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Üben im Feuer: Derzeit können Atemschutzgeräteträger im Container in Starnberg üben.

Feuerwehren

Darum qualmt es am Betriebshof

Weil viele Feuerwehrleute im Landkreis nur noch selten Feuer sehen, müssen sie unter realistischen Bedingungen üben – im Brandübungscontainer. Ein solcher steht derzeit am Starnberger Betriebshof und ist der Grund, warum dort ab und an eine größere Rauchwolke zu sehen ist.

Starnberg – Bei nicht einmal jedem zehnten Einsatz sehen Feuerwehrleute im Landkreis Starnberg ihren ursprünglichen Gegner – Feuer. Nur 11,5 Prozent der Einsatz im vorigen Jahr waren Brände, und in vielen Fällen schwelte es mehr als dass es wirklich brannte. Das hat Folgen: Die Aktiven, vor allem den Jungen, fehlt die Einsatzerfahrung. Das versuchen Innenministerium und Landesfeuerwehrverband Bayern mit Brandübungscontainern auszugleichen, in denen Einsatzkräfte mit echtem Feuer konfrontiert werden. Wie derzeit am Starnberger Betriebshof.

„Es ist immer wieder eine tolle Möglichkeit, sich mit den realen Gefahren des Atemschutzeinsatzes in einer durch Experten kontrollierten Trainingssituation auseinandersetzen zu können“, sagt etwa Dennis Rubinstein, Feuerwehrmann in Starnberg. Warum? „Persönliche Erfahrungen sind außerordentlich wichtig, um Fehlentscheidungen bis hin zu lebensgefährlichen Situationen zu vermeiden“, erklärt Anton Graf, Sprecher der Kreisbrandinspektion. Kreisbrandmeister Klaus Ringhoff, zuständig für Atemschutzausbildung im Landkreis, war es gelungen, einen solchen Container nach Starnberg zu holen. „Insgesamt 64 Teilnehmern aus den verschiedenen Feuerwehren des Landkreises bietet der Brandübungscontainer die Möglichkeit der Sensibilisierung für Brände und Brandverläufe und stellt eine Trainingsmöglichkeit unter realistischen Bedingungen dar“, erklärt er.

Übungen verhindern schwere Unfälle

Der Brandübungscontainer helfe, die Atemschutzgeräteträger fit zu machen für schwierige Einsätze. Durch die Verwendung von Holz als Brennmaterial entstehe die für einen Zimmerbrand typische Hitze- und Rauchentwicklung. Die Trainingseinheiten vermittelten unter anderem, wie Brandverläufe erkannt und Gefahrensituationen richtig eingeschätzt werden können. Graf: „Für die Atemschutzgeräteträger ist diese Erfahrung wichtig, um im Ernstfall kritische Situationen sicherer erkennen und entsprechend reagieren zu können. Dadurch können Unfälle mit häufig schwerwiegenden Folgen verhindert werden.“

Die Ausbildung, die von Experten des Atemschutzgeräteherstellers Dräger Safety übernommen wird, findet zwar unter realistischen Bedingungen mit echtem Feuer statt, ist aber sicher – Rubinstein und Josef Fichtl standen bei jeder Übung bereit, um im Ernstfall eingreifen zu können. In die Schulungsaktion mit den Containern steckt der Freistaat rund 1,2 Millionen Euro. Innerhalb von vier Jahren sollen mehr als 7000 Feuerwehrleute in Bayern in einem die Möglichkeit zum Üben bekommen.

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