Viel zu sehen in Starnberg und seinen Ortsteilen: Geöffnet ist am Denkmaltag unter anderem das Söckinger Mausoleum.
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Viel zu sehen in Starnberg und seinen Ortsteilen: Geöffnet ist am Denkmaltag unter anderem das Söckinger Mausoleum.

Tag des offenen Denkmals

Ein Stadt voller Denkmäler: Starnbergs Kultstätten öffnen ihre Pforten - ein Überblick

„Sein & Schein – in Geschichte, Architektur und Denkmalpflege“ ist das Motto beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September. Die Stadt Starnberg hat dabei einiges zu bieten.

Starnberg – Sieben Denkmäler sind auf dem Gebiet der Stadt Starnberg beim Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag, 12. September, zu besichtigen. Darunter sind einige, in die man sonst nicht hineinkommt. Die Stadt öffnet das denkmalgeschützte Lochmannhaus, die Villa Rustica, das Freigelände der ehemaligen Kirche St. Benedikt und das Mausoleum des Prinzen Karl für interessierte Bürgerinnen und Bürger. Dazu kommen Kirchen und private Objekte. Ziel des Tags sei, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken, erklärte Rathaus-Sprecherin Lena Choi. 2006 wurde die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit der Aktion Tag des offenen Denkmals als „Ort des Tages” der Kampagne „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet. Die geöffneten Denkmäler am Sonntag sind:

Museum Starnberger See

Possenhofener Straße 5, Starnberg: Das „Lochmannhaus“ ist seit spätestens 1520 nachweisbar. Das Anwesen markiere einen Siedlungsursprung Starnbergs und sei einzigartig in seiner historischen Doppelfunktion als Hofmarksitz sowie Bauern- und Fischerhaus. Seit der Museumsgründung 1914 ist es zugleich Exponat und Ausstellungsgebäude, dem eine wichtige aktuelle, zeitgemäße Nutzung in der Konzeption des Museums zukommt. Geöffnet: 10 bis 17 Uhr.

Ehemalige Pfarrkirche St. Benedikt

Zu sehen gibt es auch die Ausgrabungen der ehemaligen Kirche St. Benedikt neben dem Heimatmuseum.

Possenhofener Straße, Zugang neben Museum: Neben den baulichen Resten von vier verschiedenen Kirchenbauten seien mehr als 350 Gräber, darunter auch frühmittelalterliche Tuffplattengräber des 7. bis 9. Jahrhunderts, wissenschaftlich untersucht. Aus diesen konnten unter anderem diverse Grabbeigaben und -belassungen geborgen werden.

Führungen auf dem Freigelände St. Benedikt um 11 Uhr und 13 Uhr. Referent ist Dr. Christian Later vom Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege.

Villa rustica, römischer Gutshof

Die Villa rustica bei Leutstetten.

Südlich von Leutstetten: Anfang 2002 wurden südlich von Leutstetten die Reste eines römischen Gutshofes, einer Villa rustica aus dem zweiten Jahrhundert, ausgegraben. Der Grundriss der Villa sei so rekonstruiert worden, dass die Gesamtform des antiken Baus ablesbar sei, heißt es in der Beschreibung der Stadt. Von besonderer Bedeutung sei ein Raum, der eine sehr gut erhaltene Fußbodenheizung (Hypokaustum) und eine Wanne enthalte. Dieser Bereich ist durch einen gläsernen Bau geschützt, der gleich einer Vitrine über den Grundriss gesetzt wurde.

Führungen um 10 Uhr und um 14 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Gesellschaft für Archäologie und Geschichte Oberes Würmtal bietet die beiden Führungen an, die etwa 30 bis 45 Minuten dauern, je nach Interesse der Gäste. Referent ist Karl L. Hebler von der Gesellschaft für Archäologie und Geschichte Oberes Würmtal.

Mausoleum des Prinzen Karl von Bayern

Söcking. oberhalb der Kirche St. Ulrich: Der vermutlich von Daniel Ohlmüller entworfene, zylinderförmige Rundbau mit aufgesetzter Laterne ist streng in neuromanischen Formen gehalten. Prinz Karl soll diesen Hügel wegen seiner umfassenden Fernsicht sehr geliebt haben und oft unter der alten Linde, die dort oben stand, Rast gefunden haben, schreibt das Rathaus. Das Mausoleum wurde als Grabstätte um 1830/1840 für seine erste Frau Sophie von Bayerstorff gebaut. Später wurden dort auch seine zweite Frau und er selbst bestattet.

Geöffnet von 13 bis 17 Uhr; das Mausoleum ist nur am Tag des offenen Denkmals zugänglich.

Josef Biller Gemischtwarenhandlung

Die Gemischtwarenhandlung Josef Biller an der Hauptstraße.

Hauptstraße 25, Starnberg: Die „Kunsträume am See“ öffnen das historische Geschäft mit seinem ganz besonderen Flair am Tag des offenen Denkmals. Die Gemischtwarenhandlung wurde bis vor wenigen Jahren sehr liebevoll und originell von der in diesem Jahr verstorbenen Eigentümerin Gertrud Weiß betrieben. Sie übernahm den Laden von ihren Vorfahren. Das denkmalgeschützte Haus an der viel befahrenen Hauptstraße in Starnberg sei 1857 von ihrem Urgroßonkel Johann Baptist Biller erworben worden, heißt es in der Beschreibung. Er hatte die alte, hochwertige und fein gearbeitete Ladeneinrichtung aus dem ursprünglichen Geschäft an der Josef-Jägerhuber-Straße, gegründet 1804, in seine „Handlung“ in den Verkaufsraum einbauen lassen. Diese Biedermeiereinrichtung ist heute in großen Teilen erhalten und spiegelt eine historische Einkaufssituation wider. Auch die Regale und Schubladen sind noch gefüllt. Der historische Laden aus vergangener Zeit eignet sich auch hervorragend als Bühne für künstlerische und poetische Preziosen. So haben die „KunstRäume am See“ ihr Publikum zu kulturellen Veranstaltungen, zum „Kaufladenspielen“ dorthin eingeladen.

Besichtigung und Kurzführung jeweils um 14., 14.30, 15, 15.30 und 16 Uhr. Die Historikerin und Stadträtin Annette Kienzle und Elisabeth Carr, Leiterin der „KunstRäume am See“, laden ein. Anmeldungen sind erforderlich unter kontakt@kunstraeume-am-see.de; es gelten die aktuellen Corona-Bestimmungen.

Kirche Mariä Heimsuchung

Perchting: 1768 wurde die ursprüngliche Pfarrkirche in Perchting durch einen Brand zerstört, wie es auf der Seite des Tages des offenen Denkmals in der Beschreibung heißt. Die wiederaufgebaute Kirche sei der schwangeren Jungfrau Maria anlässlich ihres Besuches bei ihrer Base Elisabeth geweiht. Dank der Unterstützung des Klosters Polling und Anton Clemens Graf von Toerring-Seefeld wurde die Kirche eine Rokoko-Perle mit reichhaltiger Ausstattung: Der Stuck stammt aus der Wessobrunner Schule, die Bilder stammen von Johann Baptist Bader, auch der Lechhansl genannt.

Geöffnet von 10 bis 18 Uhr, ab 9 Uhr Gottesdienst.

Kirche St. Jakobus Major

Landstetten: Die kleine Kirche im westlichsten Ortsteil Starnbergs ist etwas Besonderes: Schon im Jahre 1010 wurde sie von Kaiser Heinrich II. dem Kloster Polling zurückgegeben, was auf eine längere Vorgeschichte des Ortes schließen lässt – so steht es in der Beschreibung. 1788 wurde die heutige Kirche St. Jakobus vom Pollinger Probst Franziskus Töpsl gestiftet. Am Chorbogen sieht man heute noch das Doppelwappen des Stifters. Bemerkenswert ist der Altar aus Stuckmarmor mit seinen frühbarocken Figuren.

Geöffnet von 9 bis 18 Uhr.

Weitere Infos

gibt es auf der Seite zum Tag des offenen Denkmals unter der Adresse www.tag-des-offenen-denkmals.de. Dort sind auch geöffnete Denkmäler außerhalb Starnbergs gelistet. Die Suchfunktion erlaubt eine Eingrenzung auf Orte.

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