Drei Pfarrer und ihre neue Verwaltungschefin: Petra Walter soll Leander Mikschl (Pöcking), Dr. Andreas Jall (Starnberg) und Peter Brummer (Tutzing, v.l.) entlasten und ihnen dadurch mehr Zeit für die Seelsorge bescheren.
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Drei Pfarrer und ihre neue Verwaltungschefin: Petra Walter soll Leander Mikschl (Pöcking), Dr. Andreas Jall (Starnberg) und Peter Brummer (Tutzing, v.l.) entlasten und ihnen dadurch mehr Zeit für die Seelsorge bescheren.

Die rechte Hand der Pfarrer

Entlastung für Pfarrer und Kirchenpfleger: Pfarreien in Starnberg, Pöcking und Tutzing haben künftig Verwaltungsleiterin

  • Katja Brenner
    vonKatja Brenner
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Pfarrer und Kirchenpfleger entlasten, damit diese sich ganz ihren Kernaufgaben widmen können: Das ist die künftige Aufgabe von Petra Walter. Am Donnerstag hatte die Verwaltungsleiterin für Starnberg, Pöcking, Feldafing und Tutzing ihren ersten Arbeitstag.

Starnberg – Verstärkung für die Pfarreiengemeinschaften Starnberg und Pöcking und die Pfarrei Tutzing im Kampf mit der Bürokratie: Zum 1. Oktober haben die Pfarrer Dr. Andreas Jall, Leander Mikschl und Peter Brummer mit Petra Walter (54) eine Verwaltungsleiterin zur Seite gestellt bekommen. Sie soll die drei Pfarreien mit zusammen mehr als 17 000 Gläubigen im Hinblick auf die zahlreichen anfallenden Verwaltungsaufgaben unterstützen.

Walters erster Arbeitstag im Dienst der Kirche sei „heiß ersehnt“ gewesen, sagte Pfarrer Jall, als das neue Gesicht am Donnerstag im Pfarramt Starnberg vorgestellt wurde. Schließlich seien er und seine Kollegen studierte Theologen und keine ausgebildeten Verwaltungsfachangestellten. Am Führen einer Pfarrei hänge jedoch ein „Verwaltungsmonstrum“, wie Jall es nannte.

Finanzverwaltung, Abrechnung, Baumaßnahmen

Was zu Walters Aufgaben gehört? Sie soll zum Beispiel die fünf Kindertageseinrichtungen mit mehr als 800 Kindern und 100 Mitarbeitern in personeller und finanzieller Hinsicht begleiten. „Da gibt es ganz viele Synergieeffekte“, sagte Pfarrer Brummer. „Die Themen wiederholen sich ja ständig.“

In den Pfarreien fällt auch der Bereich Finanzverwaltung in Walters Zuständigkeit. Eng damit verbunden sind die Themen Neubau, Sanierung und Renovierung, derer sich die 54-Jährige ebenfalls annehmen soll. Bislang war all das Aufgabe der Kirchenpfleger, die für die Verwaltung des Vermögens der Kirchenstiftungen und die Erledigung der Geschäfte der laufenden Verwaltung der Kirchenpflege zuständig sind. So sieht es die Theorie vor. „Die Berufswelt frisst jedoch das Ehrenamt immer mehr auf“, konstatierte Pfarrer Jall. Und wenn es um Projekte wie die Sanierung einer Kirche gehe, stoßen ehrenamtliche Kirchenpfleger, die in Vollzeit arbeiten, an ihre Grenzen. „Die können nach Feierabend einer Baufirma nicht hinterhertelefonieren“, erklärte Pfarrer Mikschl. Das bleibe dann oft am Pfarrer hängen – zum Nachteil für die Gläubigen und die Seelsorge. Für diese Kernaufgabe soll den drei Pfarrern durch Walters Unterstützung „mehr Zeit und Energie“ bleiben, so Brummer.

Konzept der Verwaltungsleiter gibt es seit über einem halben Jahrzehnt

Ihren Schreibtisch wird Petra Walter in Starnberg haben. Vorgesehen ist jedoch, dass sie jede Woche tageweise auch in Pöcking und Tutzing sein wird. Das Konzept der Verwaltungsleiter hat das Bistum Augsburg vor mehr als einem halben Jahrzehnt eingeführt. Über 50 Verwaltungsleiter gibt es in der Diözese bereits. Im westlichen Teil des Dekanats teilen sich Herrsching, Seefeld und Weßling bereits seit drei Jahren eine solche Stelle.

Petra Walter ist gebürtige Berlinerin und lebt seit 1986 im Großraum München. Nach 20 Jahren in Percha ist sie vor einem Jahr nach Gauting gezogen. Die Mutter dreier erwachsener Kinder ist studierte Kommunikationswirtin und hat bereits viele Jahre in der Verwaltung gearbeitet, unter anderem am Gymnasium Starnberg, zuletzt leitete sie ein großes Bildungszentrum in München. In der Kirchenverwaltung war sie zwar bislang nicht tätig, ehrenamtlich aber in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit. Wie sie haben auch zwei ihrer Kinder einen kirchlichen Kindergarten besucht, was sie als Vorteil für ihre Arbeit sieht. Walter: „Dadurch kenne ich auch die andere Seite.“ Besonders freut sie sich auf die Vielfalt ihrer neuen Aufgabe und „die vielen verschiedenen Begegnungen, die mir bevorstehen“.

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