Bushaltestelle
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Stadt will Kosten mittragen

Digitale Anzeigen für Bus-Haltestellen in der Stadt

Wenn sich der Landkreis entsprechend beteiligt, will die Stadt Starnberg auch einen sechsstelligen Betrag bereitstellen, damit große und viel genutzte Bushaltestellen mit digitalen Fahrplan- und Verspätungsanzeigen ausgestattet werden.

Starnberg – Der Mobilitätsausschuss des Stadtrates war dafür – aber wie die Finanzierung in der Praxis aussehen soll, entscheidet der Kreis erst morgen. Nicht alle Kreisräte halten die mehrere hunderttauschend Euro teuren Tafeln derzeit für angemessen.

Ziel ist, MVV-weit Bushaltestellen mit diesen aus Großstädten bekannten Tafeln auszustatten, auf denen der oder die nächsten Busse mit Ankunftszeit angezeigt werden, zudem eventuelle Verspätungen und einiges mehr. Mehrere Finanzierungsmodelle stehen zur Wahl, doch lehnte der Mobilitätsausschuss des Kreistages die Idee zunächst ab. Im Kreisausschuss morgen wird über einen neuen Vorschlag verhandelt, der wohl auf eine geringere Zahl an Tafeln, die der Kreis zahlt, hinausläuft. Die Stadt müsste für ihre Tafeln die laufenden Kosten (Strom, Mobilfunk für die Datenübermittlung, Wartung) aufkommen – bis zu 120 000 Euro pro Jahr. Von den mehr als 100 Haltestellen im Stadtgebiet sind 38 dafür vorgesehen. Der Staat fördert die Anschaffung mit rund 80 Prozent, die Tafeln sollen 2022 bis 2025 installiert werden.

Die Sache ist aber etwas eilig, wie Kreis-Verkehrsmanagerin Susanne Münster in der jüngsten Sitzung erklärte – wegen der Förderung und der Ausschreibung. Allerdings müsse die Stadt nicht alle Haltestellen ausrüsten lassen, die einmal festgelegt wurden. Im Ausschuss gab es viel Zuspruch, aber auch Kritik. „Wir haben doch Augen“, sagte Rudi Zirngibl (CSU), um Fahrpläne zu lesen, und Franz Heidinger (BLS) sieht im ÖPNV ganz andere Probleme als solche Tafeln. Beide stimmten gegen den Grundsatzbeschluss, die vorgesehene Zahl an Haltestellen bei Beteiligung des Landkreises auszustatten. Dr. Thorsten Schüler (UWG), selbst ÖPNV-Vielfahrer, hingegen begrüßt die Tafeln als Verbesserung, weil Verspätungen angezeigt werden. Kleinere Tafeln sollen über Solarmodule mit Strom versorgt werden – den Grünen zu wenig. Zumeist, sagte Münster, liegen die Haltestellen aber im Schatten, was eine Stromversorgung durch die Sonne schwierig bis unmöglich macht.

Diese Haltestellen sind vorgesehen:

■  Bahnhof See, Bahnhof Nord, Klinikum/Medicenter und Wittelsbacherstraße – das sind Haltestellen, die laut Kreis-Nahverkehrsplan als Kategorie C eingestuft sind, viele Fahrgäste und mehrere Linien haben.

■  Die 16 Haltestellen der Kategorie B (mehrere Linien, bis zu 250 Fahrgäste pro Tag) sind: Starnberg Friedenskirche, Starnberg Landratsamt/Seebad, Percha Berger Straße, Söcking Georg-Bader-Weg, Söcking-Mitte, Söcking Bründlwiese, Buchhof, Percha Bucentaurweg, Starnberg Kirchplatz, Starnberg Agentur für Arbeit, Starnberg Egerer Straße, Starnberg Brunnangerhalle, Starnberg Bozener Straße, Starnberg Kreissparkasse, Starnberg Gymnasium und Starnberg Moosstraße.

■  Die Haltestellen der Kategorie A – das sind alle anderen – sollen nicht alle mit den Tafeln ausgerüstet werden, weil das bei manchen keinen Sinn hat. Vorgesehen sind: Klinikum Starnberg, Percha St. Christophorus, Hanfeld Abt-Hörl-Weg, Hanfeld St. Michael-Straße, Starnberg Frühlingsgarten, Söcking Staatssiedlung, Perchting Ort, Landstetten, Perchting Am Laichholz, Hadorf, Starnberg Stadtmarkt, Starnberg Tutzinger-Hof-Platz, Starnberg Ferdinand-Maria-Grundschule, Starnberg Am Schlosshölzl, Starnberg Franziskusweg, Leutstetten, Petersbrunn, Starnberg Museum, Wangen Maibaum. Ob diese alle ausgerüstet werden und wann, lässt sich derzeit nicht sicher sagen.

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