Der Spielplatz in Perchting soll interessanter werden. Dafür setzen sich unter anderem (v.l.) Matthias Frühauf, Richard Rothdauscher, Dagmar Jordan, Sonja Neueder, Corinna Kattenbeck und Sebastian Fischer ein.
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Der Spielplatz in Perchting soll interessanter werden. Dafür setzen sich unter anderem (v.l.) Matthias Frühauf, Richard Rothdauscher, Dagmar Jordan, Sonja Neueder, Corinna Kattenbeck und Sebastian Fischer ein.

Ein Dorf arbeitet für einen neuen Spielplatz

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Die Dorfgemeinschaft in Perchting ist etwas ganz Besonderes. Nun arbeiten zahlreiche Bürger daran, den Kindern in dem Starnberger Ortsteil einen neuen Spielplatz zu organisieren. Eine Spendenkampagne läuft, viele helfende Hände sind bereits gefunden.

Perchting – Schaukel, Rutsche und Wippe sind nicht mehr der letzte Schrei. „Sehr klein und wenig attraktiv“, sagt Sebastian Fischer über den Kinderspielplatz beim Sportlerheim in Perchting. Der 43 Jahre alte Angestellte weiß von Familien, die mit ihren Kindern lieber auf Spielplätze in andere Orte fahren als im Dorf zu bleiben. Diesen Zustand wollen Fischer und das Team der Perchtinger „Dorfzeitung“ zusammen mit den Verantwortlichen des TSV Perchting-Hadorf nun beenden. Bei einem bloßen Appell oder einer Bitte ans Rathaus soll es aber nicht bleiben. „Wenn man etwas fordert, sollte man sich auch selbst einbringen“, sagt Fischer im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Und so haben die Perchtinger angefangen, Spenden zu sammeln, um einen „angemessenen Spielplatz“ zu schaffen, wie es in dem entsprechenden Aufruf heißt. Als Geräte sind ein attraktiver Spiel- und Kletterturm inklusive Rutsche, eine Wippe und ein Sitz-Schaufelbagger angedacht, dazu eine Sitzbank-Garnitur aus massivem Holz für die Eltern und Großeltern. Es ist ein ambitioniertes Vorhaben. „Allein der Turm kostet 15 000 bis 20 000 Euro“, erklärt Fischer. „Wir werden am Schluss bestimmt bei einer mittleren fünfstelligen Summe landen.“ Die ersten Spenden seien bereits eingegangen, sagt Fischer.

Und nicht nur das: Es gebe auch schon Zusagen ortsansässiger Handwerker, ergänzt Matthias Frühauf. Der Ortsteilreferent des Stadtrats wohnt in Perchting und nennt die Firma Engl, die die Erdarbeiten übernehmen will, und den angehenden Zimmerermeister Dominik Sepperl, der sich um die Sitzgarnitur kümmern möchte. Neben dem finanziellen sieht Frühauf noch einen anderen Aspekt: „Ein gemeinsames Projekt bringt die Leute zusammen“, sagt er nicht ohne Stolz auf die Perchtinger. „Das ist ein Vorteil, wenn du auf dem Dorf lebst.“

Ganz ähnlich sieht das Richard Rothdauscher. „Wir haben die ganzen Gewerke in der Hand und können viel Eigenleistung erbringen“, sagt der Präsident des TSV Perchting-Hadorf. Das zeige sich bereits bei der Erneuerung der Stockbahn, die sich beim Spielplatz befindet. Die Sanierung hätte ursprünglich noch im alten Jahr über die Bühne gehen sollen, ist nun aber auf 2021 verschoben, weil es zu Verzögerungen bei den Genehmigungen gekommen ist.

Im zurückliegenden Sommer wurden zunächst die Anschlussleitungen des Vereinsheims für die Schmutz- und Regenwasserentsorgung ertüchtigt, wie Rathaussprecherin Sarah Buckel auf Anfrage erklärt. „Dabei mussten für die erforderlichen Arbeiten Teilbereiche des öffentlichen Kinderspielplatzes in Beschlag genommen werden.“ Im neuen Jahr will der TSV nun seine Stockbahn erneuern, vor allem den alten Teerbelag entfernen und durch ein unbedenkliches Material ersetzen. Rund 40 000 Euro sind insgesamt veranschlagt. „Einen Großteil zahlt die Stadt, wofür wir unendlich dankbar sind“, sagt Rothdauscher. Aber auch der Verein werde sich einbringen.

Wenn es dann auch noch mit einem neuen Spielplatz klappen würde – umso besser. „Das wäre gerade im Hinblick auf die vielen Kinder in Perchting hervorragend“, sagt Rothdauscher und erinnert an eine Bürgerversammlung vor zwei Jahren, in der das Thema Spielplatz bereits angesprochen worden sei.

Im Rathaus jedenfalls wurde die Initiative aus Perchting positiv aufgenommen. „Bei der Stadtverwaltung, die sich sehr über so viel ehrenamtliches Engagement der Dorfgemeinschaft freut, sind auch schon Gestaltungsvorschläge für die Umgestaltung des Spielplatzes eingegangen“, sagt Sarah Buckel.

Ob der Stadtrat Geld für das Projekt locker macht, müssen letzten Endes die im Januar beginnenden Haushaltsberatungen zeigen. „Die Haushaltslage der Stadt ist dramatisch“, sagt CSU-Gemeinderat Frühauf. „Da muss auch ein Beitrag vom Ort kommen.“ Wer die Perchtinger unterstützen will: Das Spendenkonto hat die IBAN DE37 7025 0150 0430 0520 84, Betreff „Spende Spielplatz Perchting“.

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