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„5slmobil“ soll im Gegensatz zu etablierten Angeboten auch für Pendler interessant sein.

Der digitale Landkreis (3)

App zur Arbeit

Landkreis - Der Bürgernetzverein im Landkreis Starnberg geht mit einer neuen Mitfahrplattform an den Start.

Morgens im Stau nach München: Alle sind genervt, und die meisten sitzen allein in ihren Autos. „Schluss damit“ findet der Bürgernetzverein im Landkreis Starnberg. Und geht am kommenden Samstag mit seiner neuen Mitfahrlösung „5slmobil“ ins Netz. Die Zahlen imponieren: An jedem Arbeitstag verlassen im Landkreis Starnberg rund 44 000 Menschen ihre Wohnung, um zu ihrem Arbeitsplatz zu fahren. 9000 von ihnen bleiben im Landkreis, 35 000 allerdings pendeln raus aus dem Kreis, rund 21 000 von ihnen nach München. Das war 2014 – die Zahlen werden kaum gesunken sein. Wie viele Arbeitnehmer öffentliche Verkehrsmittel nutzen – dazu gibt es keine aktuellen Angaben. 

Nach kostenloser Registrierung geht es los

Zu wenige, möchte man meinen, denn nicht umsonst gilt der Mittlere Ring in München „als eine der größten Staufallen Deutschlands“, wie Bürgernetz-Vorstand Dr. Bernhard Edmaier in einer Pressemitteilung zum Thema schreibt. Unter dem Motto „Gemeinsam mobil“ will sein Verein daher im möglichst großen Stil Mitfahrgelegenheiten vermitteln. „Ziel ist es, den täglichen Pendlerverkehr insbesondere nach München zu entlasten, aber auch die Mobilität im Fünf-Seen-Land zu erleichtern“, erklärt Edmaier.

Bei „5slmobil“ kann jeder mitmachen. Nach einer kostenlosen Registrierung auf www.5slmobil.de kann der Nutzer Mitfahrgelegenheiten über Apps für Android-Smartphones, iPhones, das Internet und insbesondere einen Online-Kalender anfragen. „Die Fahrtkosten werden geteilt, man lernt nette Leute kennen und schont auch noch die Umwelt“, argumentiert Edmaier. Jeder kann selbst entscheiden, ober er Fahrer oder Mitfahrer sein möchte.

Edmaier überzeugt: "Das funktioniert auch kurzfristig"

Nun gibt es solche Plattformen schon lange. Die meisten allerdings wenden sich an Langstreckenfahrer, „für Pendler gibt es da nichts“. Auch das Landratsamt Starnberg bietet eine Mitfahrzentrale an – der gewünschte Erfolg ist bisher jedoch ausgeblieben. Der Vorteil von „5slmobil“ ist laut Edmaier: „Es ist leicht zu bedienen und kostenlos.“ Denn der Bürgernetzverein hat sich für seine Mitfahrlösung im Vorfeld eine preisgekrönte Software organisiert. „TwoGo“ von der Firma SAP SE aus Walldorf ist im vergangenen Jahr als beste Softwarelösung in dem Bereich ausgezeichnet worden. „Heute verfügt der Bürgernetzverein über die erforderlichen Lizenzen und kann diese Lösung anbieten“, erklärt Edmaier.

Er selbst ist schon völlig begeistert von dem Prinzip – und nutzt die Software bereits seit einigen Wochen. „Wir sind schon bis zu 15 Leute, die sich da organisieren. Das funktioniert hervorragend. Und je mehr Menschen mitmachen, desto besser wird das.“ Der 53-jährige Ingenieur aus Hechendorf rät potenziellen Mitfahreren, vor allem den Online-Kalender für die Organisation der Fahrten zu benutzen. „Das funktioniert auch kurzfristig.“ Edmaier selbst ist seit vielen Jahren geplagter Pendler. Er muss ins Westend und hat sich auch schon ein E-Bike für diese Strecke zugelegt.

Nebeneinander im Stau stehen? "Das ist doch peinlich"

Offizieller Start von „5slmobil“ ist am kommenden Samstag, 4. Juni. Der Bürgernetzverein bietet ab sofort wöchentliche Treffen an, bei denen sich die Nutzer austauschen können: Am kommenden Mittwoch ab 21.30 Uhr im „Boston“ in Starnberg, Maximilianstraße 5, und am Freitag ab 21 Uhr im „Ammersee Hotel“ in Herrsching, Summerstraße 32. Informationen und Hilfestellungen erhalten die Nutzer auch unter z 01 76/ 80 79 00 73 oder per E-Mail an info@5slmobil.de.

Edmaier ist überzeugt, dass die Plattform im Landkreis auf den entscheidenden Achsen A95 und A96 funktionieren kann. „Man muss sich einfach einen Ruck geben. Nebeneinander im Stau zu stehen, jeder in seinem Auto, das ist doch auch peinlich.“

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