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Der Ortskern als Treffpunkt: Bei der Dorferneuerung in Wangen geht es den Bewohnern vor allem um Aufenthaltsqualität, einen Treffpunkt und nach Möglichkeit ein Wirtshaus. Als Bremser erweist sich derzeit etwas anderes: die Standortsuche für die Feuerwehr. 

Dorferneuerung

In der Warteschleife vor der Ratstür

Wangen - Bei der Dorferneuerung Wangen gibt es Verzögerungen. Hintergrund ist die Suche nach einem Standort für ein neues Feuerwehrhaus. Erste Vorschläge gibt es, die jedoch unter Verschluss bleiben – sie sollen erst dem Stadtrat vorgelegt werden.

 Entgegen dem ursprünglichen Zeitplan wird die Vorbereitungsplanung für die Dorfentwicklung in Wangen wohl erst im Herbst und nicht mehr in diesem Sommer vorliegen. Grund ist die Suche nach einem geeigneten Standort für die Freiwillige Feuerwehr.

Die Dorferneuerung ist ein Prozess, der durch intensive Zusammenarbeit vom Starnberger Rathaus, dem Amt für ländliche Entwicklung aber vor allem den betroffenen Bürgern vor Ort dazu führen soll, dass Wangen an Attraktivität und Wohnqualität für alle gewinnt. Es geht dabei um die Entwicklung und das Bild der Ortsmitte, die Randbedingungen für Freizeit, Soziales, die Vereine, den Verkehr sowie Handel, Landwirtschaft und Gewerbe. Begonnen worden ist der Prozess im vergangenen Jahr mit einer Bürgerversammlung, die bereits zeigte, dass die Bewohner ungewöhnlich hohes Engagement an den Tag legen werden, die Zukunft ihres Dorfes zu gestalten.

Erarbeitet wurden bisher ein Profil für den Ort, eine Stärken-/Schwächen-Analyse und eine Wunschliste der Wangener. Auf Letzterer standen wie berichtet auch solche Dinge wie ein Dorfplatz als Treffpunkt für Jung und Alt sowie die Neubelebung des Wirtshauses. Das Gasthaus Holzeder, das um das Jahr 1790 entstanden war, ist seit langem nicht mehr bewirtschaftet. Nur der Biergarten ist im Sommer bei schönem Wetter Anlaufstelle für Radler, Wanderer und auch Wangener.

Die Meinung der Dorfbewohner zählt

Den Anstoß für die Dorfentwicklung hatten die Bewohner 2010 bei der 1000-Jahr-Feier des Ortes gegeben. Dabei war Geld übrig geblieben, das man zunächst in einen Dorfbrunnen, später dann in einen Gedenkstein investieren wollte. Warum nicht gleich allgemein Nägel mit Köpfen machen? Man war sich schnell einig, gleich den ganzen Ort genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Wangener selbst wählten zur fachlichen Begleitung das Münchner Landschaftsarchitekturbüro Freiraumstudio aus. Es gab mehrere Sitzungen, auch in Form eines Wirtshausgespräches in der Mehrzweckhalle – wo heute die Feuerwehr untergebracht ist – und Sitzungen der von Bürgern gebildeten Arbeitskreise.

Zu Beginn des Sommers informierte Freiraumstudio die Teilnehmer, dass bezüglich der Feuerwehr eine Standortprüfung nötig sei. Zählen sollten dabei nicht nur die „harten Fakten“ wie Flächen- und Raumbedarf sowie Erreichbarkeit, sondern vor allem die Meinung der Dorfbewohner. Sie sollten ihre Vorschläge machen und begründen. Laut Stadtbaumeister Stephan Weinl ist nun der Stadtrat gefragt. Er muss die Vorschläge zu Finanzierbarkeit, Verfügbarkeit der Grundstücke sowie Bereitschaft der Betroffenen, den ausgewählten Standort zu entwickeln, gewichten und dann eine Entscheidung treffen. Die Unterbringung der Feuerwehr an der Mehrzweckhalle sieht auch Weinl als „provisorisch“: „Es ist nicht gut, wenn die Einsatzkräfte im Ernstfall zunächst aus dem Ort raus zum Ende des Kastanienwegs und dann zum Einsatz wieder in den Ort hinein fahren müssen.“ Weinl rechnet damit, dass der neue Standort für die Feuerwehr in einer der nächsten Sitzungen des Stadtrates Thema sein wird. Welche Standorte in Frage kämen, will er vorerst nicht sagen.

Mehr Infos

gibt es auf der Internetseite www.dorferneuerung-wangen-starnberg.de

Von Barbara Irlbauer

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