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Da fehlt etwas: Ein zwei Kilo schweres Eisenteil ist aus der Säule gebrochen.

Denkmalgeschützte Säulen

Hilfe, unser Bahnhof bröckelt!

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Starnberg – Am Starnberger Bahnhof lösen sich Eisenteile von Säulen. Für Bahnreisende ist das gefährlich – doch Bahn und Stadt sehen jeweils die Gegenseite im Zugzwang.

Zwei Kilo Gusseisen, drei Meter Höhe. Der Fall ist klar: „Wenn da einer steht – das reicht für eine Schädelfraktur“, sagt Werner Kaufer. Am Starnberger Bahnhof entdeckte der Pöckinger gestern ein Eisen-Teil, das von einer der denkmalgeschützten Säulen abgebrochen ist. „Ich bin gerade aus dem Zug gestiegen, da lag es. Da dachte ich mir: Jetzt langt’s aber.“ Schließlich laufe die Debatte über eine Sanierung des Bahnhofs bereits seit Jahren. Die Verzögerung wird nun offenbar zu einer Gefahr für Bahnreisende.

Gleisbauzug wendet in Starnberg: "Da bebt die Burg"

„Wenn nur Dreck oder Brösel herunterkommen, wäre es ja vollkommen egal“, sagt Kaufer. Aber gleich an mehreren Säulen fehlen bereits Teile, die wohl abgebrochen sind, weitere Risse sind schon zu sehen. Das ist kein Zufall, wie der ehemalige Metallanalytiker glaubt. „Es ist höchst logisch, dass hier alles runter kracht.“ 

Die Säulen, schätzt Kaufer, stehen bereits seit Bahnhofseröffnung 1854. Dass sie nun marode sind, liege neben dem Alter an Vibration und Wetter. „In den letzten Wochen waren Rüttelgeräte oder andere ungewöhnliche Züge unterwegs.“ Einen Gleisbauzug mit 48 schotterbeladenen Waggons habe er am Starnberger Bahnhof wenden gesehen: „Da bebt die Burg.“ Außerdem schade das fehlende Dach: „Das ist die Starkregenseite.“

Streit um die Säulen: "Wir werden sicher keine neuen hinstellen"

Und so brechen Eisenteile der Säulen einfach ab: „Das ist kein frischer Bruch“, sagt Kaufer über sein Fundstück. „Das Ding ist einfach abgegammelt.“ Kommt bald mehr herunter? „Damit muss man rechnen“, sagt Kaufer. Vor viereinhalb Jahren wurden die Dächer auf den Bahnsteigen wegen Statik-Problemen abgebaut – die Säulen sind seitdem der Witterung ausgesetzt. Ein neues Dach, so teilt ein Bahnsprecher auf Anfrage mit, solle die Stadt stellen. „Die Bahn besteht auf Umsetzung des Vertrags von 1987.“ Demnach sei die Stadt zu Sanierungsmaßnahmen verpflichtet. Bürgermeisterin Eva John dementiert: „Dabei geht es um einen kompletten Neubau an anderer Stelle.“ Für den Bestand sieht John die Stadt nicht zuständig: „Ob da ein Dach ist oder nicht, entscheidet die Bahn.“ 

Es scheint jedenfalls festzustehen, dass die Säulen ohne Dach gelitten haben. Das Problem ist der Bahn bislang nicht aufgefallen, wie ein Sprecher bestätigt. Erst vor wenigen Tagen habe eine Mitarbeiter Maßnahmen zur Verkehrssicherung durchgeführt und werde sich die Bahnsteige noch einmal anschauen. Eines betont der Sprecher bereits: „Wir werden sicher keine neuen Säulen hinstellen.“

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