Corona-Tests in Flüchtlingsheim
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Noch liegen dem Starnberger Landratsamt nicht alle Ergebnisse der Reihentestungen (im Bild an der Unterkunft Pöcking) vor.

Corona-Ausbruch im Landkreis Starnberg

Corona-Ergebnisse: Auch Kinder und Schule betroffen - Entscheidung über Lockdown gefallen

Seit Samstag liegen fast alle Ergebnisse der Corona-Testungen in Flüchtlingsunterkünften im Landkreis Starnberg vor. Die Zahl der Fälle hat sich weiter erhöht, und auch eine Schule ist betroffen. 


Update Samstag, 4. Juli, 19 Uhr: Fast alle Testergebnisse aus den Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Starnberg infolge des Corona-Ausbruchs in Hechendorf und Gilching liegen vor, teilte das Landratsamt Starnberg am Samstagabend mit. „In den Gemeinschaftsunterkünften Herrsching-Breitbrunn und Seefeld ist das Ergebnis erfreulich, alle Testergebnisse sind negativ ausgefallen. In der Unterkunft Weßling gibt es zwei neue positive Fälle, in der Gemeinschaftsunterkunft Herrsching sind sechs Personen positiv getestet, darunter drei Kinder“, heißt es in einer Mitteilung. 

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Corona-Ergebnisse im Landkreis Starnberg: Entscheidung über Lockdown gefallen

Damit ist die Zahl der Fälle seit vorigem Samstag, als Landrat Stefan Frey das Catering-Unternehmen in Gilching für zwei Wochen schloss, um 44 auf nun 604 im Landkreis seit Beginn der Pandemie gestiegen. Ein neuer Lockdown ist nicht nötig, der Sieben-Tage-Wert liegt bei 21,31. 

Die beiden positiv getesteten Personen aus der Gemeinschaftsunterkunft Weßling bewohnten den gleichen Wohncontainer wie die zwei schon bekannten Fälle. Beide wurden zur Isolierung in eine dafür vorgesehene Einrichtung nach Wackersberg verlegt. Anders in Herrsching: „In der Gemeinschaftsunterkunft Herrsching gibt jetzt sechs weitere positive Fälle. Mit dem bereits bekannten Fall, sind es damit sieben positive Fälle in der Herrschinger Einrichtung. Bei den betroffenen Personen handelt es sich um die zwei Kinder des erstbetroffenen Falles. Dazu kommt ein weiterer Vater mit seinem Kind. Dazu noch zwei Einzelpersonen, die sich ein Schlafzimmer in einem Container teilen. Alle betroffenen Familien wurden zur Isolierung in eine Einrichtung nach München gebracht. Zwei der positiv getesteten Kinder gehen in die Christian-Morgenstern-Grund- und Mittelschule in Herrsching. Ein Kind besucht den Kindergarten St. Nikolaus in Herrsching.“

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Coronavirus: Massentest in Herrschinger Schule

Da das Kindergartenkind seit Wiedereröffnung der Einrichtung nicht dort war, seien keine Maßnahmen nötig. Die zwei Schulkinder seien Anfang der Woche noch in der Schule. Betroffen seien die Klassen 2 c und 5 b. Nachdem die Klassen derzeit in kleinen Gruppen zum Unterricht kämen, teilte die Behörde mit, seien nur die Gruppen unmittelbar betroffen, in der sich die positiv getesteten Kinder befinden. In jeder Klasse handelt es sich um elf Schüler und je eine Lehrkraft. Für die insgesamt 22 Schüler und ihre zwei Lehrkräfte gilt ab sofort Quarantäne. Am Montag werden Schüler und Lehrkräfte in Herrsching auf das Virus getestet.

Landrat Stefan Frey wird in der Mitteilung so zitiert: „Neue Schul- und Kindergartenschließungen, nach der langen Zeit des Homeschooling, sind für die Eltern ein Alptraum. Wir mussten deshalb umgehend die unmittelbaren Kontakte der Kinder aufschlüsseln, um die Einschränkungen auf das Nötige zu beschränken. Mit Quarantänemaßnahmen für die unmittelbaren Kontaktpersonen wird eine Ausbreitung des Virus verhindert.“ 

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Corona-Ausbruch im Landkreis Starnberg

Ursprüngliche Meldung vom 3. Juli 2020:

Landkreis – Aus drei der derzeit fünf unter Quarantäne stehenden Flüchtlingsunterkünften hat das Landratsamt bis zum späten Freitagnachmittag keine Ergebnisse der Reihentests erhalten. Nach dem Corona-Ausbruch beim Catering-Unternehmen in Gilching ist die Zahl der Neuinfektionen seit vorigem Samstag auf 36 gestiegen, darunter 24 Asylbewerber. Am späten Freitagabend kamen weitere Daten.

So kamen am Freitag tagsüber die Testergebnisse für die Pöckinger Unterkunft. Von den dort gemeldeten 88 Personen waren einige bei der Testung nicht da, vier Ergebnisse standen noch aus. Unter den Getesteten war nur einer positiv – ein direkter Container-Mitbewohner jenes Flüchtlings, der sich in Gilching angesteckt hatte. „Alle anderen Ergebnisse sind negativ“, teilte das Landratsamt gestern Abend mit. 

Die Ergebnisse der Reihentestungen in den Gemeinschaftsunterkünften Weßling, Herrsching und Seefeld lagen am frühen Freitagabend laut Landratsamt noch nicht vor – in diesen drei Unterkünften leben fast 350 Menschen, die meisten wurden am Mittwoch getestet. Ergebnisse gibt es auch aus Hechendorf – 18 Fälle. Diese Anlage ist aber anders gebaut als die übrigen, nämlich enger. Ob sich Konsequenzen für Schulen und Kitas ergeben, kann die Kreisbehörde derzeit nicht sagen.

Am Freitagabend kamen dann doch noch weitere Ergebnisse, nämlich aus Weßling und Breitbrunn. Letzteres ist eine kleine Einrichtung, kein Containerdorf. In Breitbrunn wurde kein Fall festgestellt. In Weßling kamen zu den bekannten zwei Fällen zwei weitere dazu - die beiden Bewohner hatten sich mit den ersten beiden positiv Getesteten einen Container geteilt. Zwei Ergebnisse stehen noch aus.

Coronavirus bei Caterer aus Gilching: Lieferfahrer positiv getestet

Unterdessen versucht die Behörde, mehr über die Infektionsketten bei Apetito zu erfahren. „Es wird umfassend ermittelt, welche Firmen im fraglichen Zeitraum Kontakt mit dem Cateringunternehmen Apetito hatten. In jedem Fall wird geklärt, ob deren Mitarbeiter einen unmittelbaren Kontakt zu Mitarbeitern im Cateringbetrieb hatten“, hieß es in einer Presseerklärung. Ein erstes Ergebnis: Zwei nicht im Landkreis wohnende Fahrer eines Transportunternehmens sind positiv, die Essen von Gilching zum Klinikum Großhadern gefahren haben. Untersucht wird, auch von Münchner Behörden, ob das Virus so ins Klinikum gelangt sein könnte. Aber: „Aufgrund einer auf dem Hygienekonzept von Großhadern basierenden, kontaktlos angelegten Übergabeprozedur ist das äußerst unwahrscheinlich“, so das Landratsamt.

In dem Gilchinger Betrieb, unter dessen Mitarbeitern es 46 Fälle gibt, steht die Lüftungsanlage im Fokus der Ermittlungen und „die Abklärung, ob über diese eine Verteilung von Aerosolen möglich ist“. Aerosole sind kleine Teilchen in der Luft, die sich Stunden halten und die den Virus transportieren können. Einen ähnlichen Verdacht gibt es auch im Tönnies-Fall. Landrat Stefan Frey: „Wir werden die Frage, wie das Virus bei Apetito eingebracht wurde, vermutlich nicht klären können. Wir klären derzeit aber auf, auf welche Weise sich das Virus innerhalb der Firma ausbreiten konnte. Außerdem wollen wir eine erneute Verbreitung nach Wiedereröffnung des Betriebsstandortes möglichst von vornherein ausschließen. Dazu prüfen wir, ob und inwieweit Nachbesserungen an den Regelungen und betrieblichen Anlagen notwendig sind.“

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