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„Ausnahmslos storniert“: Herber Corona-Schlag für Wirte - Absagenflut von Weihnachtsfeiern

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Von: Simon Nutzinger, Andrea Gräpel, Laura Forster

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Und schon wieder ein Termin gestrichen: Thomas Ruf vom Gasthaus Ruf in Seefeld ereilt derzeit eine Absage nach der anderen. Er betont: „Wirtschaftlich ist das eine Katastrophe.“
Und schon wieder ein Termin gestrichen: Thomas Ruf vom Gasthaus Ruf in Seefeld ereilt derzeit eine Absage nach der anderen. Er betont: „Wirtschaftlich ist das eine Katastrophe.“ © Dagmar Rutt

Der Dezember ist der Monat der Weihnachtsfeiern. Doch wo sonst Firmen den Wirten im Landkreis Starnberg ein ordentliches Geschäft zum Jahresende bescheren, herrscht nun gähnende Leere.

Landkreis – Pamela Weiß hat es hochgerechnet. Um die 1400 Gäste dürften dem Augustiner-Wirt in Wörthsee in den kommenden Wochen verloren gehen. Der Grund: Absagen, Absagen und noch mal Absagen. „Alle geplanten Weihnachtsfeiern wurden ausnahmslos storniert“, unterstreicht die Inhaberin.

Wegen Corona: Absageflut von Weihnachtsfeiern - „Keiner traut sich mehr, zu kommen“

Die Furcht vor Corona sei schlicht zu groß. „Keiner traut sich mehr, zu kommen.“ Ein schwerer Schlag für viele Gastronomen im Landkreis, bedeuten weniger Gäste natürlich auch weniger Einnahmen. „Und das Personal bleibt dasselbe“, stellt Weiß klar. Ihr Augustiner etwa zählt 30 Stammangestellte. „Die musst du alle erst einmal bezahlen.“ Aufgrund der aktuellen Absagewelle sowie der zuletzt durch 2G schon rückgängigen Besucherzahlen sei das immer schwieriger zu bewerkstelligen. „Ganz ehrlich: Ich bin froh, wenn wir den Dezember überstanden haben.“

Corona im Landkreis Starnberg: 95 Prozent der Weihnachtsfeiern in Gasthof abgesagt

Auch beim Gasthof „Die Post“ in Herrsching sind 95 Prozent der geplanten Weihnachtsfeiern abgesagt. „Eine steht noch im Kalender, die wird denk ich aber auch noch storniert“, sagt Backoffice-Managerin Susanne Kopfmiller. Allgemein seien dieses Jahr weniger Feiern gebucht worden.

„Wir merken einen deutlichen Unterschied zur Vor-Corona-Zeit. Die meisten Firmen sind noch sehr vorsichtig.“ In die gleiche Kerbe schlägt Anna Ledic vom Gasthof in der Au in Starnberg. Seitdem die Maßnahmen verschärft wurden, seien dort rund 90 Prozent der Weihnachtsfeiern abgesagt worden.

Corona-Lage in Bayern: Absagen von Weihnachtsfeiern - „Wirtschaftlich eine Katastrophe“

Ein ebenso leer-gestrichenes Terminbuch findet sich im Gasthaus Ruf in Seefeld. Die eine oder andere kleine Beerdigungsfeier finde noch statt, ansonsten ist auch bei Thomas Ruf alles abgesagt. „Die Leute wollen Kontakte eben so gut es geht vermeiden“, sagt er. „Und das finde ich bei den aktuellen Zahlen ja prinzipiell auch richtig.“ Weniger gut ist, dass in dem Fall sein Geschäft merklich darunter leidet. „Wirtschaftlich ist das für uns eine Katastrophe, so ehrlich muss man schon sein“, räumt der Seefelder ein. Menschlich könne er die vielen Absagen aber nachvollziehen. „Wem sollst du denn da böse sein?“

Corona in Starnberg: Gastronomen können Absagen nachvollziehen

Einen persönlichen Groll hegt auch Pamela Weiß vom Augustiner in Wörthsee gegen niemanden, der ihr zuletzt eine Stornierung durchschickte. Daher verlangte sie dafür auch keine Gebühren. „Wir wollen niemanden vor den Kopf stoßen.“ Ginge es nach ihr, ist eine Absage allerdings auch in diesen Zeiten nicht zwingend alternativlos.

Pamela Weiß plädiert für ein freiwilliges 2G-plus bei Weihnachtsfeiern. Das heißt: Kommen darf nur, wer geimpft oder genesen ist und – jetzt folgt das Entscheidende – zudem einen aktuellen Testnachweis vorweisen kann. „Dann bräuchte man aus meiner Sicht keine Angst mehr zu haben, dass etwas nicht passt.“ Vor rund zwei Wochen sei genau diese Regel bei einer Feier im Augustiner angewandt worden – mit Erfolg. „Hat wunderbar geklappt“, betont Weiß. „So könnte es funktionieren.“

Ganz anders stellt sich die Lage in Erling dar. Der Bernhardhof im Klosterdorf ist bei den Einheimischen beliebt. Die mussten schon auf ihre Dorfweihnacht mit Budenzauber verzichten, die weihnachtlichen Zusammentreffen wollen sie sich nun offensichtlich nicht nehmen lassen. „Momentan jedenfalls können wir nicht klagen“, sagt Bernd Holzinger.

Es habe lediglich zwei, drei Absagen gegeben. Die Gruppen seien auch nicht so groß, maximal 20 Leute. Trotzdem macht auch er sich wegen der steigenden Infektionszahlen Gedanken: „Vielleicht sollten wir lieber noch mal zwei Wochen zumachen.“

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