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So leer ist die Dinardstraße nur selten: Die Staatsstraße wird pro Tag von mehr als 2500 Fahrzeugen befahren. Seit sieben Monaten gibt es eine Anordnung für Tempo 30 im nördlichen Teil, die wegen Zuständigkeitsunklarheiten bisher nicht umgesetzt wurde. Auf dem Panoramabild ist die Söckinger Kreuzung links zu sehen, der Lindenweg ganz rechts. 

Verkehr

Dinardstraße: Ganz schnell Tempo 30

Geht doch: Mehr als sechs Monate nach der Anordnung wird an der Dinardstraße Tempo 30 gelten – zumindest teilweise.

Starnberg– „So schnell wie möglich“ soll an der Dinardstraße im Bereich der Kindereinrichtung „Spielinsel“ eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h verhängt werden. Das erklärte Christian Probst vom Staatlichen Bauamt Weilheim. Im Rathaus kam man am Montag zu einer ähnlichen Entscheidung.

Angeordnet ist das schon seit Anfang April, doch konnten sich Stadt und Staatliches Bauamt Weilheim bisher nicht über die Zuständigkeit einigen. Nun will Probst, Abteilungsleiter für den Landkreis Starnberg, dem Hickhack ein Ende machen: Die Schilder würden bald aufgestellt, sagte er am Montag auf Anfrage, und die Zuständigkeit kläre man hinterher. So ähnlich hatte auch Bürgermeisterin Eva John gehandelt – sie hatte den Bauhof angewiesen, die Schilder aufzustellen, auch wenn die Zuständigkeit nicht abschließend geklärt sei, sagte sie gestern.

Die Schilder – es geht um zwei Verkehrszeichen und ein Zusatzschild für die zeitliche Gültigkeit – müssen schließlich von irgendjemand aufgestellt werden. Das Landratsamt hatte in seiner Anordnung standardisiert das Staatliche Bauamt benannt, das für die Straßenbaulastträger handelt – den Freistaat, denn es ist eine Staatsstraße. Allerdings gibt es zwischen Stadt und Staat eine so genannte UI-Vereinbarung, die Unterhalt und Instandsetzung regelt. Vereinfacht gesagt: Die Stadt kümmert sich um Straßen, der Freistaat zahlt dafür. Wann dies gilt, ist allerdings knifflig und Probst zufolge durchaus eine Interpretationsfrage: Ist es eine Erstaufstellung oder ein Unterhalt, weil eine vorhandene Begrenzung geändert wird? Dazu gebe es auch einen Katalog, was in solchen Fällen von wem zu erledigen sei. „Da kann man sich schon drüber streiten“, räumt Probst ein, „es geht um Grundsatzfragen“. Die sind aber eher haushaltsrechtlicher Natur, und in diesem Fall haben sie die Schilderaufstellung verzögert. Den Haushalt groß belasten werden die Schilder nicht – eines kostet um die 200 Euro. Wer nun wirklich für die Schilder zuständig ist, will Probst nach der Aufstellung mit der Stadt klären.

Das Tempolimit von 30 km/h wird dann zwischen dem Beginn der Dinardstraße an der Söckinger Kreuzung bis kurz vor der Einmündung Lindenweg gelten und nur montags bis freitags von 7 bis 17 Uhr. Es wurde vom Landratsamt nur wegen der Kindereinrichtung angeordnet – normalerweise kann man auf der Dinardstraße auch nicht wirklich rasen. Die derzeit erlaubten 50 km/h sind dort in vielen Fällen nicht zu erreichen – bei wenig Verkehr aber durchaus. Die Stadt Starnberg will schon seit Jahren auf ganzer Länge der Dinardstraße Tempo 30, das Starnberger Landratsamt lehnte dies jedoch mehrfach ab. Die Stadt, so der letzte Beschluss im Verkehrsausschuss hält die Forderung dennoch aufrecht.

Bereits am Montag tauchten erste Schilder an der Dinardstraße auf. Ob die von der Stadt stammten, war offen.

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