Die Europamedaille bekam Jean-Claude Mahé (2.v.r.) im Jahr 2017 an der Seite von Angelika Galata (Mitte) überreicht.
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Die Europamedaille bekam Jean-Claude Mahé (2.v.r.) im Jahr 2013 an der Seite von Angelika Galata (Mitte) überreicht.

Trauerfeier am Montag, 28. Dezember

Einen Tag vor Heiligabend: Dinards ehemaliger Bürgermeister und Starnberger Ehrenbürger Jean-Claude Mahé gestorben

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Das Weihnachtsfest war ihm nicht mehr vergönnt. Einen Tag vor Heiligabend, am 23. Dezember, ist Jean-Claude Mahé gestorben. Er war über Jahrzehnte eine der treibenden Kräfte der Städtepartnerschaft zwischen Starnberg und Dinard, die Stadt ernannte ihn für seine außerordentlichen Verdienste darum im Oktober 2019 zum Ehrenbürger. Jean-Claude Mahé wurde 74 Jahre alt.

Starnberg - Jean-Claude Mahé entstammte einfachen Verhältnissen. Sein Vater war Soldat im Zweiten Weltkrieg, geriet für mehrere Jahre in deutsche Gefangenschaft. Angelika Galata, seit 17 Jahren Vorsitzende der „Freunde von Dinard“, kann sich noch gut daran erinnern, wie sie gemeinsam mit Mahé in Aleph am ehemaligen Atlantikwall stand, wo auch ihr Vater einst stationiert war. „Unsere Väter haben den Zweiten Weltkrieg mitgemacht, sagte Jean-Claude, und wir stehen hier zusammen und sind Freunde geworden“, erzählt sie im Gespräch mit dem Starnberger Merkur.

Die Aussöhnung, die Partnerschaft und die Freundschaft zwischen Franzosen und Deutschen prägte Mahés Wirken – als Geschichts- und Geografielehrer genauso wie als Privatmann. Als sich 1979 in Dinard der Verein „Les Amis de Starnberg“ gründete, war er mit dabei. Er folgte Georges Thomazo als Vorsitzender des Vereins, war unter den Bürgermeistern Marius Mallet und Sylvie Mallet jahrelang Partnerschaftsreferent.

„Einer der verlässlichsten Partner überhaupt“

„Er war einer der verlässlichsten Partner überhaupt“, sagt Angelika Galata. „Ausgeglichen und reflektiert“ sei Mahé gewesen. Er habe immer anderen Meinungen zugehört und im Zweifel zu vermitteln versucht – und das ohne Rücksicht auf seine Gesundheit. Als Mahé 2017 zum Bürgermeister von Dinard gewählt wurde, war die Stadt wegen eines großen Bauprojekts zerstritten. „Er arbeitete viele Dossiers durch, verhandelte und brachte manche schwierige Angelegenheit zu einem guten Abschluss. Er hat Dinard befriedet“, sagt Galata. „Seine Gesundheit schonte er nicht.“ Im Februar dieses Jahres sei er während einer Sitzung zusammengebrochen, bereits seit längerer Zeit habe er Herzprobleme gehabt.

Nachdem er bei der Wahl in diesem Jahr nicht mehr angetreten war, wollte sich Jean-Claude Mahé verstärkt um seine Gesundheit kümmern. „Die letzten Wochen verbrachte er in der Uniklinik von Rennes, wo er eigentlich auf eine Herzoperation vorbereitet werden sollte“, berichtet Galata. „Aber sein Allgemeinzustand erwies sich als so schlecht, dass er vor wenigen Tagen wieder nach Dinard zurückverlegt wurde, wo er nun leider verstarb.“ Jean-Claude Mahé hinterlässt seine Ehefrau Evelyne, drei erwachsene Söhne mit ihren Familien und drei Enkelkinder.

Bürgermeister Patrick Janik von Mahés Tod bestürzt

Bürgermeister Patrick Janik hat „mit tiefer Trauer und Bestürzung“ vom Tod Mahés erfahren, wie er sagt. Er habe sich über Jahrzehnte um die Partnerschaft zwischen beiden Städten verdient gemacht und diese intensiv mitgestaltet. „Wir bedauern, dass ihm nach einem Leben voll außerordentlichen Verdiensten und Pflichterfüllung nicht mehr Zeit im Ruhestand verblieben ist, unser besonderes Mitgefühl in dieser Stunde gilt seiner Frau und seiner Familie“, schreibt Janik in einer Trauerbotschaft. „Die Stadt Starnberg wird Jean-Claude Mahé stets ein ehrenvolles Andenken bewahren.“ In Dinard selbst wird Mahé als „großer Einiger“ und „Mann mit außergewöhnlichen Fähigkeiten“ bezeichnet.

Bereits am heutigen Montag ist die Trauerfeier mit der Einäscherung geplant. Angelika Galata und Patrick Janik werden schweren Herzens nicht daran teilnehmen können. Zwar ist die Bretagne kein Corona-Hochrisikogebiet, eine Anreise per Zug oder Flugzeug führt aber über Paris und scheidet von daher aus Pandemie-Gründen aus.

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