Die Maske des Eck: Emosys-Geschäftsführer Stephan Eck trägt und präsentiert die von seiner Firma hergestellte Corona-Maske. Im Hintergrund arbeitet Mitarbeiter Mustafa Hanli am nächsten Prototypen.
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Die Maske des Eck: Emosys-Geschäftsführer Stephan Eck trägt und präsentiert die von seiner Firma hergestellte Corona-Maske. Im Hintergrund arbeitet Mitarbeiter Mustafa Hanli am nächsten Prototypen.

UVC-Strahlung bearbeitet die Aerosole

Besser als FFP2: Corona-Maske von Starnberger Firma tötet Viren über Luftkanal ab

  • Simon Nutzinger
    vonSimon Nutzinger
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Das Tragen von FFP2-Masken ist mittlerweile Alltag. Perfekt ist an dieser Lösung allerdings bei Weitem nicht alles. Stephan Eck, Geschäftsführer der Firma Emosys in Starnberg, hat sich Gedanken gemacht – und einen Prototypen für eine gänzlich neue Corona-Maske entwickelt.

Starnberg – Das Gefühl dürfte mittlerweile so ziemlich jeder kennen: Wer zumindest schon einmal über mehrere Stunden eine FFP2-Maske getragen und dabei auch noch das eine oder andere Gespräch geführt hat, der weiß – das ist anstrengend, das ist unangenehm und, ganz ehrlich, irgendwann auch ein bisschen eklig. „Da bildet sich ja fast schon ein kleines Feuchtbiotop“, sagt Stephan Eck und lacht. Der 37-Jährige ist Geschäftsführer von Emosys, einer Ideenschmiede für E-Mobilität mit Sitz in Starnberg. Und auch wenn das Masken-Thema mit Elektromotoren herzlich wenig zu tun hat: Eck und Co. haben es angepackt und eine eigene Corona-Maske entwickelt. Eine, wie er sagt, „die deutlich besser und sicherer ist als alle bisher verfügbaren“.

Das Konzept dahinter ist so simpel wie genial. Bedeckt werden Nase und Mund mit einer Kunststoffmaske, die sich mit Hilfe eines Schaumgummis passgenau an das Gesicht anschmiegt. „Da kommt keine Luft durch“, beteuert Eck im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Diese wird hingegen über zwei seitlich angebrachte Kanäle zu- und abgeführt. Und genau da liegt der Clou der Maske. In den Kanälen befinden sich jeweils vier LED-Dioden, die mittels UVC-Strahlung sowohl die Viren der ein- als auch der ausgeatmeten Luft abtöten. Sprich: Der Träger der Maske atmet keimfreie Luft ein – und atmet ebenso keimfreie Luft wieder aus. Ansteckungsrisiko: „Gleich null.“

Aerosole werden nicht nur gefiltert, sondern von jeglichen Viren befreit

Der größte Unterschied im Vergleich zu herkömmlichen FFP2-Masken ist also, dass die Aerosole nicht nur gefiltert, sondern von jeglichen Viren – übrigens nicht nur den Coronaviren – befreit werden. Eine womöglich bislang einzigartige Idee. „Zumindest ist uns ein solches Modell bisher nicht bekannt“, sagt Eck. Die Gefahr, dass die UVC-Strahlung gefährlich oder zumindest ungesund für den Träger sein könnte, kann er ausschließen. Spezielle Lamellen an beiden Enden der Kanäle brechen die UVC-Wellen, sodass diese weder ein- noch austreten können. Ein entsprechender 40-stündiger Test habe das Verfahren bestätigt. Eck unterstreicht: „Da hat alles optimal funktioniert.“

Ein weiterer Vorteil der Maske ist ihr Akkubetrieb. Dieser hält laut Eck etwa acht Stunden und soll später einmal, wenn die Maske auf den Markt kommt, mit einem Leuchtsignal sowie einem Ton darauf aufmerksam machen, dass er neu geladen werden muss. Beispielsweise für Pflegekräfte oder Lehrer eine spannende Variante. „Sie können die Maske während der Arbeit tragen und sie danach zu Hause für den nächsten Tag aufladen“, sagt Eck. Zudem sei die Maske nahezu unbegrenzt wiederverwendbar. „Regelmäßig alles desinfizieren, mehr braucht es im Grunde nicht.“

Emosys sucht noch Geschäftspartner

Rund zehn solcher Masken haben Ecks Mitarbeiter im Emosys-Gebäude bislang gefertigt. Der 37-Jährige schickt diese derzeit an die sogenannten „Benannten Stellen“ wie zum Beispiel den TÜV, um ein Patent für seine Idee zu erhalten. Hat dies geklappt, geht es an die Suche nach Geschäftspartnern, die die Masken später einmal produzieren und verkaufen sollen. „Dafür fehlt uns komplett die Kapazität“, sagt Eck. Bei einem möglichen Partner denkt er insbesondere an Firmen, die Erfahrung im medizinischen Bereich vorweisen können. „Das wäre ideal.“

Wie lange es jedoch dauern wird, bis die Masken, bei denen er einen Preis von 50 bis 70 Euro pro Stück für realistisch hält, tatsächlich auf den Markt kommen, vermag der Starnberger nicht zu sagen. Seine Prognose: „Ein halbes Jahr – wenn alles schnell geht.“

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