Rockavaria findet 2018 wieder in München statt – an einem ganz anderen Ort

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Der Blick von oben zeigt die Änderungen: Die Fassade des Bades mit Freitreppe zur Gastronomie (rechts) und den neuen Eingangsbereich (Mitte).

Wasserpark

Ein Blick in Starnbergs künftiges Seebad

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Ein neues Hallenbad zu Weihnachten? Für die Stadt könnte das wahr werden, denn die Bauarbeiten am Wasserpark liegen im Zeitplan. Ob man noch heuer eine Runde schwimmen kann, zeigt sich im August.

Starnberg – Lindgrüne, kleine Fliesen bedecken die Wände in den künftigen Duschen, weiße die im eigentlichen Hallenbach. Die Decken sind aus angenehm hellen Holz. Krachende Farben oder das gewohnte Hellblau sucht man im Wasserpark vergebens – außer an den Sprungtürmen und in den Becken. Fast zwei Jahre nach Schließung des Bades nimmt der Innenausbau Formen an. Noch gibt es viel zu tun, und ob der Wasserpark, der dann Seebad heißen wird, noch heuer für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, ist offen.

Bei einem Rundgang für den Starnberger Merkur erklärten Bürgermeisterin Eva John und Hochbauchefin Christina Frei den Stand der Bauarbeiten. Erste Station: der Eingangsbereich. Er ist in etwa dort, wo er auch früher war – damit enden die Gemeinsamkeiten. Das rund acht Meter hohe Foyer wird der einzige Eingang, sowohl fürs Hallen- als auch fürs Freibad und zur Sauna. Über eine Innentreppe geht es zu den Einzelumkleiden, die Gemeinschaftsumkleiden für Schulklassen und Vereine sind im Erdgeschoss. Einen Aufzug gibt es, und hunderte Spinde für Besucher. Die Außentreppe am Hauptbau zur Strandbadstraße hin ist Zugang zur künftig zweietagigen Gastronomie. Der komplette Vorplatz wird barrierefrei.

Rund 80 Firmen arbeiten mit

In der eigentlichen Schwimmhalle ist von den Becken nichts zu sehen – sie sind seit fast zwei Jahren abgedeckt. Zum See hin ist der Bau um rund 2,5 Meter gewachsen, um Platz für Liegestühle mit Seeblick zu schaffen. Gleiches gilt für die Empore. Schließlich müssen Ruhezonen sein, denn John zufolge soll es ein „Wohlfühl-Familienbad“ sein, keine turbulente Therme. Die Duschen zwischen Bad und Umkleiden sind angenehm lindgrün gefliest, in der Halle dominiert ein nicht ganz reines Weiß. Bauarbeiter sind an allen Ecken und Enden bei der Arbeit – insgesamt sind laut Frei rund 80 Firmen an dem Projekt beteiligt.

Seeblick: So sehen die Saunahütten innen aus.

Während sich an Beckenlage und -größe nichts ändert, wird der Familienbereich komplett erneuert. Eine Rutsche entsteht dort, ein Kleinkinderbecken mit wasserspeienden Igeln und anderen Tieren sowie ein Schiffchenkanal zum Spielen. Die groben Formen kann man schon erkennen. Einen Großteil der Umbauten und Ausstattungen des 20-Millionen-Euro-Projekts bekommt der Gast aber nie zu sehen. Eva John: „Den meisten Aufwand erfordert die Haustechnik.“ Der Lüftungsraum kann bei der Größe fast mit dem Foyer konkurrieren, besteht aber nur aus Gebläsen und Luftschächten. Im Keller stehen neue Pumpen und Reinigungssysteme, darunter ein so genannter Schlammwasserbehälter. Darin ist kein Schlamm im eigentlichen Sinne, sondern gebrauchtes, gechlortes Wasser aus den Becken, das fast wieder zur Regenwasserqualität aufbereitet werde, erklärt Christina Frei.

Fragezeichen bei Zustand der Becken

Alles ist eine Baustelle, bis August sollen weite Teile der Arbeiten abgeschlossen sein. Dann kommt ein wichtiger Tag: Wenn die Becken geöffnet werden. Wie die nach zwei Jahren aussehen, weiß niemand. Eine Sanierung ist derzeit nicht geplant, könnte aber notwendig werden. Das würde den Zeitplan etwas durcheinanderwirbeln.

Fast fertig sind hingegen die drei neuen Saunahütten am Seeufer. Die Sauna-Fläche verdoppelt sich durch die Sanierung. Über eine Lounge vom Hauptbau aus erreichbar gibt es in allen drei Sauna und Ruhebereich mit Seeblick. In einer Hütte gibt es ein ausgebautes Dachgeschoss. Alles ist in Holz gehalten, Kunststoff sucht man vergebens. „Merkmal Natürlichkeit“ nennt die Bürgermeisterin diesen Stil, der Hochwertigkeit ausdrückt. Die gibt es auch, denn: „Eine Sauna mit Seeblick hat nicht jeder.“ Vor den Hütten wird die Ufermauer erneuert, Sitzbänke inklusive.

Noch Baustelle: der neue Eingangsbereich.

Und wann kann sich der Starnberger das alles selbst anschauen? Vielleicht noch dieses Jahr, sagt John, aber so sicher ist das nicht. Die Anlagen seien fast komplett erneuert, die könne man nicht einfach einschalten. Minimum acht bis zehn Wochen sind für das Hochfahren und Testen der Systeme nötig, vielleicht auch länger. Im Testbetrieb bereits Besucher einzulassen, ist nicht vorgesehen. Am Betreiberkonzept, das neben Öffnungszeiten auch Personal und Eintrittspreise beinhaltet, wird noch gearbeitet. Ein Fachbüro sei damit beschäftigt, erklärt die Bürgermeisterin, das Papier liege noch nicht vor. Die Entscheidungen treffe der Stadtrat. Absehbar ist aber: Zumindest die Sauna wird teurer. „Es war und bleibt ein Zuschussbetrieb“, sagt John. Den Familienbereich will sie möglichst günstig halten.

Mit der Wiedereröffnung wird der Wasserpark den Namen wechseln – in Seebad, wie der Stadtrat es beschlossen hat. Deswegen müssen alle Schilder in der Stadt geändert werden. Wie der Schriftzug aussehen wird, ist noch nicht entschieden. Es ist ja auch noch etwas Zeit.

Probesitzen: Starnbergs Bürgermeisterin Eva John (l.) und Christina Frei vom Bauamt in einer Saunahütte.

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