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Das Wehr im Mühltal mit seinen vier Schiebern war bereits im Juni Bestandteil handfester Diskussionen.

Es geht um den Abfluss des Starnberger Sees

Wie durchlässig ist das Wehr im Mühltal?

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Starnberg - Ein Naturversuch soll in dieser Woche klären, ob über die Würm der Pegel des Starnberger Sees reguliert werden kann.

„Am Wehr staut sich die Wut“, titelte der Starnberger Merkur am 21. Juni. Der Starnberger See hatte damals nach teils heftigen Regenfällen einen hohen Pegel, gleichwohl war der Abfluss durch die Würm nur gering. Weil das Wehr im Mühltal zu drei Vierteln geschlossen war? Das vermuteten See-Anlieger und waren deswegen sauer auf das Wasserwirtschaftsamt Weilheim, das nämlich keinen Zusammenhang sah.

Jetzt, knapp fünf Monate später, will die Behörde der Sache aber doch auf den Grund gehen. Am nächsten Mittwoch, 9. November, startet ein sogenannter „Naturversuch zur Wasserstandsregulierung am Starnberger See“. Dabei geht es genau um die Frage vom Juni: Kann der Wasserstand des Sees durch eine gezielte Steuerung des Abflusses an der Würm reguliert werden?

Dafür wird der Durchlass des Wehrs im Mühltal durch Ziehen der insgesamt vier Wehrschützentafeln langsam gesteigert. Eine Woche lang will das Wasserwirtschaftsamt während des Versuchs Daten erheben: Alle 15 Minuten wird der Wasserstand gemessen, ein- bis zweimal täglich die Fließgeschwindigkeit, erklärt der Abteilungsleiter für den Landkreis Starnberg, Markus Brandtner.

Dabei werden die Pegelanlagen am Seeauslauf neben dem Wasserpark sowie an der Würm in Leutstetten betrachtet. Es handelt sich nicht um den ersten Test dieser Art: 2011 hatte die Behörde schon einmal einen Ablaufversuch unternommen, der seinerzeit aber ergeben hatte, dass bei normalen Wasserständen eine Öffnung des Wehrs keine Wirkung hatte. Seeanrainer wie Werftbesitzer Anton Dreher hatten diesen Versuch scharf kritisiert, weil er nicht zu Hochwasserzeiten gestartet worden war. Brandtner hingegen sieht derzeit noch einen leicht erhöhten Wasserstand am Starnberger See – der Pegel lag am Freitag rund 35 Zentimeter unter der offiziellen Hochwassermarke, aber immerhin noch 17 Zentimeter über dem mittleren Seepegel, dem langjährigen Durchschnitt.

Der Naturversuch ist aufwändig, unter anderem könnte die Würm mit einem Motorboot abgefahren werden. Derzeit ist sich Brandtner aber nicht sicher, dass das wirklich nötig sein wird.

Noch im Sommer, als der See deutlich Hochwasser führte, hatte das Wasserwirtschaftsamt unter dem damaligen Abteilungsleiter Walter Schramm einen solchen Versuch rundheraus abgelehnt – wegen der Ergebnisse von 2011.

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