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Die Sonnenburg ist ein historisches Schmuckstück im Südtiroler Pustertal.

Tourismus

Käufer gesucht für Vier-Sterne-Herberge

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Im Südtiroler Pustertal steht ein exklusives Hotel in historischen Mauern zum Verkauf. Die Eigentümer sind Starnberger. 

Starnberg – Das Schloss Sonnenburg bei St. Lorenzen im Pustertal ist eines der schönsten Hotels in Südtirol. Es heimste mehrere Auszeichnungen ein, zum Beispiel als „Historischer Gastbetrieb des Jahres 2017“. Der Söckinger Karl Knötig hatte die Immobilie Mitte der 1960er Jahre erworben. Auf den Ruinen eines ehemaligen Benediktinerinnen-Klosters ließ er „mit hoher Sensibilität, aber auch mit unternehmerischem Geschick“, wie es in der Urkunde zur Auszeichnung heißt, das Hotel errichten. Knötig ist im November 2018 verstorben. Jetzt wird die Familie das Hotel zum 27. Oktober schließen – „schweren Herzens“, wie in einer Nachricht an „liebe Gäste und Freunde der Sonnenburg“ zu lesen ist. Die Familie sucht Nachfolger, „die die Sonnenburg kaufen und in einer guten Weise weiterführen möchten“.

Nachfolgeregelung das Problem

Die Betreiber der Sonnenburg teilen das Schicksal zahlreicher Familienunternehmen: Es fehlt an einer Nachfolgeregelung. „Unsere Kinder möchten ihren eigenen Weg gehen“, sagt Geschäftsführer Gunther Knötig, „sie wollen das Hotel nicht übernehmen.“ Deshalb habe der Familienrat beschlossen, für das Hotel einen externen Nachfolger zu suchen. Es gebe bereits Kaufinteressenten, sagt Knötig – aus Südtirol und aus Deutschland. „Wir sind optimistisch, dass das Hotel in gute Hände kommt“, erklärt der Geschäftsführer. „Das Haus ist in einem sehr guten Zustand.“ Es sei immer investiert worden, um es in diesem Zustand zu erhalten, angefangen von seinem Vater Karl, dem Hotel-Erbauer, bis heute.

Karl Knötig und seine Frau Adele gelten als die Wegbereiter des Tourismus in Südtirol. Mitte der 1950er Jahre organisierte der aus dem Sudetenland stammende Knötig Jugendferienlager für Vertriebene in der nördlichsten Provinz Italiens. Auf der Suche nach Unterkünften kam er bis in die entlegensten Täler Südtirols.

Ehemalige Klosterruine

Eines Tages führte ihn sein Weg nach St. Lorenzen im Pustertal. Die verfallene Ruine des ehemaligen Klosters auf einem Felsen über dem Ort hatte es ihm sofort angetan. Das war er, „der Platz“, wie Karl Knötig diesen Ort nannte, den die Einheimischen auch „Akropolis des Pustertals“ nannten. Wie er die Reste der Burg und den Schutthaufen drumherum in ein florierendes Unternehmen verwandelt hat, schrieb Knötig nieder und veröffentlichte die Geschichte der Sonnenburg als Buch. Darin schildert er, dass er Archäologen eingeladen hatte, Schicht für Schicht der Vergangenheit der Burg freizulegen und für die Nachwelt zu dokumentieren.

Denkmal und Ensembleschutz

„Das Hotel Schloss Sonnenburg ist über viele Jahrzehnte mit enormer Energie, großen Investitionen, Kreativität und Traditionssinn zu einem einzigartigen Haus geworden“, attestierte später die Stiftung Südtiroler Sparkasse dem historischen gastronomischen Betrieb. Interessenten können sich an die Adele Ferien GmbH als (Noch)Eigentümerin der Anlage wenden.

Das Hotel steht wie die gesamte Sonnenburg unter Denkmalschutz, wie Gunther Knötig mitteilt. Das gelte auch für das gesamte Dorf am Fuße des Sonnenburg-Felsens, St. Lorenzen genießt Ensembleschutz. Die Nutzung der Sonnenburg unterliege keinen Auflagen der Denkmalschutzbehörde. Sie könne als Hotel weitergeführt werden, aber auch eine andere Verwendung sei denkbar.

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