Sri Lanka: Islamischer Staat reklamiert Terror für sich

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„Warum?“ Die Leutstettener Landwirte Sara und Max Stürzer ärgern sich über die Rücksichtslosigkeit mancher Ausflügler. Immer wieder finden sie Müll auf den Feldern.

UngewöhnlicheR Protest

Deswegen steht dieses Schild bei Starnberg

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„Warum?“ Diese Frage steht auf einem Schild bei Leutstetten. Aufgestellt hat es Landwirt Max Stürzer mit seiner Frau Sara - aus gutem Grund. 

Leutstetten – Sie sind beim Ausflug, er ist bei der Arbeit. Auf dem Feldweg treffen sie sich. Spaziergänger und Radfahrer schneiden Grimassen und zeigen den Vogel, wenn Max Stürzer (52) mit seinem Traktor bei seinem Gut nahe Leutstetten von Acker zu Acker fährt. „Die Wege sind eigentlich da, weil wir sie brauchen“, sagt der Landwirt. „Eigentlich muss ich fahren, fahren, fahren.“ Doch Ausflüglern fehle oft das Verständnis, wenn es dort eben auch mal staubt. Eine Frau habe aus Ärger sogar ihr Radl vor den Traktor geschmissen. Dabei fehlt ihm die Zeit für Streitereien. „Jetzt bin ich fertig, jetzt pressiert es nicht“, sagt er am Spätnachmittag, als sich am Himmel Regen ankündigt. Jetzt hat er Zeit, um über andere Probleme zu sprechen und über ein ungewöhnliches Protestschild.

Früher war am Gut Schwaige nichts los. Mittlerweile sind die Grünflächen bei seinem Hof, eine Viertelstunde von München entfernt, ein beliebter Treffpunkt. Stürzer hat nichts dagegen, sich sein Idyll mit vielen anderen Menschen zu teilen. „Aber es ist jetzt wieder ein Punkt erreicht, an dem ich sage: Es langt.“ Er berichtet von jungen Autofahrern mit dicken Autos, die Waldwege als Rallye-Strecke nutzen. „Ich habe Verständnis – man ist jung. Aber muss man dann quer über das Feld fahren?“

Fast schon täglich kam es Ende März vor, dass Autofahrer in seinem Acker feststeckten. Der Frost war vorbei, der Boden besonders tief. Ausflügler wollten den Feldweg nicht zurückfahren, sondern wendeten im Acker – und blieben stecken. Mit untergelegten Fußmatten oder Plastiktüten kamen sie mühsam wieder heraus. Die Hilfsmittel ließen die meisten liegen, ärgert sich Stürzer. „Sie wollen nicht dreckig werden.“

Reifen und Fernseher im Wald

Im Wald hätten sie schon Reifen, eine Geschirrspülmaschine oder Fernseher gefunden, sagt seine Frau Sara (53). Aber Flaschen und Verpackungen, die sie regelmäßig auf den Wegen und Feldern finden, störten die Landwirte mehr. Sara Stürzer hatte die Idee, mit einem Schild auf die Probleme aufmerksam zu machen. „Die Flaschen habe ich hingehängt, damit es schöner aussieht“, sagt sie. Angefertigt hat das Schild Lehrling Peter Fenzl. Mittlerweile haben Spaziergänger weitere Flaschen dazu gelegt. Bis zum 10. Juni bleibt es stehen, sagt Max Stürzer – dann möchte er die Wiese mähen.

Ob sich bis dahin was ändert? Schwer vorstellbar, sagen die Landwirte. Das Phänomen mit dem Müll und der Rücksichtslosigkeit sei nicht neu, trete mal stärker, mal schwächer auf – zurzeit sehr stark. „Ich zeige aber niemanden an“, sagt Max Stürzer. „Das Petzen hab‘ ich dick.“ Und eigentlich hätten sie nichts gegen die Ausflügler, nur auf den vielen Müll in den Feldern könnte er verzichten. Die Flaschen etwa können richtig gefährlich werden. „Das wird mal Pferdefutter“, sagt er und zeigt auf die Wiese. Landen beim Mähen Scherben darin, müssen seine Tiere darunter leiden. Das Bewusstsein der Menschen, die Rücksichtnahme, müsse einfach wieder geweckt werden, sagt Sara Stürzer.

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