahmen, weil ab 50 Fällen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen die Regelungen der Corona-Ampel immer sechs Tage gelten, unabhängig von der Zahl der Neuinfektionen. Die Allgemeinverfügung des Landkreises, in der unter anderem die Maskenpflicht an Bahnhöfen geregelt ist, gilt mindestens bis nächsten Donnerstag.

Samstag, 17 Uhr: Die Zahlen für Samstag liegen vor, und wieder sind es 14 Fälle. Die Zahl ist zwar geringer als an den Vortagen, aber 14 an einem Samstag ist ein Rekord - das gab es sonst nur am 21. und 28. März. Die Summe der Woche bisher liegt bei 85 ohne den Sonntag, also für sechs Tage. Das ist schon jetzt der dritthöchste Wert überhaupt. Ende März/Anfang April gab es zwei Wochen mit mehr als 100 Fällen zwischen Montag und Sonntag. Die Inzidenz liegt offiziell bei den erwarteten 65,85, doch sind es mit den neuen Fällen vom Samstag inzwischen faktisch fast 70. Das wird sich erst am Sonntag in den neuen Zahlen niederschlagen.

Samstag, 24. Oktober, 11 Uhr: Der starke Anstieg der Fallzahlen wirkt sich auch auf die Sieben-Tage-Inzidenz aus. Diese wird derzeit vom Landratsamt jeden Tag am späten Nachmittag veröffentlicht, nach dem Zahlenchaos des vorigen Wochenendes allerdings als Übernahme der „offiziellen“ Zahl des LGL. Die allerdings ist zum Zeitpunkt der Bekanntgabe jeden Nachmittag schon veraltet und beinhaltet neue Fälle des jeweiligen Tages nicht (was wegen des Meldeweges gar nicht möglich ist). Wie sehr, merkt man jeweils um Mitternacht, wenn das RKI seine Zahlen veröffentlicht. Konkret für Freitag: Das Landratsamt und das LGL nannten einen Wert von 57,80 Fällen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen, das war am Freitag um 8 Uhr nach Daten des LGL und vom Landkreis am Nachmittag veröffentlicht. Basis sind 970 Fälle. Tatsächlich waren es am Freitagnachmittag aber 1016 Fälle, ohne die statistischen Irrläufer aus anderen Kreisen 997. Das RKI kommt auf Basis von 986 Fällen am Samstag auf einen Wert von 65,9 - dieser Wert wird am Nachmittag wohl auch vom Landkreis übernommen werden.

Landrat Stefan Frey hat bei Facebook die aktuelle Lage bei Maskenpflicht nochmals bewertet:

Freitag, 23. Oktober, 19 Uhr: Die Lage wird nicht besser: Am Freitag wurden mehrere Fällen in Schulen und Kindereinrichtungen bekannt. Klassen in Aufkirchen, Gauting und Gilching sind in Isolation, auch Kindereinrichtungen sind betroffen (Starnberg, Unterbrunn) sowie ein Hort in Gilching. Die Fallzahl stieg um 16.

Donnerstag, 16.30 Uhr: Der Landkreis hat die Markte von 1000 Corona-Fällen erreicht, nachdem es am Donnerstag 20 neue Fälle waren. Acht Gemeinden sind diesmal betroffen, bei der Masse wird eine Ansteckung im Landkreis vermutet - oder man weiß es schlicht nicht.

Donnerstag, 22. Oktober, 8.30 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Starnberg ist weiter gestiegen. Das RKI gab sie in den Zahlen für Donnerstag mit 56,3 an. Landkreis und LGL haben heute noch keine neuen Werte veröffentlicht, damit ist erst am Nachmittag zu rechnen.

Mittwoch, 15 Uhr: Während der Landkreis Starnberg bei der Maskenpflicht in Grundschulen bleibt, hebt sie der Landkreis Landsberg auf. „Grund dafür ist, dass die Grundschulen bisher im Landkreis Landsberg nahezu keine Relevanz im Infektionsgeschehen hatten. Die Entscheidung gilt bis auf weiteres. Wir werden das Infektionsgeschehen natürlich auch weiterhin sehr aufmerksam beobachten“, so Landrat Thomas Eichinger.

Mittwoch, 13.10 Uhr: Der Landkreis Starnberg beabsichtigt derzeit - ausdrücklich: derzeit - nicht, die Maskenpflicht in Grundschulen aufzuheben. Die Regelung sei mit Experten getroffen worden, man halte sie für angemessen. Hauptziel sei, den Regelbetrieb der Schulen ohne geteilte Klassen so lange wie möglich aufrechzuerhalten, sagte Sprecher Christian Kröck auf Anfrage. Allerdings beobachte man die Lage genau, auch, was an neuen Festlegungen der Staatsregierung vorliege. Die neuen Fallzahlen gibt es heute ab 16 Uhr.

Mittwoch, 21. Oktober, 9 Uhr: Zwar hat sich die Verwirrung um die Sieben-Tage-Inzidenz gelegt, seit auch das LGL den Landkreis über 50 Fällen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen eingestuft hat, so ganz klar ist die Inzidenz aber immer noch nicht. Der Landkreis übernimmt vorerst die Zahlen des LGL, damit die Bürger nicht verwirrt werden. Problem: Das LGL hinkt wegen des Meldeweges etwas hinterher. Landrat Stefan Frey drängt bei der Staatsregierung darauf, die gültige Regel, wonach die LGL-Zahlen entscheidend für die Corona-Ampel-Einstufung sind, zu ändern und die Zahlen der Landkreise zu verwenden, weil diese aktueller sind. Auch das RKI hatte gegenüber dem Starnberger Merkur erklärt, die lokalen Zahlen sollten ausschlaggebend sein, weil es immer die aktuellsten sind. Da die Rechtslage in Bayern (noch) anders ist, gibt es wieder unterschiedliche Werte. So hat das LGL den Landkreis am Dienstag bei 50,49 gesehen, das RKI vermerkte in der Nacht auf Mittwoch bei der Aktualisierung einen Wert von 52,0. Das liegt auch an der Uhrzeit: Das RKI aktualisiert im Mitternacht, das LGL erst gegen 14 Uhr.

Dienstag, 16.45 Uhr: Die Zahlen sind, es gibt zwölf weitere Fälle. Die Inzidenz allerdings bleibt gleich. Unterdessen häufigen sich die Veranstaltungsabsagen - die Verleihung des Wirtschaftspreises ist auf unbestimmte Zeit verschoben, eine für heute geplante Vernissage im Starnberger Kulturbahnhof ist abgesagt.

Dienstag, 14 Uhr: Alle Zweifel, ob der Landkreis Risikogebiet ist oder nicht, sind beseitigt: Das LGL hat soeben seine zahlen für Dienstag veröffentlicht, der Landkreis Starnberg ist dort mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 50,49 gelistet. Damit gelten nun alle Regeln, die in den vergangenen Tagen wegen unterschiedlicher Angaben quasi in der Schwebe waren: Maximal fünf Personen oder zwei Haushalte bei privaten Treffen, Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer und dergleichen mehr. Diese Regelungen gelten nun unabhängig von den Werten für sechs Tage.

Coronavirus im Landkreis Starnberg: Zahlen steigen weiter an - kritische Grenze erreicht

Dienstag, 11.20 Uhr: Wegen der nach wie vor hohen Corona-Fallzahlen ergreift die Asklepios-Klinik Gauting rigide Maßnahmen - ab Mittwoch sind Besucher dort untersagt. „Selbstverständlich sind uns die psychischen und sozialen Folgen eines Besucherstops bewusst“, erklärt Jörgen Wißler, Geschäftsführer der Lungenfachklinik Gauting. „Nach gründlicher Überlegung und interner Abstimmung mit der ärztlichen Führungsgruppe, haben wir dennoch Beschlossen diesen Weg zu gehen. Wir sorgen uns um die Sicherheit unserer Patienten und auch unserer Mitarbeiter.“  Derzeit werden in Gauting neuen Covid-19-Patienten behandelt, einer davon auf der Intensivstation. “Ziel der Maßnahme ist es zu vermeiden, dass das Virus unbewusst und unbemerkt in die Klinik eingeschleppt wird“, erläutert Ärztlicher Direktor Dr. Wolfgang Gesierich. „Wir haben ein engmaschiges Screening für die Patienten, die regulär zu uns in Behandlung kommen. Auch im Mitarbeiterkreis wird nach RKI-Richtlinien getestet, nach Bedarf werden auch Reihentestungen unternommen. Bisher sind diese internen Maßnahmen ausreichend gewesen. Da eine Coronainfektion auch völlig ohne Symptome verlaufen kann und wir nicht jeden Besucher testen oder selbst mitgebrachte Testergebnisse zureichend überprüfen können, ist ein Besuchsverbot in der jetzigen infektiologischen Lage unumgänglich.“

Dienstag, 20. Oktober, 8.15 Uhr: Ist der Landkreis nun Risikogebiet oder nicht? Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 oder knapp darunter? Die Verwirrung bei den Zahlen geht auch am Dienstag weiter. Während der Landkreis nach den eigenen Berechnungen seit Sonntag über 50 Fälle je 100 000 Einwohner in sieben Tagen liegt (nach den Daten vom Montag), gibt das RKI den Wert am Dienstagmorgen mit 48,3 an. Vom LGL gibt es am Dienstag noch keine Zahlen, am Montag lag der Wert dort bei 49,02. Das hat juristisch Folgen, denn eigentlich gelten dann die Regeln der Infektionsschutzverordnung für Kreise jenseits der 35, was etwa Auswirkungen auf die Obergrenze bei privaten Treffen hat (zehn statt fünf), auf die Maskenpflicht in Grundschulen und dergleichen mehr. Landrat Stefan Frey hat am Montagabend deutlich gemacht, dass er wenig Verständnis für den Verzug hat, denn der dürfte der Hintergrund für die unterschiedlichen Zahlen sein. Beim RKI werden für den Landkreis am Dienstagmorgen 919 Fälle seit Jahresbeginn vermerkt, der Landkreis ist bei 950. Dass mehrere Tage vergehen, bis Fälle aus Starnberg in der Berechnung auftauchen, ist bekannt. Der Landrat versucht seit Montag, diese Fragen zu klären.

Coronavirus im Landkreis Starnberg: Grenze von 35 bereits erreicht

Der Freistaat führte am Montag den Landkreis Starnberg als Kreis mit mehr als 35, nicht mit mehr als 50. Während die Staatsregierung eine eigene Liste als ausschlaggebend einstuft, hält der RKI die lokalen Zahlen für entscheidend, weil sie die aktuellsten sind.

Montag, 19. Oktober, 18 Uhr: Der Tag brachte keine gravierend neuen Erkenntnisse und Entwicklungen, da sich die Inzidenz nicht verändert hat. Es gelten also die bekannten Regeln für 50 plus weiter - auch wenn der Sieben-Tage-Wert wieder sinkt, gelten diese Vorgaben von Landkreis und Freistaat sechs Tage weiter. Damit dürfen sich privat nur noch maximal fünf Personen treffen oder zwei Haushalte. Die Maskenpflicht und die Alkoholverbote bleiben in Kraft. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt weiter, wenn auch knapp, über 50. Damit ist der Landkreis ein Risikogebiet.

Die Maskenpflicht im Landkreis Starnberg in der Übersicht (für eine Gesamtansicht bitte oben rechts klicken).

Sonntag, 19 Uhr: Inzwischen liegt die neue Allgemeinverfügung vor, sie bewegt sich im erwarteten Rahmen. Neben der Maskenpflicht und den Alkoholverboten, nun ab 22 Uhr, ist der Sonderweg bei den Schulen festgeschrieben. Bei Erkältungssymptomen sei ein SARS-Cov-2 Test verpflichtend, wenn man wieder in die Schule will. Den vom Freistaat vorgesehenen Mindestabstand zwischen Schülern von 1,5 Metern in den Klassen setzt der Landkreis vorerst aus, damit der Schulbetrieb weitergehen kann - es gilt für alle eine strenge Maskenpflicht. Ähnliches gilt für Kindereinrichtungen - keine Obergrenze von zehn Kindern, dafür feste Gruppen. Landrat Stefan Frey: „Den Betrieb in Schulen und Kindergärten werden wir solange vertretbar möglich aufrechterhalten und nutzen unsere Spielräume hier so weit wie möglich aus. Auch bei der Festlegung der Orte mit Maskenpflicht und Alkoholkonsumverbot ab 22 Uhr handeln wir mit dem notwendigen Augenmaß.“

Sonntag, 17.30 Uhr: Der Landkreis hat den Schwellenwert von 50 Fällen in sieben Tagen und pro 100 000 Einwohner überschritten. Wie das Landratsamt am späten Nachmittag bekanntgab, gab es am Sonntag zehn neue Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt demnach bei 50,49 mit Stand 16 Uhr - und stieg danach noch weiter an auf 51,22. Noch am Sonntagabend wird der Landkreis eine neue Verfügung herausgeben mit Regeln für die nächsten Tage. Sie decken sie mit den bisherigen, sind nur strenger. Auf Basis von bayernweiten Regelungen gilt nun: Der Verkauf von Speisen und Getränken in Gaststätten ist dann von 22 bis 6 Uhr untersagt, es dürfen sich maximal fünf Personen treffen - teilweise sind dies Vorgaben des Freistaates als Teil der Corona-Ampel, die nun für den Landkreis auf Rot steht. Maskenpflicht und Alkoholverbote (nun 22 bis 6 Uhr) bleiben.

Wie schon am Vortrag absehbar, gilt für Schulen und Kindereinrichtungen eine Starnberg-Linie: Landrat Stefan Frey nutzt Spielräume und will keine sofortige Trennung von Klassen, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten, solange es geht. Deswegen verzichtet der Kreis vorerst auf einen zwingenden Abstand von 1,5 Meter in den Klassen bei einem Wert von 50 oder mehr. Lehrer und Schüler müssen dann in allen Klassen, auch der Grundschule, Masken tragen (unabhängig vom Abstand). Schüler mit Erkältungssymptomen (Husten, Schnupfen, Fieber, etc.) dürfen nur mit einem negativen Coronatest in die Schule. Ähnliches würde dann für Kitas gelten. Die anfangs vorgesehene Obergrenze für Gruppen von zehn Kindern hat der Landkreis fallenlassen - um den Betrieb zu sichern.

Sonntag, 18. Oktober, 13 Uhr: Noch gibt es keine neuen Zahlen für den Landkreis Starnberg. Allerdings hat das Robert-Koch-Institut in seiner Karte den Landkreis wieder orange markiert und gibt die Sieben-Tage-Inzidenz mit 46,8 an - fast doppelt so viel wie am Samstag. Ähnliches hatte das LGL gemeldet, weswegen Starnberg am Samstag auf der Liste der Staatsregierung mit Kreisen mit Einschränkungen ab 35 nicht aufgeführt war. Warum es derartige Unterschiede gab, ist noch nicht bekannt.

Die Meldungen vom Samstag

Samstag, 22 Uhr: Inzwischen ist die neue Allgemeinverfügung des Landkreises online verfügbar. Sie ist hier nachzulesen. Es gibt auch eine Karte der Gebiete, in denen Maskenpflicht und nächtliches Alkoholverbot gelten. Die Übersicht gibt es hier.

Samstag, 19.30 Uhr: Der Landkreis hat seine Regeln festgelegt - vorerst für eine Inzidenz von unter 50. Nachdem seit Samstag eine neue Infektionsschutzverordnung der Staatsregierung vorliegt (den Text finden Sie hier), hat der Landkreis seine Allgemeinverfügung angepasst. Sie wird ab Sonntag, 0 Uhr, gelten. Solange es wie derzeit 48,29 sind und nicht mehr als 50 Fälle je 100 000 Einwohner in sieben Tagen, gilt das:

  • Maskenpflicht: Anders als zunächst ins Auge gefasst, wird es in Innenstädten und auf Seepromenaden keine Maskenpflicht geben, sondern nach Angaben von Landrat Stefan Frey an allen S-Bahnhöfen und deren Vorplätzen sowie im Bereich des Klosters Andechs und dessen Parkplatz. An den Seen sei angesichts des Wetters sowieso kaum etwas los.
  • Alkoholverbot: Zwischen 23 und 6 Uhr ist bayernweit bei mehr als 35 Inzidenz Alkoholverkauf an Tankstellen verboten. Der Landkreis legt Bereiche fest, in denen in dieser Zeit im Freien ein Alkoholverbot herrscht. Es sind S-Bahnhöfe und Vorplätze, Kloster Andechs mit Parkplatz, der Starnberger Kirchplatz, die Starnberger Seepromenade zwischen Schranke im Süden und Ausgang des Bucentaurparks im Norden (Park enthalten) sowie an der Seepromenade Herrsching zwischen Seespitz und Sportplatz. An der Starnberger Seepromenade gilt in Teilen bereits ein nächtliches Alkoholverbot.
  • Veranstaltungen: Die bisherigen Regeln gelten weiter, die eine Obergrenze von zehn Personen bei privaten Feiern in Privathäusern oder Gaststätten vorsehen. Für Sport- und Kulturveranstaltungen bleiben die bisherigen Regelungen in Kraft, die auch eine Maskenpflicht vorsehen. Generell gilt die Vorgabe der Staatsregierung.

Eine Verfügung für den Fall, dass die Sieben-Tage-Inzidenz die 50 überschreitet, ist vorbereitet. Dann gelten für den Landkreis in Schulen besondere Regeln, die von denen des Freistaats abweichen. Landrat Stefan Frey, der mit den zuständigen Mitarbeitern am Samstag den ganzen Tag konferiert hatte, will keine sofortige Trennung von Klassen, um den Schulbetrieb aufrechtzuerhalten, solange es geht. Deswegen verzichtet der Kreis vorerst auf einen zwingenden Abstand von 1,5 Meter in den Klassen bei einem Wert von 50 oder mehr. Lehrer und Schüler müssen dann in allen Klassen, auch der Grundschule, Masken tragen (unabhängig vom Abstand). Schüler mit Erkältungssymptomen (Husten, Schnupfen, Fieber, etc.) dürfen nur mit einem negativen Coronatest in die Schule. Ähnliches würde dann für Kitas gelten. Die anfangs vorgesehene Obergrenze für Gruppen von zehn Kindern hat der Landkreis fallenlassen - um den Betrieb zu sichern.

Diese Sonderegeln sollen möglichst lange gelten, sie seien „noch vertretbar“, sagte Landrat Frey am Samstagabend dem Starnberger Merkur. Nach einigen Fällen in Schulen und Kindereinrichtungen vor mehr als einer Woche gibt es derzeit keine Corona-Fälle in diesem Bereich. Frey betont, die Regelungen seien der aktuellen Lage angepasst - und die kann sich sehr schnell ändern.

Für Altenheime sind bei 50 oder mehr Inzidenz die bereits skizzierten Regeln vorgesehen: ein Besucher, feste Besuchszeiten, nur ein Besuch am Tag. Das allerdings ist in vielen Altenheimen bereits Praxis.

Samstag, 17.35 Uhr: Nachdem es inzwischen sehr wahrscheinlich ist, dass der Landkreis am Sonntag die Grenze von 50 überschreitet, schon mal die Regeln dafür, wenn die bayernweit einheitliche Corona-Ampel für Landkreise rot ist:
Bei privaten Feiern, auch in Gaststätten, liegt die Obergrenze dann automatisch bei fünf Personen (unter 50: zehn). Das gilt für Treffen mehrerer Haushalte. Die Sperrstunde wird auf 22 Uhr vorgezogen. Die Maskenpflicht wird ausgeweitet (sie gilt schon jetzt für öffentliche Gebäude und dergleichen; die Liste der belebten Orte mit Maskenpflicht soll noch am Wochenende vorliegen): Sie gilt dann auch für Grundschüler und alle Lehrer, unabhängig vom Abstand. Wenn in einer Schule zwei Klassen von einem Corona-Fall betroffen sind, muss in den Klassenräumen ein Abstand von 1,5 Metern sichergestellt werden – das wird in der Praxis Klassenteilung bedeuten und eine teilweise Rückkehr zum Homeschooling. Landrat Stefan Frey zufolge sieht die Freistaat-Vorgabe strengere Regeln vor, doch nutze der Landkreis seinen Spielraum, um die ganze Sache praktikabler zu machen.

Wer eine Erkältung hat, muss zum Test und darf erst bei einem negativen Ergebnis wieder in die Schule. Gleiches gilt für Kindereinrichtungen, die bei 50 oder mehr Fällen nur noch Gruppen zu maximal zehn Kindern bilden dürfen. Die Kita-Vorgaben sollen, wenn nötig, ab Mittwoch gelten; ebenso eine Regelung, wonach in Gemeinschaftsunterkünften von Asylbewerbern Maske zu tragen ist, wenn man nicht in seinem Zimmer ist.

Samstag, 16.40 Uhr: Später als sonst hat das Landratsamt die Tageszahlen für Samstag veröffentlicht - es gibt 11 neue Fälle. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt laut Kreisbehörde bei 48,29 und damit knapp unter dem Grenzwert von 50. Allerdings reichen am Sonntag schon wenige Fälle, um die Grenze zu überschreiten. Für heute Abend wird die neue Allgemeinverfügung für die Regeln ab Sonntag erwartet, sie liegt aber noch nicht vor. Die genauen neuen Zahlen finden Sie hier.

Samstag, 14.40 Uhr: Inzwischen liegen am Samstag auch Zahlen des LGL vor, auch dort hat der Landkreis vergleichsweise eine geringe Sieben-Tage-Inzidenz mit 24,15. Neue Zahlen aus dem Starnberger Landratsamt liegen noch nicht vor. In den Kliniken ist die Lage ruhig, es gibt nur wenige Corona-Patienten.

Samstag, 11.45 Uhr: Entscheidend für alle Maßnahmen der vergangenen Tage ist die Sieben-Tage-Inzidenz, bei der die Neuinfektionen aus sieben Tagen auf 100 000 Einwohner umgerechnet werden. Dafür gibt es zwar nur eine Formel, aber mehrere Ergebnisse. Derzeit etwa gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) den Wert mit 24,1 (Landkreis-Berechnung: 44,63) an, weswegen auf der Karte der Landkreis Starnberg gelb ist, während die Umgebung wegen höherer Werte orange bis rot ist. Hintergrund ist, dass beim RKI noch nicht alle neuen Fälle aus dem Landkreis vermerkt sind. Für Samstag wird beispielsweise kein neuer Fall angezeigt - dabei gab es am Mittwoch, Donnerstag und Freitag insgesamt 41. Der Meldeweg dauert einige Tage.

Der Landkreis Starnberg hatte am Samstagvormittag beim Robert-Koch-Institut eine vergleichsweise geringe Sieben-Tage-Inzidenz (wie Garmisch-Partenkirchen) - weil neue Fälle noch nicht berücksichtigt sind.

Abweichungen bei der Sieben-Tage-Inzidenz können sich auch durch den Zeitpunkt der Berechnung ergeben. Das Landratsamt ermittelt seinen Wert zumeist um die Mittagszeit, während RKI und Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheut (LGL) Werte für Mitternacht angeben. Das LGL hat an diesem Samstag noch keine Daten veröffentlicht, das Landratsamt auch nicht.

Samstag, 17. Oktober, 11 Uhr: Das Coronavirus breitet sich im Landkreis Starnberg wie in den Nachbarkreisen rapide aus. An diesem Wochenende wird das Landratsamt eine neue Allgemeinverfügung zu Personenzahlen bei Feiern und zur Maskenplicht im Freien erlassen. Als sicher gilt, dass es eine Maskenpflicht an den Seepromenaden in Starnberg und Herrsching, auf Plätzen wie dem Starnberger Kirchplatz, an großen Bahnhöfen wie Starnberg und Gilching und anderen Orten geben wird. Diese Regelungen werden voraussichtlich ab Sonntag gelten. Derzeit liegt der Landkreis bei der Sieben-Tage-Inzidenz bei 44,63 Fällen je 100 000 Einwohner in einer Woche (Stand Freitag, 14 Uhr), hat das Landratsamt errechnet. Die Berechnungsarten können je nach Zeitpunkt variieren.

Die aktuellen Corona-Zahlen finden Sie hier.

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