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Ein Jahr Starnberg in 80 Minuten: Bürgermeister legt Rechenschaftsbericht vor

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Von: Peter Schiebel

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Bürgermeister allein zu Haus: Patrick Janik hat seinen ersten Rechenschaftsbericht notgedrungen ohne Publikum, sondern nur vor der Kamera im großen Saal der Schlossberghalle gehalten.
Bürgermeister allein zu Haus: Patrick Janik hat seinen ersten Rechenschaftsbericht notgedrungen ohne Publikum, sondern nur vor der Kamera im großen Saal der Schlossberghalle gehalten. Seit gestern Abend ist er online. © Stadt Starnberg

Patrick Janik hat seinen ersten Rechenschaftsbericht als Bürgermeister vorgelegt – aus Gründen der Pandemie ohne Publikum. Das gut 80-minütige Video kann sich jeder auf der Internetseite der Stadt anschauen.

Starnberg – Das Salz in der Suppe fehlt natürlich. Keine Bürger, keine Beifalls- oder Missfallensäußerungen, keine mündlich vorgetragenen Anträge – Patrick Janik hat sich seinen ersten Rechenschaftsbericht als Bürgermeister natürlich anders vorgestellt. Aber: „Der Schutz der Gesundheit aller Bürgerinnen und Bürger geht vor und der Stadt als öffentlicher Körperschaft kommt in diesem Zusammenhang auch eine besondere Vorbildfunktion zu“, sagt er. Also hat Janik seinen Text vor laufender Kamera am Stehpult im großen Saal der Schlossberghalle eingesprochen, die Schlossberghallentechniker haben die 70 Präsentationsfolien dazu geschnitten – fertig ist der Bericht, den Janik ansonsten im Rahmen einer Bürgerversammlung gehalten hätte.

Dabei streift er in 80 Minuten und 23 Sekunden die wesentlichen Starnberger Ereignisse der vergangenen zwölf Monate – und beginnt mit einen Dank an alle Starnberger für deren Solidarität und Einsatzbereitschaft während der Corona-Krise. „Es ist großartig, wie Privatpersonen, Vereine, Kirchen und Organisationen praktische Lebenshilfe in der Krise leisten, wenn es darum geht, der Vereinsamung entgegenzuwirken und gefährdeten Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu helfen“, betont Janik. Einkäufe würden erledigt, Telefonate geführt, Kontakte hergestellt – „vielen herzlichen Dank dafür.“

Der erste große Themenkomplex widmet sich den Finanzen – „in der aktuellen Situation keine ganz erfreuliche Thematik“. So sei der Einkommensteueranteil im laufenden Jahr um etwa eine Million Euro auf knapp 20,3 Millionen Euro gesunken. Deutlicher ist der Einbruch bei der Gewerbesteuer: Die 15,6 Millionen Euro heuer sind 2,4 Millionen Euro weniger als im Vorjahr und sogar mehr als sechs Millionen Euro weniger als in den „Boom-Jahren“ 2017 und 2018. Als „besorgniserregend“ bezeichnet Janik die Entwicklung der allgemeinen Rücklagen, quasi das Sparbuch der Stadt: Vom Rekordstand von gut 24 Millionen Euro im Jahr 2014 ist so gut wie nichts mehr übrig. „Das Festgeldkonto ist leer“, sagt Janik und rechnet auch deswegen in der näheren Zukunft mit einem „deutlichen Anstieg“ der Verschuldung.

Beim Thema Bauen führt der Bürgermeister auf, was erledigt wurde (zum Beispiel das Kinderhaus Perchting), was im Fluss ist (die Kaufverträge für das Einheimischenmodell am Wiesengrund sollen bis Mitte Dezember abgeschlossen sein) und was geplant ist (neues Gewerbegebiet Schorn, Projekt „Moosaik“ im bestehenden Gewerbegebiet). Bei der Seeanbindung rechnet Janik mit „einer Umsetzungszeit von zehn Jahren plus X, weshalb eine Suche nach Möglichkeiten für kurzfristige und provisorische Verbesserungen durchaus ihren Raum hat“ (siehe auch Seite 4).

Ähnlich ausführlich geht Janik beim Thema Verkehr vor. „Der Fortschritt des B 2-Tunnels ist deutlich sichtbar“, sagt er zum Beispiel. „Große Fortschritte“ seien auch bei der Verkehrsführung in der Innenstadt gemacht worden, unter anderem mit dem Beschluss zur Änderung der Vorfahrtsregelung an der Kreuzung Possenhofener Straße/Bahnhofstraße. Für die ortsferne Umfahrung werde die faunistische Kartierung erneut ausgeschrieben.

Und so geht’s weiter durchs Starnberger Jahr. Janik geht auf das Projekt „Starnberg blüht“ ein und auf städtische Förderprogramme (zum Beispiel hat die Stadt auf 13 Anträge insgesamt 4400 Euro zur Anschaffung von Lastenpedelecs bezahlt), auf Änderungen bei den Buslinien und den Ausbau der E-Ladestationen. In den Bereichen Kinderbetreuung, Schulen, Museum, Stadtbücherei und Kultur präsentiert Janik reichlich Zahlen. Den Mitarbeitern des Kulturamts zollt er „ein großes Lob“ für die Sommerkonzerte am Schlossberg. Außerdem erwähnt er „die tatkräftige Unterstützung der Musikschule durch Mitglieder der Elternvertretung bei allen erforderlichen Maßnahmen“ im Zuge der zwischenzeitlichen Schließung der Einrichtung.

Von Corona arg gebeutelt ist das Seebad. Wurden im vergangenen Jahr noch mehr als 250 000 Besucher gezählt, werden es heuer nicht mehr als 125 000 sein, sagt Janik.

Das komplette Video, in dem es auch um den Betriebshof, das Wasserwerk und viele weitere Themen geht, steht seit gestern Abend auf der Internetseite der Stadt unter www.starnberg.de zum Anschauen bereit.

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