Sonne gibt’s nur noch an Land: Das Landratsamt hat an den Seen alle öffentlichen Stege, wie in Herrsching, sperren lassen. Hintergrund sind überfüllte Stege am vorigen Wochenende, auf denen kaum Abstand gehalten wurde.
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Sonne gibt’s nur noch an Land: Das Landratsamt hat an den Seen alle öffentlichen Stege, wie in Herrsching, sperren lassen. Hintergrund sind überfüllte Stege am vorigen Wochenende, auf denen kaum Abstand gehalten wurde.

Corona-Prävention

Ausflügler schuld? Strenge neue Corona-Regel gilt am Starnberger See - auch andere Gewässer betroffen

Das Landratsamt Starnberg hat auf Bitten der Polizei alle öffentlichen Stege an den Seen sperren lassen. Anlass war das vorige Wochenende – die Stege waren zu voll.

Landkreis – Für das Wochenende werden wieder Tausende Ausflügler im Landkreis erwartet, aber auf den öffentlichen Stegen an den Seen werden sie anders als voriges Wochenende nicht sitzen können. Das Landratsamt hat am Donnerstag alle Gemeinden angewiesen, die Stege zu sperren – was diese auch sofort taten. Die Festlegung traf die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) am Mittwoch auf Bitten der Polizei, wie Kreissprecherin Barbara Beck erklärte. Am Donnerstagvormittag ging die Anweisung raus, am Nachmittag waren die Stege teilweise gesperrt, so in Tutzing, Herrsching und Starnberg. Dort sind Bauzäune im Einsatz, um die öffentlichen Stege abzusichern.

Corona in Starnberg: Landratsamt lässt alle Stege sperren

Hintergrund ist die Gefahr durch Mutationen des Coronavirus SARS-CoV-2, vor allem die britische Variante B.1.1.7. „Am vorigen Wochenende ist es brutal zugegangen“, sagte Beck. Auf den Stegen seien Abstände nicht eingehalten worden oder gar nicht erst einzuhalten gewesen – das zeigen auch viele Bilder im Internet oder von Nachrichtenagenturen. Kai Motschmann von der Starnberger Polizei spricht von einem „rechten Gedränge“.

Angesichts der Gefahr durch die Mutationen wollen Landratsamt und Polizei derartige Zustände nicht erneut zulassen. Die Sperrung der Stege unterbindet die Nutzung, daher muss auch nicht aufwendig kontrolliert werden. Wer dennoch auf einem Steg angetroffen wird, begeht einen Verstoß. Beck räumt ein, dass viele das angesichts der niedrigen Sieben-Tage-Inzidenz – am Donnerstag 30,0, am Freitag sogar weniger – nicht verstehen werden. „Es ist ja nicht so, dass die Pandemie vorbei ist“, sagte sie unter Hinweis auf die als ansteckender geltenden Mutationen.

Zu viele Sonnenanbeter auf den Stegen: Sperrungen an allen Seen im Landkreis Starnberg

Auch wenn der Landkreis bisher vergleichsweise wenig Fälle davon hat, nämlich 18 britische, eine brasilianische und eine nicht bestimmbare, kämen viele Ausflügler aus anderen Landkreisen. Und in denen sind die Mutationen zum Teil deutlich stärker verbreitet als im Fünfseenland. Der Landkreis will die Inzidenz von 35, nach bisherigem Stand Maß für mögliche Öffnungen in Gastronomie und Handel, nicht unnötig gefährden. Heißt: Lieber einige Stege zu- und bald die Gastwirtschaften aufsperren, als wegen einiger Sonnenbadenden die dritte Welle anfeuern. Vor diesem Hintergrund sei die Steg-Sperrung „ein relativ geringer Einschnitt“, erklärte Beck die Haltung des Kreises.

Bereits im Frühjahr 2020 hatte der Kreis die Stege sperren lassen. Landrat Stefan Frey bittet um Verständnis: „Die Entscheidung wird sicherlich keine Freudenschreie auslösen. Wir beobachten die Infektionslage gerade mit Sorge, insbesondere die verschiedenen Mutanten. Wir möchten also mit konkreten Maßnahmen da ansetzen, wo wir Gefahren für eine Ausbreitung des Virus sehen.“ Die anderen Kreise mit Seezugang wurden gebeten, ihre Stege auch zu sperren.

Landkreis Starnberg: Sorge vor Corona-Mutation - Ausflügler dürfen nicht mehr auf die Stege

Zudem sollen die Gebiete mit Maskenge- und Alkoholverboten, die der Landkreis schon vor Wochen in einer Allgemeinverfügung festgelegt und mehrfach ausgeweitet hatte, nun auch ausgeschildert werden. Bisher war das nicht der Fall, sagte Kai Motschmann. Betroffen von der Maskenpflicht im Sinne einer Mund-Nasen-Bedeckung sind alle Bahnhöfe und deren Umfeld sowie das Kloster Andechs samt Parkplatz. Unabhängig von den Festlegungen des Landkreises gelten die FFP2-Masken-Vorgaben in und vor Geschäften, in Bussen und Bahnen und dergleichen, die der Freistaat verfügt hat.

Alkoholverbote gelten insbesondere an den Seepromenaden in Herrsching und Starnberg sowie Tutzing, in Erholungsgebieten wie Percha-Kempfenhausen, auf dem Starnberger Kirchplatz und auf dem Schlossberg, auf dem Markt in Gilching, im Paradies in Possenhofen, in Stegen an der Landsberger Straße, in Gauting etwa auf dem Schulcampus, am Bosco, vorm Rathaus und am JUZ, in Stockdorf am Schulersteg, in Krailling am Bergerweiher und in den Tutzinger Parks. Es handelt sich um ein Konsumverbot, kein Verkaufsverbot.

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