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Das lange Warten vor dem Seebad

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Eine lange Schlange bildete sich in den Ferien vor dem Seebad.
Eine lange Schlange bildete sich in den Ferien vor dem Seebad. © Michèle Kirner

Über die lange Menschenschlange vor dem Seebad Starnberg spricht halb Starnberg. Grund dafür sind die pandemiebedingten Beschränkungen. Einrichtungsleiter Christian Hermann rät im Gespräch mit dem Starnberger Merkur dazu, azyklisch zu kommen.

Starnberg - Die ersten standen am Freitag schon um 9 Uhr vor dem Seebad. Kurz bevor um 10 Uhr die Türen aufgingen, reihten sich die Wartenden über den Vorplatz auf den Gehsteig und von dort aus bis zum Nachbargebäude. Dort stand Keith Ball aus Leutstetten vor ein paar Tagen auch. Diesmal ist er auf Nummer sichergegangen und hat sich einen Platz ganz vorne ergattert. „Das letzte Mal war es superknapp und die zwei hinter mir kamen nicht mehr rein“, erinnert er sich. Mit seinem 18 Monate alten Sohn, den seine Frau später vorbeibringt, möchte er heute 90 unbeschwerte Minuten im Wasser planschen. Die Gautinger Buben Jannick (9) und Leon (7) waren ebenfalls startklar für eine Rutschparty und den Sprung vom Dreimeterbrett. Auch eine dreifache Mutter aus Penzberg war diesmal etwas früher dran, nachdem bei ihrem letzten Besuch die Türen quasi vor ihrer Nase zufielen. Wütend war sie nicht. „Das ist überall so“, weiß sie. Auch in Kochel, wo sie anschließend vergeblich ihr Glück versuchte. Lisa und Thomas Bittighofer sind aus Herrsching gekommen und verkürzen sich die Zeit mit einem Frühstück im Freien. „Die Regeln sind, wie sie sind“, bleiben sie pragmatisch. Und das Gute daran seien schöne Gespräche mit anderen Anstehenden.

Für Meike Vollkommer aus Gauting ist es am Brückentag bereits der dritte Versuch. Ein anderer Besucher wartete vergangene Woche knapp drei Stunden: Eine Stunde in der Schlange und weitere 90 Minuten, bis der erste Badegast das Haus wieder verlassen hat. Das ist nämlich die Mindestzeit, die man buchen kann. Eine Penzberger Familie steht dick eingepackt auf dem Gehsteig. Die zweifache Mutter hat ihrer Tochter als Zeitvertreib ein Kinderbuch eingepackt.

Die lange Wartezeit sei ein Phänomen der Ferien, sagt Hermann. „Es wäre besser, die Zeiten von 9 bis 11.30 Uhr zu meiden“, erklärt er. „Erfahrungsgemäß sind in der Sauna gegen 14 Uhr und im Hallenbad gegen Mittag wieder Plätze frei.“ Ursache des Staus ist die Regelung, dass im Seebad nur maximal 25 Prozent der Kapazität genutzt darf. Erlaubt sind in der Sauna 30 statt 120 Gäste und im Schwimmbad 110 statt 440 Besucher. Voraussetzung für den Einlass ist 2G-plus, also geimpft oder genesen mit einem negativen Test. Befreit sind etwa Kinder unter zwölf Jahren, Geboosterte wieder um müssen keinen Coronatest vorweisen.

Eigentlich klare Regeln, die an der Kasse dennoch zu Diskussionen führen, sagt Hermann. „Ist ein zweifach Geimpfter und Genesener auch geboostert?“, ist eine häufig gestellte Frage. Oder wie ist das mit Johnson & Johnson, reichen da zwei Dosen? „Alles in allem geht es sachlich und ruhig zu“, berichtet der Leiter des Seebades, in dem 34 Mitarbeiter angestellt sind. Den meisten Kunden sei bewusst, dass er sich an die Vorgaben halten müsse. „Wir leiden mit unseren Gästen“, versichert er. Häufig werde er gebeten, dass man sich über die Webseite einen Platz reservieren könne. „Das funktioniert leider nicht“, bedauert er. Man müsse immer damit rechnen, dass ein Angemeldeter nicht komme. Und wenn man den Eintritt im Voraus verlange, könnte der Gast bei Nichtantreten das Geld zurückverlangen. Einen Wunsch konnte er erfüllen: „Wir kriegen kommende Woche ein Testzentrum für Schnelltests.“

Die Familie aus Penzberg hat Glück und bucht später an der Kasse den Badespaß. Eine andere Dame hat Pech, zuckt aber nur mit den Schultern. „Wir wussten ja, dass das passieren kann.“ Das nächste Mal komme sie früher. Oder sie lässt es auf einen Versuch ankommen und folgt Hermanns Rat.

Michèle Kirner

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