Für den Klimaschutz

CSU und Grüne wollen Klimaaktie

Geht es nach CSU und Grünen, kann man bald im Landkreis Starnberg Klimaaktien kaufen und damit etwas für den Klimaschutz tun. 

Landkreis – Für den Landkreis Starnberg wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit demnächst eine so genannte Klima- und Umweltaktie geben. Die CSU im Kreistag hat einen entsprechenden Antrag gestellt, die Grünen unterstützen ihn. Die CSU stellt 24 Kreisräte plus Landrat, die Grünen zehn Kreisräte – damit ist die Mehrheit der 61 möglichen Stimmen sicher. Andere Fraktionen werden sich dem Plan schwerlich verschließen können.

Der CSU-Antrag, der auf Landratskandidat Stefan Frey zurückgeht, sieht eine Festschreibung der Klimaneutralität vor und die Einführung einer Klima- und Umweltaktie nach Vorbild der Zukunftsaktie des Landkreises München. Im Prinzip kann man sich mit dem Kauf einer Aktie – im Raum steht ein Preis von zehn Euro – von einer Tonne des Klimakillers CO2 oder mehr „freikaufen“. Das Geld wird in Projekte gesteckt, die genau diese Menge langfristig aus der Atmosphäre holen. Nach Freys Vorstellungen soll ein Lenkungsgremium künftig darüber entscheiden, „welche Projekte unterstützt werden, etwa eine neue Baumpflanzung, Renaturierungsmaßnahmen, Waldumbau, aber auch Projekte in Entwicklungsländern“. Die Aktie dient also vor allem dazu, Geld für Klimaschutzprojekte zu beschaffen. Frey: „Das trägt konkret dazu bei, auch vor Ort sinnvoll gegen den Klimawandel vorzugehen und im Umweltschutz weiter voranzukommen. Außerdem werden ökonomische wie ökologische Belange und Entwicklung sinnvoll in Einklang gebracht.“ Die Wirtschaftsfördergesellschaft gwt solle die Sache in die Hand nehmen und Finanzierungs- und Dividendenmodelle für künftige Anteilseigner vorschlagen sowie die Entwicklung von Strukturen übernehmen, die den Mitteleinsatz regional und überregional lenken. Aktien kaufen könnten Bürger und Unternehmen.

Rechnerisch produziert jeder Landkreisbürger pro Jahr im Durchschnitt etwa neun Tonnen CO2, wobei diese Zahlen aus dem Jahr 2017 stammen. Würden alle Landkreisbürger ihren CO2-Ausstoß per Klimaaktie bei einem Tonnenpreis von zehn Euro ausgleichen, ergäbe dies einen Betrag von mehr als zwölf Millionen Euro für den Klimaschutz.

Grüne freuen sich über CSU-Antrag

Bei den Grünen rannte die CSU offene Türen ein. „Zumindest dieses Mal scheint uns die Unterstützung der Landkreis-CSU bei einem unserer Klimaschutzprojekte sicher“, erklärte Kreistagsfraktionschef Bernd Pfitzner, nicht ohne anzumerken, seine Kollegin und Landratskandidatin Martina Neubauer habe in einer Sitzung den Anstoß dazu gegeben – sie arbeitet für den Landkreis München. Sie sagt dazu: „Auf keinen Fall das Rad neu erfinden, sondern gemeinsam mit dem Landkreis München voranschreiten. Mit dem Netzwerk der gwt, die hier viele Unternehmen und Akteure im Landkreis zusammenbringen kann, wird der Landkreis Starnberg bis zum Jahr 2050 klimaneutral sein.“

Der Landkreis München kooperiert bei seiner Aktie mit der Energieagentur Ebersberg-München. Die Grünen beantragten daher, dass sich auch der Landkreis Starnberg deren Fachwissen zunutze macht. Wann die Anträge behandelt werden, ist noch offen.  

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