Symboldbild Corona-Abstandswarnung in Starnberg.
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Symboldbild Corona-Abstandswarnung in Starnberg.

Festlegungen des Landratsamts Starnberg

Corona-Zahlen über Warnwert: Die neuen Regeln im Alltag

Wegen der steigenden Corona-Zahlen hat der Landkreis am Dienstagnachmittag eine Allgemeinverfügung erlassen, die vor allem Schulen und private Feiern betrifft und dringend zu Kontaktbeschränkungen rät. Sie gilt zunächst eine Woche. Der Landkreis lag weiter über dem Warnwert.

  • Wegen hoher Neuinfektionszahlen hat der Landkreis Starnberg den Warnwert überschritten.
  • Das Landratsamt hat eine Allgemeinverfügung erlassen, die Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen einschränkt.
  • In Schulen muss Maske getragen werden, nur in Grundschulen nicht.

Landkreis – Das Coronavirus schränkt das Leben im Landkreis wieder stärker ein. Nach der am Dienstag veröffentlichten Allgemeinverfügung für den Landkreis gelten Obergrenzen für Veranstaltungen, Maskenpflicht in Schulen und einiges mehr. Die wichtigsten Regeln und Empfehlungen:

Private Veranstaltungen

Die Teilnehmerzahl bei privaten Feierlichkeiten und privaten Veranstaltungen wie Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstagen sowie Vereins- und Parteisitzungen ist auf maximal 50 in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 unter freiem Himmel zu begrenzen, teilte das Landratsamt mit. Bisher waren die Zahlen doppelt so hoch. Ob dies auch für Bürgerversammlungen gilt, wird weiter geprüft.

Sport- und Kulturveranstaltungen

Die neuen Regeln gelten für sie nicht. Es bleibt laut Landratsamt bei den bisherigen Vorgaben, denn für diese Veranstaltungen gibt es Hygienekonzepte, Abstände sind einzuhalten.

Privatfeiern zu Hause

„Für Zusammenkünfte in privat genutzten Räumen oder auf privat genutzten Grundstücken ist der Teilnehmerkreis auf höchstens 25 Personen zu beschränken“, heißt es im Landratsamt. Also: Wer seinen Geburtstag im Partykeller feiern will, kann nur 24 Leute einladen. Gartenpartys dürften dabei derzeit nicht das Problem sein. Gerade diese Regel erscheint dem Landratsamt sehr wichtig, weil es bei privaten Feiern in den eigenen vier Wänden keine Hygienekonzepte gibt und auch Abstände oft nicht eingehalten werden. So soll die Ausbreitung des Coronavirus zumindest verlangsamt werden, heißt es in der Begründung.

Private Treffen, etwa in Gaststätten

Bisher sah die Infektionsschutzverordnung vor, dass sich bis zu zehn Personen aus mehreren Haushalten treffen können. Der Landkreis rät nun dringend dazu, diese Zahl auf fünf Personen zu begrenzen. Wörtlich heißt es in der Mitteilung: „Es wird dringend empfohlen, den gemeinsamen Aufenthalt im öffentlichen Raum sowie in allen Gastronomiebetrieben des Landkreises Starnberg auf einen Personenkreis (wie Angehörige des eigenen Hausstandes, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister sowie Angehörige eines weiteren Hausstandes) oder auf Gruppen von maximal fünf Personen zu beschränken.“ Die Empfehlung für maximal fünf Personen gilt beispielsweise auch bei Spaziergängen oder Gaststättenbesuchen. Ziel sei, heißt es auf dem Starnberger Landratsamt, die Menschen für die aktuelle Lage und die Maßnahmen zu sensibilisieren. Gastronomen werden aufgefordert, dies bei der Bestuhlung ihrer Betriebe zu beachten. Dabei gilt: Steigt der Sieben-Tage-Wert über 50, wird aus der Empfehlung eine Pflicht.

Besuche in Kliniken und Altenheimen

Da der Landkreis nur den Warnwert von 35, jedoch nicht den Grenzwert von 50 überschritten hat, gibt es nur dringende Empfehlungen, „den Besuch von Einrichtungen auf täglich eine Person aus engen Angehörigen (wie des eigenen Hausstandes, Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft, Verwandte in gerader Linie, Geschwister sowie Angehörige eines weiteren Hausstandes) während einer festen Besuchszeit zu beschränken (bei Minderjährigen auch von den Eltern oder Sorgeberechtigten gemeinsam)“. So will der Landkreis verhindern, dass das Virus insbesondere in Altenheime gelangen kann. Diese Vorgabe wird bei Überschreitung der 50 zur Pflicht. Die Regelung gilt auch für Behinderteneinrichtungen.

Maskenpflicht in Schulen

Die Stufenpläne des Freistaates sehen bei Überschreitung des Warnwerts eine Maskenpflicht vor. Die Allgemeinverfügung schreibt nun vor, dass Lehrer und Schüler ab der fünften Klasse (außer Förderschulen) auch am Platz Maske tragen müssen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. Das ist in vielen Schulen der Fall beim Präsenzunterricht. Bisher war das nur bei Wegen in der Schule Vorschrift.

Vorgaben für Kindereinrichtungen

In allen Einrichtungen der Kindertagesbetreuung und Heilpädagogischen Tagesstätten sind nun feste Gruppen zu bilden. „Offene oder teiloffene Konzepte sind untersagt“, teilte das Landratsamt mit. Alle Beschäftigte haben in der Einrichtung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Was heißt das in der Praxis? Das Kinderzentrum St. Nikolaus in Herrsching war auf die Phase orange vorbereitet, war selbst auch schon von Infektionen betroffen (wir berichteten). Petra Buchinger leitet die größte Kindertageseinrichtung im Landkreis, in der 218 Kinder in Kindergarten, Krippe und Hort von 35 Mitarbeitern betreut werden. Bislang ohne Maske, nun ist die Maske Pflicht. „Für die Mitarbeiter ist es eine zusätzliche Belastung, die auslaugt. Man geht heim und ist k.o.“ Es sei anstrengend auf der einen Seite, aber auch notwendig. Das stehe außer Frage. „Wir müssen die Pausen anders regeln, viel trinken und darauf achten, an die frische Luft zu gehen.“ Die Kinder könnten damit umgehen, die haben sich daran gewöhnt, und die Kleinen seien ja quasi mit Maskenpflicht der Erwachsenen aufgewachsen, „die kennen es gar nicht anders“.

Wie lange gelten die Regeln?

Ab heute und vorerst sieben Tage (bis 21. Oktober) mit Option auf eine Verlängerung, je nach Lage. Landrat Stefan Frey: „Die Maßnahmen sind fachmedizinisch abgestimmt und entsprechen den Empfehlungen der staatlichen Infektionsschutzverordnung. Sie sind aus unserer Sicht zielführend und notwendig, um eine weitere Verbreitung der Infektionen so rasch wie möglich zu unterbinden. Es geht nun wirklich darum, das Geschehen so früh wie möglich in den Griff zu bekommen, um weitere Einschränkungen möglichst zu vermeiden. Daher bitte ich dringend alle Bürgerinnen und Bürger, in dieser schwierigen Zeit sich an die Vorgaben und Empfehlungen zu halten.“

Die Verfügung ist unter www.lk-starnberg.de/coronavirus auf der Internetseite des Landkreises zu finden.

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