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Besichtigten das Areal rund um das geplante Gewerbegebiet in Schorn: Vertreter von Bürgerinitiative, Grüne und Bund Naturschutz 

Sorgen um Wald, Tiere und Klima 

Drastische Auswirkungen befürchtet: Naturschützer bringen Gewerbegebiet Schorn in den Landtag

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Die Bürgerinitiative Schorn, Grüne und Bund Naturschutz weiten ihren Protest gegen das Gewerbegebiet aus. Sie wollen das Thema auf Landtagsebene bringen – weil sie drastische Auswirkungen für die Metropolregion München befürchten.

Schorn – Als hätten sie die Naturschützer bestellt: Fünf Mäusebussarde kreisen auf Nahrungssuche über einer Ackerfläche, die eines Tages zum Gewerbegebiet Schorn gehören soll. Die Bürgerinitiative (BI) hat, unterstützt von Grünen und Bund Naturschutz (BN), zum Ortstermin geladen. Acht Engagierte sind gekommen, die verhindern wollen, dass die Stadt den Asto Campus Starnberg für High-Tech-Unternehmen auf 47 Hektar zulässt. Sie reden über die vielen Nester der Bussarde, über die Rückzugsorte von Fledermäusen, den sehr intakten, von der Rodung bedrohten Bannwald – aber auch über die Auswirkungen für die Metropolregion München.

Für die Naturschützer ist das Thema Schorn mehr als ein lokales Phänomen. Sie kündigen deshalb nicht nur eine große Veranstaltung in Starnberg im Oktober an, sondern auch, ihren Widerstand in den Landtag zu bringen. Der Grünen-Abgeordnete und Vorsitzende der BN-Kreisgruppe München Christian Hierneis ist da. Er spricht von einer „extrem egoistischen Haltung“ Starnbergs und einer Frischluftschneise Richtung München, die bis zu 25 Meter hohe Gebäude durchschneiden würden.

„Wie passen die Pläne mit dem neuen Artenschutzgesetz zusammen?“

Hierneis will Anfragen und Anträge im Landtag stellen, um dem Thema Schorn bayernweite Aufmerksamkeit zu sichern. Eine Frage hat er schon im Kopf: „Wie passen die Pläne mit dem neuen Begleitgesetz zum Artenschutz und dem Vorhaben von Ministerpräsident Söder, tausende Bäume zu pflanzen, zusammen?“ Der Flächenverbrauch durch das Gewerbegebiet und die Rodung eines Bannwalds mit einer hohen Schutzstufe würden dem Sinn des Gesetzes vollkommen widersprechen.

Die BI will sich für neue Gutachten einsetzen. „Sie stammen teilweise aus dem Jahr 2011“, kritisiert die neue Vorsitzende Dr. Ursula Lauer. Dann listet sie auf, was die Behörden alles beachten müssten: die Trinkwasserbrunnen in der Umgebung, den Wald als CO2-Speicher und Sauerstoffspender, den Ackerboden, den Tierschutz, das Landschaftsbild und die Auswirkungen aufs Klima. „Wir wollen die Umwelt als Gesamtkomplex schützen“, sagt Lauer. „Natur kann man nicht nur punktuell erhalten, man würde die Wechselwirkungen zerstören.“

Lesen Sie auch: Das sind die Pläne für das Gewerbegebiet Schorn

Beim Thema Wasser schaltet sich BI-Vorstandsmitglied und BN-Kreisvorsitzender Günter Schorn ein: Es gebe Diskrepanzen zwischen den Wasserwirtschaftsämtern in München und Weilheim. Den Münchnern sei daran gelegen, das Gebiet an der A 95 als Grundwasserspeicher für die Region zu erhalten. Die Weilheimer ließen die Bereitschaft, den Naturschutz konsequent zu prüfen, vermissen, sagt Schorn. Man müsse klären, ob sich die Ämter auf verschiedene Unterlagen stützen. Lauer ergänzt, dass Schadstoffe auf dem Gelände mit vielen Senken schnell ins Grundwasser eindringen können, weil die Deckschichten dünn seien.

Sorgen bereitet den Anwesenden auch die Verkehrssituation. Wangen, Percha, Schäftlarn und Neufahrn würden durch Lieferlastwagen stark belastet. Hierneis wird sehr deutlich: „Es gibt in der Metropolregion München keinen Bedarf an großen Gewerbegebieten mehr. Und es muss aufhören, dass landwirtschaftliche Flächen als Bauland gesehen werden.“ Neue Firmenareale wie in Schorn würden dazu führen, dass noch mehr Menschen in die Region ziehen – in der es eh an Wohnraum mangele. Hierneis: „Das Wachstum zerreißt uns irgendwann.“

Die Starnberger Grünen-Stadt- und Kreisrätin Martina Neubauer betont, „dass innerörtliche Flächen nicht angegangen werden“. Sie sieht zum Beispiel im Gewerbegebiet an der Petersbrunner Straße viel Leerstand und Potenzial. Davon abgesehen müsse sich die Stadt eher um Fachkräfte als um High-Tech-Gewerbe bemühen.

Im Juli hatte sich der Umweltausschuss des Landkreises dafür ausgesprochen, 37 Hektar aus dem Landschaftsschutz herauszunehmen – allerdings auch fehlende Unterlagen von den Investoren gefordert. Das Verfahren könnte, auch weil der Bebauungsplan noch nicht steht, bis Mitte 2020 dauern.

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