Ein Leben voller Lesestoff: Bernd Späth hat schon viele Bücher geschrieben und viel erlebt – er war mehrfach im Nordpolargebiet und stand Eisbären direkt gegenüber. Nun hat er sein erstes Hörbuch veröffentlicht. 
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Ein Leben voller Lesestoff: Bernd Späth hat schon viele Bücher geschrieben und viel erlebt – er war mehrfach im Nordpolargebiet und stand Eisbären direkt gegenüber. Nun hat er sein erstes Hörbuch veröffentlicht. 

Gruseliges für die Ohren

Der Horror aus Söcking: Weit gereister und abenteuerlustiger Autor Bernd Späth veröffentlicht erstes Hörbuch

Bücher hat er schon viele geschrieben, jetzt hat er sein erstes Hörbuch eingesprochen. Darin lehrt der Autor Bernd Späth aus Söcking seine Zuhöhrer das Fürchten.

Söcking – 19 Publikationen, fünf Hörbücher, fünf Theaterstücke. Er war der erste Deutsche, der 1983 über das Inlandeis die Nordspitze von Spitzbergen erreicht hat, dazu Berater der EU-Kommission und der Bundesregierung – das sind nur einige der vielen Lebensstationen von Bernd Späth (69), der inzwischen eine Coaching-Praxis für Führungspersonal in Söcking betreibt. Gerade hat er sein erstes Hörbuch ins Netz gestellt. „Die Schleifspur im Nichts“ heißt die Horrorgeschichte, die der Autor, weil er über eine sehr sonore Stimme verfügt, auf Betreiben seines Verlegers gleich selbst eingelesen hat.

Garantiert werden „ein paar höchst unruhige Stunden“ mit Ed und Sarah, den beiden Protagonisten, die auf einem scheinbar harmlosen Waldweg das blanke Grauen erleben: Alles beginnt friedlich, doch bald schon verdüstert sich die Atmosphäre, die Natur gibt warnende Zeichen, die die beiden ignorieren, „eine Allegorie auf die Ignoranz des Menschen gegenüber der Umwelt“, wie der Autor sagt. Die Natur fällt mit aller gespenstischer Macht über das junge Paar her, und danach ist nichts mehr, wie es war. „Ein Rückmarsch voller Schrecken beginnt“, heißt es im Klappentext, die verkohlten Individuen treten den Rückweg in die Zivilisation an.

Erzählung in Band mit namhaften Autoren veröffentlicht

Die Erzählung war 1983 schon mal in einem Sammelband mit Erzählungen namhafter Autoren wie Truman Capote, Frederic Forsythe und Johannes Mario Simmel erschienen, der sich 250 000-mal verkaufte. Bernd Späth befand sich also als literarischer „Anfänger“ schon in bester Gesellschaft.

Er ist auch kein Unbekannter in der Literaturszene. Als Theaterautor hat er Riesenerfolge feiern können. So erlebte seine Komödie „Die Hinrichtung“ (1998) gleich 15 Inszenierungen. Sie landete im Bregenzer Landestheater und stand dort wegen des großen Erfolges mit über achtzig Vorstellungen zwei Jahre auf dem Spielplan. Inzwischen steuert sie die 300. Vorstellung an. Auch sein Nachkriegsroman „Trümmerkind“ (2002) wurde mit hymnischen Rezensionen gefeiert. Der SPD-Politiker Peter Glotz verglich nach Erscheinen des Buches den Schriftsteller im Zürcher Tagesanzeiger mit Hans Fallada, andere Medien mit Bert Brecht und Günther Grass, erzählt der Autor, dem Eitelkeit aber völlig fremd ist.

Alpenblick vom Schreibtisch aus

Seit zweieinhalb Jahren lebt er in Söcking, ist dorthin gezogen, weil er auf den ersten Blick begeistert war. Von seinem Schreibtisch aus schaut er auf die bald schon wieder schneebedeckten Alpen. Sie erinnern ihn an seine zweite große Leidenschaft, die Reisen ins Nordpolargebiet. Fünfmal war er in Spitzbergen, lebte wochenlang alleine in einer Hütte, hatte beängstigende Begegnungen mit Eisbären und verbrachte dort auch mal bei Minus 45 Grad 22 Stunden auf dem Schlitten. Die Einsamkeit, die Grenzerfahrungen, „wobei ich nach der Gefahr nicht gesucht habe“, waren der Preis für all das Schöne, das er erleben durfte. „Eine atemberaubend schöne Landschaft“, schwärmt Bernd Späth. Eisbären in vier Meter Nähe, weiße Lichtnebel, bei denen man nicht mal mehr die eigenen Füße sehen kann, all diese Erfahrungen hat er in seinen Arktisbüchern festgehalten.

Bernd Späth ist ein Vielschreiber. Auch das nächste Buch ist schon wieder in Arbeit, diesmal ein Roman mit dem Arbeitstitel „Die wechselnden Begräbnisse des Isidor Lallinger“. Hat er literarische Vorbilder? Ohne zu zögern kommen große Namen, „Hemingway, Steinbeck, Jack London“. Die Latte ist hoch gehängt, aber Bernd Späth weiß: „Als Autor entwickelt man sich aus sich selbst heraus“. Beim Schreiben setzt er sich immer den Anfang und das Ende als Eckpunkte. „Dazwischen ist das Schreiben pure Freiheit.“

Astrid Amelungse-Kurth

Das Horror-Hörbuch

„Die Schleifspur im Nichts“ ist auf audible.de zu finden.

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