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Der ehemalige Gasthof Holzeder.

Dorfentwicklung

„Eine große Chance für Wangen“

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Wo entsteht das neue Feuerwehrhaus in Wangen? Von ehemals neun Standorten sind jetzt zwei in der engeren Auswahl.

Wangen – Es ist keine einfache Entscheidung: Das eine Grundstück gehört zwar der Stadt, ist aber schwer zu planen – das andere Grundstück ist einfacher zu planen, befindet sich dafür aber in Privatbesitz. Ob auf dem jetzigen Spielplatzgelände an der Ecke Wildmoosstraße/Angerstraße oder auf dem Holzeder-Grundstück an der Ecke Olympiastraße/Pfarrweg – wo letzten Endes das neue Feuerwehrhaus in Wangen entsteht, ist derzeit noch offen. Auch in der Bürgerversammlung am Mittwochabend gab es kein eindeutiges Meinungsbild.

Architekt Nicolai Baehr hatte für die Stadt die ehemals neun Standorte untersucht, von denen am Ende noch zwei übrig blieben. Seine Aufgabe: ein Feuerwehrhaus mit zwei Garagen, einer Erweiterungsmöglichkeit für ein drittes Fahrzeug, dazu Aufenthaltsräume, ein Mehrzweckraum und zwei bezahlbare Wohnungen für junge Familien.

Mit diesem Profil gehe dem Spielplatz-Grundstück „die Luft aus“, sagte Baehr. Wie er das Gebäude auch drehe, es springe aus der Flucht der anderen Häuser zurück, was städtebaulich nicht schön sei, die Spielplatzfläche verschwinde zudem nördlich des Gebäudes im Schatten. „Das ist für uns nicht der Favorit“, sagte der Diplom-Ingenieur. Wolle man dennoch dort das Feuerwehrhaus bauen, empfahl er Abstriche beim Anforderungsprofil, etwa einen Verzicht auf den Mehrzweckraum.

Das sei beim Holzeder-Grundstück nicht erforderlich. Außerdem könne der sanierungsbedürftige Gasthof in das Gesamtkonzept integriert werden, sagte Baehr. Aber was ist mit dem Eigentümer? „Wir haben mit ihm gesprochen“, sagte Bürgermeisterin Eva John. „Er hat Verhandlungsbereitschaft signalisiert.“ Über mögliche Kosten für das mehr als 2500 Quadratmeter große Grundstück mit dem ehemaligen Gasthof und dem Biergarten sprach John nicht, sie dürften allerdings mehr als eine Million Euro betragen.

Stadtbaumeister Stephan Weinl ließ deutliche Sympathien für das Holzeder-Areal durchblicken. „Es ist ein glücklicher Zufall, dass dieses Grundstück gerade jetzt eine Zukunft sucht“, sagte er. Auch für einen Teil der Wangener Bürger scheint die Fläche an der Olympiastraße perfekt zu sein. „Das ist eine große Chance für Wangen“, sagte etwa Silvia Scharl. Zum einen bleibe der Spielplatz erhalten, zum anderen laufe das Dorf nicht Gefahr, dass der Gasthof irgendwann veräußert, abgerissen und das Grundstück mit Neubauten „wie in Neufahrn“ bebaut werde. Franz Pentenrieder warnte hingegen davor, die Grundstückskosten zu finanzieren, indem das Spielplatzgelände verkauft werde.

Die Freiwillige Feuerwehr scheint sich noch nicht so ganz mit dem Holzeder-Grundstück angefreundet zu haben. „Ein Feuerwehrhaus in der Dorfmitte ist für alle Feuerwehrkräfte am leichtesten zu erreichen“, gab Kommandant Florian Feuerlein als Argument für den Standort Spielplatz an.

John möchte nun mit der Feuerwehr das Raumprogramm diskutieren, das Spielplatz-Grundstück anders organisieren und die Meinung des Stadtrats einholen – „danach kommen wir wieder nach Wangen“.

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