Bundesfreiwilligendienst

„Die beste Erfahrung meines Lebens“

Landkreis Starnberg - Der Freiwilligendienst liegt gerade bei Abiturienten im Trend. Viele soziale Einrichtungen sind dankbar für die zusätzliche Hilfe.

Jessica Pecholt aus Feldafing hat alle Hände voll zu tun. Acht Kinder halten sie gleichzeitig auf Trab. Das Besondere: Es handelt sich um eine Gruppe der Starnberger Franziskus-Schule. Diese ist ein Förderzentrum für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung. Im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes (BFD) hat Jessica nach ihrem Abitur ein Jahr lang mit den Kindern zusammengearbeitet. Spielen, Essen, Ausflüge, aber auch Wickeln stand auf dem Programm. „Es war die beste Erfahrung meines Lebens“, erzählt die 19-Jährige, die inzwischen Soziale Arbeit studiert und „ihre“ Gruppe noch immer regelmäßig besucht.

Im Landkreis Starnberg sind viele soziale Einrichtungen dankbar für Hilfe: Kindergärten, Krankenhäuser oder Altenpflegeheime. Die Lebenshilfe Starnberg ist ein Träger für Frewilligendienste und hat für kommenden September zwölf Plätze in fünf Einrichtungen, die mit Kindern arbeiten, zu vergeben. „Wir wollen Jugendlichen die Möglichkeit zur beruflichen Orientierung geben, aber die Freiwilligen sind natürlich auch eine Unterstützung für uns“, erklärt Annette Werny, die Zuständige für Öffentlichkeitsarbeit bei der Lebenshilfe in Starnberg.

Im vergangenen Jahr hätten sie nicht so viele Bewerbungen erhalten wie die Jahre zuvor. Für den kommenden September hofft Annette Werny wieder auf mehr Anfragen. Wer statt mit Kindern lieber mit älteren Menschen arbeitet, ist beim Malteserstift St. Josef in Percha an der richtigen Adresse: „Zurzeit arbeiten zwei Freiwillige bei uns, wir können aber bis zu vier gleichzeitig beschäftigen“, so die Hausleiterin Gislinde Dietz. Die beiden Freiwilligen unterstützen die Pfleger, fahren die Bewohner zu Terminen und helfen bei Veranstaltungen mit. „Die Idee ist, junge Menschen mit dem Berufsbild vertraut zu machen und ihnen nach dem FSJ oder BFD auch eine Ausbildung zu ermöglichen“, erklärt Gislinde Dietz.

Viele bleiben anschließend zur Ausbildung

Die Quote der Freiwilligen, die nach einem Jahr als Auszubildende weiter machen, ist auch beim Starnberger Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) erfreulich hoch: Kreisgeschäftsführer Jan Lang schätzt, dass jeder dritte Frewillige nach seinem Dienst eine Ausbildung bei ihnen anfängt. Der Kreisverband des BRK bietet insgesamt bis zu 15 Stellen für Freiwillige an, auf die sich hauptsächlich Jugendliche aus dem Landkreis Starnberg bewerben. „Für den Rettungsdienst interessieren sich die jungen Leute besonders“, sagt Lang, der sich eine ähnlich hohe Nachfrage auch für den Bereich Kinder, Jugend und Familie wünscht. Neben den sozialen Einrichtungen kann ein Freiwilligendienst auch im Bereich Kultur geleistet werden, beispielsweise im Museum Starnberger See in Starnberg. „Wir hatten jetzt schon zwei FSJ-ler und waren sehr zufrieden“, sagt Cornelia Schäffler. Für die Stelle interessierten sich bisher jeweils rund zehn Bewerber.

Dieses Jahr hätten sie aus Platzgründen keinen Freiwilligen eingestellt, aber für das nächste Jahr könnten sie sich das durchaus wieder vorstellen, erzählt die Angestellte.

Auch für junge Menschen, die sich nicht für Kultur interessieren, gibt es eine Alternative zu sozialen Einrichtungen: Laura Reinhardt aus Germering macht zurzeit ein FSJ im Sport beim TSV Starnberg. Sie erledigt Büroarbeiten, wie die Erstellung von Trainingsplänen oder Kurskartenlisten. Zu den Geschäftszeiten berät sie TSV-Mitglieder und solche, die es werden wollen bei der Kurswahl. Außerdem ist sie Trainerin beim Kinderturnen, Kinderleichtathletik und Cheerleading. Morgens hilft sie auch im Fitness-Studio aus. „Die Aufgaben sind sehr vielseitig. Ich habe mich jetzt auch für eine Ausbildung im Büro beworben und wurde genommen, weil ich seit September schon viel Erfahrung sammeln konnte“, berichtet die 20-Jährige.

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